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Der Israelit · 1869-11-03 · Heft 44 (3.11.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 44 (3.11.1869)
Date
1869-11-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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841 Anton R«e das Schuldirektorium inne habe. Diese Summe sei nunmehr der israelitischen Freischule entzogen, weil kein finanzielles Bedürfniß mehr vorliege. Die Schule hatte nämlich im Jahre 1868 einen Ueberschuß von Crt. Mrk. 5349. 13Va sch-, indem ihre Einnahmen Crt. Mrk. 19919. 14 sch. betrugen, gegen Crt. Mrk. 14570. % sch. Ausgaben. Der Schulvorstand habe auch juridisch keine Berechtigung ferner die Beisteuer, die nicht privatrechtlicher Natur sei, zu verlangen. Der ehemalige Vorstand der deutsch-israelitischen Gemeinde stand der Schule als eine Behörde gegenüber, die eine Unterstützung bewilligen konnte, aber auch das Recht hatte, dieselbe zu widerrufen. Die Liquidations-Behörde als Rechtsnachfolgerin des Vorstandes könne ein gleiches Recht beanspruchen. Die Liquidations-Behörde erklärt sich jedoch bereit, auch ferner den Zuschuß leisten zu wollen, weil sie ihren Hauptzweck dahin richte, für das Armenwesen und den Unterricht armer israelitischer Kinder zu sorgen, mache es aber zur Bedingung, daß nur Gemeindemitglieder den Vorstand der israelitischen Freischule bilden dürfeu, damit dieselbe im Geiste der israelitischen Gemeinschaft geleitet werde. Beulhen, O/S. Freude erfüllet unser Herz, wenn wir sehen wie Männer in Israel endlich Hand anlegen, den ärgsten Feind, die Ignoranz, aus dem Iudenthume zu verdrängen; wenn wir sehen, wie sie Lehrhäuser errichten, um den Weg zu den unendlichen Schätzen der GotteSerkenntniß anzubahnen; denn nicht der geistige Fortschritt des neunzehnten Jahrhunderts ist es, der die heilige Lehre aus ihren Angeln zu reißen gedenkt, nein, die Unkenntniß der Religion ist's, die das Iudenthum auflösen will; und wird ein Jeder erst seine Pflichten kennen, dann dürfen wir getrost auch der Ausübung entgegensehen. Am letzten Tage des verfiosfenen Peßachfestes war es denn, als auch hierorts zehn Männer zusammengetreten sind, einen Verein zu gründen, in welchem täglich gemeinschaftlich Thora gelernt werde. Welche Widerwärtigkeiten diesem Unternehmen von Seiten der Neologen zu Theil wurden, braucht nicht erwähnt zu werden; doch die Wahrheit weiß sich selbst Bahn zu brechen und der wahre Israelit weicht nimmer im Kampfe für die heilige Sache, und so geschah es denn, daß nach kurzem Zeiträume von sechs Monaten sich die Mitgliederzahl um das Fünffache vermehrte. — Dieser Verein, der sich mit Recht D'»n py nennt, hat bereits ein Jedermann geöffnetes «mon rvo, in welchem Jeder nach Belieben, seinen Durst aus dem Quell des Lebens stillen kann. Die täglichen gemeinschaftlichen Studien sind Wochentags von 7—10 Uhr Abends, Sonnab. von 11—12 Uhr Vormittags, 2—4 Uhr Nachm, und 8—10 Uhr Ab.; es wird daselbst »an Dy ffDin (nach Hirsch) ,D"ik »n ,niwo ,&noA »arm« po vorgetragen. Auch für die Heranwachsende Generation wird im Vereine Sorge getragen, indem ein Mitglied sich zur Pflicht machte, Kinder inoi« i,n zu unterrichten. auf daß sie kennen lernen den Weg, auf dem sie wandeln sollen. — Wie wir erfahren, wird auch der hiesige nun uo’pn Verein einen tüchtigen talmudisch gebildeten Lehrer engagiren, der täglich einige Stunden, Knaben ihren Fähigkeiten gemäß, in der heiligen Thora unterrichten wird. — Wie sehr dieser Verein „Ez Chajim" an Achtung gewinnt, beweißt, daß er auch auswärts einige Mitglieder zählt, unter denen der Rabbiner Dr. Jfr. Hildesheimer zu Berlin, der königl. Landesrabbiner G. Tiktin zu Breslau, ebenso daß sich auch in unserer Nachbarstadt Myslowitz ein derartiger Verein schon gebildet hat und in anderen Städten bereitprojectirt ist. Möge dieser edle Verein überall Nachahmung finden, auf daß es vergönnt werde mit vereinten Kräften nach einer Richtung hin zu Wirker^ damit dieser Baum Früchte wahren Lebens für's gesammte Israel reisen laffe und es sich hierin bewähre: "liCHND rraorn ,ra D'p'lNO^ nvi D"N py. Es würde alsdann mit Leichtigkeit ermöglicht werden, eine Alliance zu gründen, um Religionsschulen orthodoxen Sinnes zu errichten, denn nur dann kann das wahre Iudenthum gedeihen, wenn den Kindern in der Schule von wahrhaft ftommen Männern religiöser Unterricht zu Theil wird. — Darum Männer in Israel, die ihr fest an dem Glauben Eurer Väter hanget, erwäget dieses genau, es wird wiederum das jdVk iö an den Tag treten, es wird ein jeder wahrer mrp gern sein Scherflein zu einem derartigen Unternehmen beitragen und -inöb tan id py”DD es wird und muß gelingen. Mögen diese wenigen Worte, die aus dem Innersten meines Herzen hervorgehen, auch sein, und der Allgütige möge Alle, die es ernst mit der heiligen Sache meinen, unterstützen. mm lpns;yot> p&n 'n Österreichischer Kaiserstaat. Wirn, 25. Oct. Gestern Vormittags fand eine öffentliche Sitzung des Vorstandes der Wiener israelitischen Cultusgemeinde statt, in welcher zunächst Herr Kuranda in Beautwortuug einer Jnterpellatton Arminio Cohn's Mittheilungen über die Audienz machte, die er mit dem Vorsitzenden Jonas Ritter v. KönigSwarter bei dem Fürsten von Rumänien gelegentlich feiner jüngsten Anwesenheit in Wien in Angelegenhett der moldau-walachischen Juden genommen. Die Deputation legte dem Fürsten die Lage der Juden in den Donaufürstenthümern ans Herz. Der Fürst versprach Abhilfe, meinte aber, daß die Zahl der dort wohnenden Juden, über eine halbe Million, zu viel sei für das Land. Die Deputatton entgegnete, daß eine so

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