Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1869)
- Date
- 1869-10-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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831 Greis, dessen edles Haupt von weißem Silberpaar und Silberbart umflossen war?! An seinem Grabe sprachen die Herren Rabbiner Dr. Feilchenfeld von Düsseldorf und Direktor Dr. Krott er von hier, die sein Leben und Wirken und seine bedeutsame Stellung im Judenthum nach Verdienst würdigten. „Mit dem Namen dieses Mannes", so sprach Einer der Redner, „verbindet sich ein Stück jüdischer Geschichte." — Sein Andenken wird stets in Ehren bleiben! und der Name: Abraham Sutro stets einen guten Klang behalten!" n "2 "a "n! Aus Nor-deutschland. Vor Kurzem kamen mir zwei Photographiesammlungen zu Gesichte, herausgegebm von einem gewissen Herrn Israel Wiesen und enthält eine jede derselben eine größere Anzahl der Photographien von Rabbinen und anderen Männern. Die eine enthält die Bezeichnung ''blOtT'’ die Andere PYIJJ,,- Auf der erster« befindet sich eine Photographie angeblich deö Ramb am. Daß dieselbe in der That nicht oie Abbildung des Rambam ist, wird wohl Niemand bezweifeln, denn von welcher Bibliothek oder Kunstsammlung hätte man wohl jemals gehört, daß sie ein Original- Porträt des Rambam besäße?!! und ist dies sicherlich blos eine Copie von jenem angeblichen Porträt des Rambam, welche sich in dem von einem gewissen R. Schlomo vor einigen Jahren gedruckten ohne ’NEHJ befindet. Allerdings trifft nun dieser Borwurf den erwähnten Herausgeber nicht minder, richtiger aber weit mehr denjenigen, der eine solche Unwahrheit vervielfältigt. Verdient nun ein solches Vorgehen schon eine Rüge vom Standpunkt der Wahrheitsverletzung aus, so leuchtet dieses auch noch von einer andern Seite aus betrachtet ein, nämlich: die Physiognomie irgend eines großen Mannes, namentlich eines Verfassers von Religionsschristen ist sicherlich von mächtigem Eindrücke für jeden, dem der Geist und die Werke jenes Mannes intressiren; darüber werden wohl alle Phsychologen einig sein. Wer aber wollte es wagen, das Bild eines Rambam zu entwerfen und der Welt als echt vorzuführen?! und in der That dürfte die erwähnte Photographie weit eher die Züge eines türkischen Pascha veranschaulichen als die des Rambam. Das Gesagte findet gleiche Anwendung auf die dort angefügte Photographie des Rah Alfas, die sicher eben )o unecht und erdichtet a!s jene. Das Lächerliche an dieser Sache, hätte sie nicht einen ernsten Character, erreicht seinen Gipfelpunkt dadurch, daß sich unter erwähnten Photographien jene deö JofephuS FlaviuS mit der Bezeichnung befindet: DneTTO ffön 'Yino 'a rpp m"o W ""1 «VJX'D- 1 1 Welch ein Unsinn! wer hätte wohl ein Bild des jüdischen Gouverneurs von Zephat und Feldherrn bei den jüdischen Kriegen *0"2in p-|TO besessen, wovon eine Copie in unsere Hände gelangt! und welch eine lächerliche Bezeichnung 'jjj-j also pNJH ferner nw1Ö/ Titulaturen, die theils zur Zeit 'der theils um die Zeit des entstanden, dem Feldherrn vor orca 1800.Jahren beizulegen, eine Ausdrucksweise, die ganz zur Unwahrheit und zur Carricatur paßt! Was die zweite mit dem Prädicat pnjj versehene betrifft, so befinden sich Männer darunter, denen es sicherlich im Herzen leid thnt, sich mit dem Prädicate PYIJJ glorificirt zu sehen. Namen wollen wir nicht ansführen, da jeder, der jene Photographien sieht, sich selber ein Ürtheil darüber fällen werde. Das Gesagte glaubten wir der Wahrheit schuldig zu sein und nicht verschweigen zu dürfen. rm mt Königsberg. Briefe von M. Almoni (M. Freystadt, vr.) Siebenter Brief vom 18. Oktober 1869. Meine neuesten Berichte in Ihrem geschätzten Blatte haben hier böses Blut gemacht. Ganz natürlich! Denn die Wahrheit hat von jeher Anstoß erregt. Besonders beschämt fühlt sich der Vorstand über die gegen den zuletzt genannten Literaten (in welchem man den Schreiber dieser Zeilen sehen will) begangene unverzeihliche Sünde, die man zu bereuen scheint und gerne aus der Welt schaffen möchte. Aber glaubt der Gemeindevorstand im Ernste, daß jener Literat sich so weit vergessen könnte, von ihm wieder das — Danaergeschenk anzunehmen? Dieser tröstet sich mit dem Gedanken, daß orthodox-Gelehrte stets hier rücksichtslos behandelt wurden — nomina sunt odiosa — und hofft auf Gottes Hilfe anderswoher — -pojp nb^m m"l inN DIpDD *lb Warum ich nicht diese Berichte in der liberalen „Königsberger Hartung'schen Zeitung" deren treuer Mitarbeiter ich doch bin, veröffentlicht habe? auf diese in der Gemeinde aufgeworfene naive Frage antworte ich ganz ehrlich: weil ich fürchtete, dadurch noch mein letztes Stückchen Brod — HEQD nna zu verlieren, obgleich es auch in diesem Hauptorgane unserer Provinz meinerseits niemals an Besprechungen jüdisch-religiöser Interessen gefehlt hat. Wie cft bin ich schon — sogar gegen Erlegung theurer Inseraten - Kosten — für dieselben hier in die Schranken getreten! Aber meine Kraft, mein Vermögen ist jetzt erschöpft ich stehe isolirt da ohne geistigen und materiellen Beistand, bin kaum im Stande, meinen heiligen Verpflichtungen gegen unglückliche Angehörige nachzukommen, geschweige eine kostspielige Polemik zu unterhalten. Sollte es jedoch mit der Errichtung einer Orgel - Synagoge bei uns Ernst wer- 1