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Der Israelit · 1869-11-03 · Heft 44 (3.11.1869) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 44 (3.11.1869)
Date
1869-11-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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$48 große Zahl jüdischer Einwohner fast ein Zehntel der grsammten Bevölkerung der Donaufürstenthümer, um so mehr Anspruch auf eine gute Gesetzgebung habe daß etwas mehr Freiheit weniger schade, als zu wenig Freiheit; sie wies darauf hin, daß in Galizien und der Bukowina die Juden auf keiner viel höheren Bildungsstufe standen, als die Juden in den Douaufürftenthümcrn, und daß nur die volle Gleichberechtigung sich als das Mittel zur Hebung der Juden auf eine höhere Bildungsstufe bewährte. Der Fürst versprach, diese Angelegenheit seinem Ministerium zur Würdigung zu empfehlen. Die Deputation hofft, daß ihr Beispiel nicht ohne Nachahmung seitens der jüdischen Gemeinden anderer Länder bleiben werde, die der Fürst auf seiner Rundreise durch Europa besuchen wird. Wien. Der Bankier Eduard Ritter v. Todesco in Wien hat dem Minister des Innern den Betrag von 400,000 fl. in Verschreibungen der einheitlichen österreichischen Staatsschuld mit der Bestimmung übergeben, daß davon 60,000 fl. für den vor: Sr. kais. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Albrecht gestifteten Vorschußfonds für unbemittelte k. k. Offiziere und 40,000 fl. der Speise -- Anstalt für arme israelitische Studirende in Wien gewidmet werden. 2Vien. Am 16. d. wurde die Deputation der mährischen Judenschast von Sr. Majestät dem Kaiser empfangen; der Obmann des Delegieren - Comites, Herr Julius Gomperz, sprach Sr. Majestät den ehrstlrchtsvollen Dank für die Uebertragung des Landes- Mafsafonds zur autonomen Verwaltung an die mährische Judenschaft aus, betonte, letztere werde stets den erhabenen Intentionen des erlauchten Stifters, Kaiser Joses H., und Sr. Majestät des Kaisers gemäß Vorgehen, und schloß mit der Versicherung unverbrüchlicher Treue und Anhänglichkeit an Se. Majestät den Kaiser und die Dynastie. Se. Majestät antwortete: „Es freut mich, den mährischen Israeliten den Landes-Massefond zur autonomen Verwaltung übergeben zu können. Ich bin überzeugt, daß derselbe im Sinne des Stifters, Kaiser Josefs, aufs Beste verwaltet werden wird. Die Treue und Anhänglichkeit der mährischen Judenschast hat sich selbst in den schwersten Zeiten bewährt." Ferner bemerkte der Kaiser, der Fond müsse bedeutend angewachsen sein und werde den Delegieren in nächster Zeit viel Mühe verursachen. Nachdem sich Se. Majestät die einzelnen Mitglieder der Deputation hatte vorstellen lassen, wurde dieselbe entlassm. Pestih, 19. Oct. Heute, um 3 Uhr Nach-, mittags, hielt unser berühmter Landsmann, Herr vr A. Cohn aus Paris, in dem schöngeschmückten und hell beleuchteten Prüfungssaals des neuen israelitischen Schulgebäudes, im Beisein eines zahlroichen Publikums, eine höchst interessante und mit großem Beifall aufgenommene Rede, die den Zweck feiner Reife nach Jerusalem zum Gegenstände hatte. Er theile mit, daß er seine Reise nach Jerusalem im Namen der „Alliance Jsr. Univ." macke, um durch Errichtung eines Bazars, aus Anlaß der Eröffnung des Canals von Suez rc. den Wohlstand seiner dortigen Glaubensgenossen nach Möglichkeit zu fördern. Herr vr. Albert Cohn verließ bald darauf dm Saal. Beigeisterte Eljenrufe begleiteten ihn, und wünschten ihm auch alle Anwesenden Glück auf feiner Reise. (I. K.) Lemberg. Die Demokraten in Lemberg wollen es den Czechen nacithun und die Juden m>t der Drohung, daß die Nationalen die Handelsverbindungen mit ihnen abbrechen werden, wenn sie für Herrn Ziemialkowski stimmen würden, einschüchtern. Daher meldet der heutige Dziennik LwewSki, es habe sich in Lewberg ein Verein gebildet, dessen Mitglieder sich durch Ehrenwort verpflichten, in denjenigen jüdischen Handlungen, deren Eigenthümer für Ziemialkowski stimmen werden, nicht zu kaufen. Politische Bildung heißt mau das! Der Gemeindevorstand von hatte in der Zeitschrift „Mor. Orlice.", und zwar im Blatte Nr. 206, die Verpachtung des dortigen Gemeindewirths^ Hauses inserirt und in der diesbezüglichen Kundmachung mitgetheilt, daß „ein Jude und ein Deutscher, d. h. ein politischer Gegner der Slaven, als Pächter nicht angenommen wird" , durch welchen Beisatz die Deutschen und Judm von der Licitation ausgeschlossen wurden. Der Landesausschuß hat beschlossen, den genannten Gemeindevorsteher von Amtöwegen zum Widerrufe dieser gesetzwidrigen und dem Interesse der Gemeinde widerstrebenden „Einschränkung" (sic!) zu veranlassen. Frankreich. Pnris. Die Aufklärungen, welche Fürst Karl von Rumänien in Paris in Betreff der Jsraeliten-- frage gegeben, sollen sehr günstige Aufnahme gesunden haben. Der Fürst hat sogar erklären können, daß die Juden lateinischen, d. h. portugiesischen Ursprung.es sofort vollständig emanzipirt werden sollen. Mil den Israeliten des polnischen Ritus aber wäre dies im Augenblicke noch nicht möglich, da sie zu weit in der Bildung zurück feien und man ihnen gegenüber de» lokalen Verhältnissen in gewissem Sinns noch Rechnung zu tragen hätte. England. Lsrrbo«. Ein Greis von 82 Jahren verübte vergangenen Mor tag einen Mordanfall ayf eiyen noch älteren, einen 83jährigen Greis und erschoß darauf sich selbst. Der Thäter, Namens Green, der früher eine Anstellung iw Indien bekleidet hatte und jetzt pensiouirt war, wohnte m einem seinem Opfer, dem Judm SmüS Kyezor, gehörigen Hauhk Dg stch

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