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Der Israelit · 1869-10-20 · Heft 42 (20.10.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 42 (20.10.1869)
Date
1869-10-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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815 bei denen, für die sie geschrieben, die wohlverdiente Würdigung und Beherzigung fänden. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Aus Weststhalen. Am ersten Tage nwiv n*rn tagte zu Ruhrort die alljährlich einmal, gewöhnlich gleich nach dem rvpNV-Feste zusammenlretende, dieses Mal aber wegen der um diese Zeit zu Berlin stattgefundenen allg. - deutschen Lehrerconferenz verschobene jüd. Rh.-Westph. Lehrereonier nz, zu der sich etwa 40 Lehrer aus Rheinland und Westphalen, unter denen auch die Vr.Or. Kroner, Seminar-Director zu Münster und Hulisch, Prediger zu Neuß am Rhein, eingesunden halten. Wie wir erfahren, ist uns dieses Mal aus besagter Conferenz, wenigstens in den Privatgesprächen, die hohe Ehre (?!) zu Theil geworden, daß man unsere Person zum Hauptthema der Conversation gemacht, und wie nicht anders zu erwarten, tüchtig aus uns los geschimpft hat. Dieses scheint uns auch aus einer nD’Dxn nnx DHD^cn von mehrere Mitgliedern derselben in Dortmund abgefaßten und in Soest zur Post gegebenen Collection von Schmähbriefen, die uns am msy zugekommen, und die von absurden Verdächtigungeu, Verläumdungen und widerlichen Invectiven gegen unö und von absichtlichen Verdrehungen und Entstellungen von Thatsachen derart übersprudeln, daß wir uns nicht dazu entschließen können, dem wahnwitzigen und frechen Verlangen der Abfasser dieses sauberen (?) Schriftstückes, dasselbe im „Israelit" zu veröffentlichen, nachzukommen; es hieße das ja nur — den literarischen Anstand verletzen und die Oeffentlichkeit beleidigen. Wir beschränken uns blotz darauf, den Abfassern und dem Einsender dieses elenden Machwerkes hiermit den richtigen Empfang desselben zu bescheinigen; keinesweges aber bilden die Herren sich ein, daß wir Vorhaben uns in einen Federkrieg oder sogar in ein Scharmützel mit ihnen einzulassen, eben so wenig, wie wir, — um nicht in die Gerechtsame jener Herren einzugreifen, von denen kürzlich einer Aehnlich s gegen unö, wenn auch vergeblich, versuchte — uns dazu entschließen können, eine Injurienklage gegen sie einzuleiten. Wir sind uns bewußt, stets mit ehrlichen Waffen gekämpft und in unsere Correspondenz über jüd.- rel. Zustände Westphalens nichts, als die reine, nackte Wahrheit gesagt zu haben. Man widerlege uns, wenn man kann, und wir sind gern bereit, Rede zu stehen. Aber auf Schmähungen, Verdächtigungen und widerliche Invectiven werden wir uns in Zukunft nicht mehr einlassen; einmal zurückgewiesen, dann aber um keinen Preis noch ein ferneres Wort darüber verlieren! Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. (Anm. der Red.: Derartige Schmähbriefe gereichen dem Empfänger nur zur Ehre; zugleich gewähren sie ihm die Befriedigung, zu erfahren, daß seine Worte getroffen haben und nicht ungehört verhallt sind. — ) Oestnreichischer Kaiscrstaat. Eisenfradi im rtt’it. Die ausführliche Schilderung. die in diesem vielgelesenen Blatte vor einigen Wochen ein hiesiger Correspondent über den Ab'chied u, sereS vielgeliebten Rabbiners Herrn Or. Hildesheimer, von dem Schar,ptkktze seiner 16jährigen Thätigkeit gab, läßt nichts zu ergänzen übrig. Der Ausdruck der Trostlosigkeit der Gemeinde ist auch leicht erklärlich. Es gibt aber auch noch so manch stummen Schmerz, der desio tiefer wurzelt, als er sich zu verbeigen sucht; denn Dr. H. bat während seines hiesigen AufenihalteS Verhältnisse gesckoff.n, deren ti fe Innerlichkeit selbst das schärfste Auge nickt herausfindet; diese sind aber nur dadurch wahrhafte "Qia m^n 'j’xtp ranx, wenn sie dem Auge der Oeffentlickkeit entzogen werden. Es ist daher leicht ersichtlich, daß fast Jedermann in unserer Gemeinde eine gewisse Leere fühlt, die auszufüllen nicht so leicht ist. Der Zweck diesir Zeilen sei daher nicht, die Leistungen dieses wahrhaft großen Mannes zu glorificiren, dessen Feuereifer für alles Edle, Große und Erhabene ins Helle Licht zu stellen, denn, was kein Geheimniß, ist eben durch die Großartigkeit in der Ausführung rühmlichst bekannt, und waö im Verborgenen geleistet, wollen wir im Sinne dieses Mannes, nicht an die große Glocke hängen. Die Situation in unserer Gemeinde ist jetzt wirklich eine unerquickliche, denn sowie es gewöhnlich der Fall ist, daß man sich so gern mit voller Zuversicht, mit einer gewissen Sicherheit und einem wohlthuenden Glückseligkeitsgrfühl an einen Mann lehnt, der ausgerüstet mit einer unübertrefflichen That- und Willenskraft die schönsten Tugenden in sich vereint und mit umsichtigem Blicke Alles leitet, so erging es unö; und jetzt sind wir unseres Stützpunktes beraubt und es enischlüpft so mancher Stoßseufzer unsrer Brust. Jedoch durch Klagen und Stöhnen, Wünschen und Hoffen drücken wir einem Manne von solchem Schlage nicht unsere Dankbarkeit aus; wir müssen vielmehr ihm ein bleibendes Denkmal errickten und Schreiber dieser Zeilen, Einer unter den Wenigen, die so glücklich sind, durch langjährigen Umgang diesen Mann und fein Wollen in vollstem Umfange zu erfassen, ist überzeugt, daß folgende Art die einzige Genugthuung und wahre Belohnung für deffen Streben und Wirken in allen Sphären unserer Gemeindeinstitution ist. Es ist unsere heiligste Pflicht, kein Mittel unbenutzt zu lassen, einen würdigen Rabbinen in kürzester Zeit zu berufen. ES ist dieses zwar nicht leicht, aber mit Gott wirdS gelingen. Die Gemeinde ist von echt jüdischem Geist durchdrungen, wie es auch nicht anders zu erwarten ist von einer r6*np, die so glücklich ist, seit ein und einem halben Jahrhundert die größten Koryphäen des

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