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Der Israelit · 1869-11-03 · Heft 44 (3.11.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 44 (3.11.1869)
Date
1869-11-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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x. Jahrgang. Beilage zu Nr. 44 des Israelit Zeitungsnachrichten und Correspvndenzen. Deutschland Lanphein», Cnde Oktober, In den Ihnen von hier zukommenden Correspondenzen herrscht ein wahrer Unstern wehr Dichtung, beziehungsweise Erdichtung alö Wahrheit. Für Berichtigung deö jüngsten Artikels nur folgendes: Es wurden ztrr Verlegung der freier der Sladl- Erhebnng Laupheims mehrere Schritte getban, aber es wurden Gegengründe entgegengesetzt. Aber nickt aus Animosträt gegen die jütische Gemeinde wurde denn Gesuch um Verlegung keine Folge gegeben. Auch das katholische Stadt-Pfarr-Amt petitionirte gleichzeitig um 2ierlegung wegen eines katholischen feiertags. Es wurde sein Gesnck gleichfalls unberücksichtigt gelassen. Der Fasttag .--'d-iz erlitt keineswegs einen Abbruch durch die Festlichkeit, diejenigen Israeliten, die sollst am Gedalja zu fasten gewoh'ut waren, fasteten auch diesmal, und diejenigen, „die sich auf der Festwiese an Bwr labten", wie der Correspondent rügt, habeli ai'.ck schon früher am Gedalja n'cht gefastet. Am jüngsten Sntkorhsest batten wir keineswegs „Weibergesang", in der Synagoge. Einige Schulkinder wirkten beim Ausheben und Einheben der Thora beim Gesang mir, unl einige Stimmen zu ersetzen. Und es war gar nicht so gefährlich wie es der Herr Berichterstatter in die Welt hinaus zu posaunen beliebt. Derartige Correspondenzen erbittern nur, mehr als ste gut macken. Es sollte der Herr Correspondent zunächst vor seiner Thür kehren und der Sabbathweihe bei den Seinigen mehr Vorschub leisten, ehe er ganze Gemeinden mit seinen Illustrationen behelligt. Czempitt im Clnl 56LL. Sehr oft bat Ihr geschätztes Blatt berichtet, wie fettst in der Neuzeit noch Kämpfer des orthodoxen Iudenthumö bereit sind, das echt Jüdische aufrecht zn erhalten; so mögen auch nachstehende Feilen in Ihren Spallln wohlwollend ausgenommen werden. Wiewohl wir hier nur zn den kleinsten Gemeinden im Herzogthmn Posen zählen, so ist es uns dennoch unter Gottes Beistand gelungen, vor 8 Jahren eine Synagoge zu bauen, die, was sowohl Solidität als innern Schmuck betrifft, allen Wünschen entspricht. Was jedoch außer Acht gelassen worden, ist das Wichtigste und Gottgefälligste, indem dieselbe leider pH sowohl eines Almemor als auch eines Gitter tu der Frauenloge entbehrte. Im Laufe dieser Wöbe hatten wir nun das Glück, den ehrwürdigen und wcltberübmccn Oberrabbiner Herrn E Gutmacher in Grätz in lenserer Gemeinde zu sehen, bei welcher Gelegenheit er zugleich so freundlich war, unfern Vorstand Herrn Simon Mackel auf diese Mängel aufmerksam zn machen. Bereitwillig versprach Herr Macke! ein Gitter in der Frauenlyge auf eigne Kesten ansertigen zu lassen, und ließ er es a.ick ungesäumt aussühren. Allein auch ben Alme-noc beabsichtigt er an den reckten Ort stellen zn lassen, so daß unsere Synagoge erst d ann die n&'np erbalten solle. - Hier bestätigt sich wahrlich rÜp 11" J”1?'? D1DND PHN n>!£0 lOPU'! Unser ^Wohllöbi. Vorstand Herr Machol hat hier einen Beweis geliefert Möge ihm der Allgütige diese Thal tausendfach lohnen. Cs wäre wünschenswerth, wenn auch andere Vorsteber dem Beispiele unfern V erste Hers folgen möchten. S. B r i e g e r. Tilsit, un Oktober. Die letzten oeid.n Nothjat'-re haben über unsere russischen Glaubensbrüder unsägliches Leid gebracht, Hunge" uns Kra-ckbeir haben sie yeimgcsucht, und so mancher Wohlstand wurde vernichtet, jo vieles F-milieuglück zerstört. -- Aber das a Iler g v ößte U n g l ü cf, welches sie brrc offen, — das ist die Masse von falschen Urihecken, vr e Verleumdungen, von Gehässigkeiten, di? über sie in die Welt lnnausging.n. Wer einmal i n Leben einem polnisch st üdstchen Vagabunden begegnet war. der hielt sich b reLtigt, über ein Volk von 2l/2 Millionen ubzuurtbeilen; wer einmal bei einem Juden aus Rußland einen schlechten Kauf gemacht, der wußte ein Langes von Corrupti o n, von Ei ewiss enlo i ig keit. von betrüglichen Neigungen zu reden; und endlich dielt sich jedweder Unwissende, der nicht das Titelblatt de'« Talmuds ZU enkzjffern im Stande - für kompetent über die verderblichen Wirkungen desselben, über die Verdummung und Versumpfung, in den die Iickenheit Rußlands dnu-ch ihn aerathen, zu faselnSo lange dergleichen Mißurtheile, von einzelnen, mit keiner Autorität bekleideten Personen ausgingen, konnte man dazu schweigen, um so mehr, als der Wohlthätigkeitssinn dadurch nicht geschmälert wurde. Nun aber werden diese Verdammungsnrtbeile auch von solchen geäußert, denen man allerdings eine richtige Einsicht zutranen sollte — was aber aus diesen Aeußerungen leider nicht hervorgeht.

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