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Der Israelit · 1869-11-03 · Heft 44 (3.11.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 44 (3.11.1869)
Date
1869-11-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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889 strengen Gerechtigkeit; Iizchak wird den Abrahamssegen dem Unwürdigen geben, weil dieser der Erstgeborene; dann würde es keine israelitische Nation geben, keine Thora, keine Tugend, keine Erlösung. Diese Erwägung im Herzen Jakobs drücken unsere Weisen wundervoll in folgenden Worten aus: (Prov. 29, 25) 'na nüoi ppiD jrv cdtm nnnn fVpm jn* 'a* nnnn 'so» pns’n apy’ nnnncF nmna.-aaw» nuai 'wttf o*a» ,aaw» 'na ntaiai ,'bbpb '\n pna *]na. „Der Schrecken des Menschen wird Fallstrick legen; wer aber auf Gott vertraut wird geschützt. In Folge des Schreckens, welchen Jakob seinem Vater erregt hat, hätte dieser ihm fluchen müssen; allein da Jacob auf Gott vertraute, wurde er beschützt und erlangte Segen anstatt des Fluches, denn so heißt es: er soll auch gesegnet bleiben." . In diesen Worten wird klar dargelegt, welches das Motiv war, das Jakob veranlaßte, dem Befehle seiner Mutter gemäß, des Vaters Segen für sich zu erlangen. Von der Nothwendigkeit des zu thuenden Schrittes durchdrungen, ging er, auf Gott vertrauend, in der reinsten und heiligsten Absicht ans Werk; 'und siehe, sein Gottvertrauen schützt; ihn; er erlangte den Segen nickt nur, sondern erhielt auch die Bestätigung desselben, selbst nachdem sein Vater erfahren hatte, in welcher Weise er ihn errungen. Erstgeburt und Segen, von einander abhängig und eng mit einander verknüpft, hatten keine materiellen, keine irdischen Vorthe'le im Gefolge; nicht größeren Besitz, nicht Herrschaft über die Familie wird dem Mkob zu Theil. Arm entflieht er dem Vaterhause; micht zum Ackerbauer wird er, dem der Hauptsegen der «Hau des Himmels und die Fettigkeit der Erde ist, Indern ein Heerdenbesitzer; nickt wird er nach irdischen Begriffen der Herr seines Bruders, sondern er nennt ihn: Herr vwy »ant>t, er veneigt sich und bückt sich vor ihm und wendet große Reichthümer auf, um den Zorn feines Bruders zu versöhnen. Aber andere Erfolge hatten Erstgeburt und Segen, Erfolge, die nur Jacob erringen konnte, die zu erlangen dem Esaw unmöglich war. Die Gründung des Gottesvolkes, das Gott nennt bx~W' nua 'aa „mein erstgeborener Sohn ist Israel", die Gründung eines Volkes, das da gewillt und befähigt sein wird, die Thora zu empfangen und zu bewahren und die heiligen " Gebote des Allmächtigen zur Richtschnur des Staates, der Familie und des Individuums zu machen. Diese Erwägungen mußten Jakob so handeln lassen wie er handelte. Dev strenggerechte Vater liebte den Esaw, ran n*y »a denn Hinterlist war im Munde des Heuchlers; niemals hätte Iizchak dem Esaw Erstgeburt und Segen entzogen; Ribkah und Jakob und Esaw selbst erkannten, daß nur Jakob befähigt, war,. Abraham's Erbe gedeihlich fortzuentwickeln; daher verachtet Esaw die Erstgeburt, und durch diese Verachtung allein schon hat er sich unfähig gemacht, den Segen zu empfangen, der an die Erstgeburt sich knüpft — haben ja beide, Erstgeburt und Segen, nur reingeistige, gottesdienstliche Bedeutung. Daher mußte Jakob die Gelegenheit, die Erstgeburt zu erlangen, benutzen, als sie sich ihm darbot, daher mußte er seiner Mutter Folge leisten, um den Segen des Vaters zu erlangen, daher durfte er die unausbleibliche Entdeckung nickt scheuen. Mit schwerem Herzen hat fick Jakob dazu entschlossen trpiD ’rv bn« man allein das feste Gottvertrauen, das ihn beseelte, das Bewußtsein, das Rechte und Gute in reiner, heiliger Absicht zu wollen, gewährte ihm Zuversicht und Schutz, aaia» 'na nma? Schon David begegnet im 24. Psalm den Vorwürfen, die man etwa geg.'n unfern Vater Jakob erheben könnte: „Wer darf hinaufsteigen auf den Berg des Ewigen , wer bleiben auf seiner heiligen Stätte?" „Wer rein an Händen und lautern Herzens ist, dessen Seele nicht nach Eitlem verlanget, und nicht schwört zur Hinterlist." „Er empfängt Segen vom Ewigen und Hilfe vom Gotte seines Heils." „Also ist das Geschlecht seiner Verehrer, die Dein Antlitz suchen, Jakob, Selah." Jakob wird hier dargestellt als Vorbild derer, so rein an Händen und lautern Herzens sind, deren Seele fern ist von Lug und Trug; und weil Jakob so war 'n nxa nana «ran hat er den Segen empfangen, welchen Gott ihm bestimmt hatte und dessen Organ Iizchak sein mußte, den Segen, welchen Gott bald darauf im vollsten Maße nicht allein bestätigte, sondern bis ins Unendliche vermehrte lrax apjr nPna □nsD Ha n^nj — das Erbtheil unseres Vaters Jakob, ein Erbtheil ohne Grenzen So war unser Vater Jakob und so handelte er; wo ist da eine Spur von Unrecht, Hinterlist, Selbstsucht rc., womit Philippson und Gmoffen das Andenken des edelsten, heiligsten Stammvaters, der Stütze des göttlichen Thrones (naanon ^>an) zu begeifern wagen? Ja, Esaw, dem sich Jene ähnlich fühlen, hat ihre volle Sympathien, Esaw, der den Tod seines Vaters herbeisehnt, um seinen Bruder zu erschlagen, der durch seine götzendienerischen. Frauen das Leben der Eltern vergiftet, — dessen Gutmüthigkeit, Gemüthsfülle, herzliche Brüderlichkeit rühmen sie! Wahrlich, das ist charakteristisch! — Wir haben nunmehr noch Üie Frage zu beantworten, warum die heilige Schrift selbst die Thatfachen in einer Weise erzählt, die zum Jrrthume Anlaß geben kann. Wir haben darauf die Antwort, daß das heilige Gotteswort kein gewöhnliches Buch ist, daß hier einzelne, oft unscheinbare Andeutungen Licht über da»

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