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Der Israelit · 1869-10-20 · Heft 42 (20.10.1869) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 42 (20.10.1869)
Date
1869-10-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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814 näher gebracht, als es ihn fand." Doch an solche Erscheinungen und Äußerungen sind wir gewöhnt, und müssen wir uns daher nur damit trösten, daß das immer hell-r tagende Sonnenlicht der unparteiischen und voruriheilsfreien Beurtheilung auch in dieser Beziehung den so lange Z'it streitig gemachten Vorrang des Iudenih >mö zur allgemeinen öffentlichen Anerkennung und Geltung bringen w rd, auf daß erfüllt werde die dem Daniel gegebene Verheißung (Dan. 8, i4) Bnp pnun „das Heilige wird gerechtfertigt werden!" Posen. vr. Aron Hirschfeld. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aus Weftphalen. Die geehrten Leser werden sich erinnern, daß wir in einer Anmerkung zu unserm in Nr. 33 dieser gesch. Blätter enthaltenen Artikel: „Aus Westphalen," von dem früheren Dortmunder Lebrer Löwenstein, jetzt in Bonn, unter Anderem bemerkten, daß derselbe in Gegenwart eineö mit uns befreundeten College» am h. ma d^-Abend Licht angezündet habe. In Folge dessen wurde von eiwähntem L. bei der Staatsanwaltschaft zu Iserlohn eine Anklage wegen Verläumdung gegen uns erhoben, die aber später wieder zurückgenommen, nach Andern — und das scheint uns das Richtige zu fein — vom H rrn StaatSanwalte fallen gelassen wurde, weil derselbe in dem in Rede stehenden Artikel keinen Grund zum Einschreiten gegm uns zu erblicken vermocht hätte. — Wir nehmen gern Act davon, wenn der Vorwurf der Unrcligiösität nicht gleichgiltig hingenommen wird und die Beschuldigung der Gesetzesübertretung nach schmerzt. Aus diesem Grunde und weil unser Freund, Lehrer Cohn aus Borken, der. wie wir hier nebenbei bemerken wollen mit dem -Lehrer L. auf der am ersten Tage wDD iw n"n zu Ruhrort abgehaltenen süd. Lchrerconfcrenz die in R de stejAtzde Angelegenheit besprochen hat, so sehr bei uns darum anhä'.t und um ferner jeden, selbst den geringsten Schein von Parteilichkeit und Ungerechtigkeit von uns fern zu halten, geben wir dem Berlangen des Lehrers Löwenstein nach und erklären hiermit, daß derselbe unserm Freunde C. auf sein Ehrenwort versichert, daß es ihm niemals eingefallen sei, so etwas vorsätzlich zu thun; ob er .-iggpD zu diesem Mißgriffe veranlaßt worden sei, könne er nicht behaupten, abrr auch nicht beschwören, daß eö nicht geschehen sei, zumal Lehrer O.g in I.n, der vor einigen Jahren an -heo on nwn als Gast bei ihm gewesen, es gesehen haben will. Auch wisse er sich nicht zu ennnern, daß es nuva vorgekommen sei. Oestrich, M. Rosenwald, Lehrer. Aus Weftpstalen^ Der Monat n&n, und mit ihm die vielen h. Feste des Herrn, ist n"a bei uns glücklich vorübergegangen. Beim Herannahen der letzten Feiertage in genanntem Monate, nämlich deS h. La lbhüttenfestes, denken wir jedes Jahr mit Webmuth und Schmerz an die guten alten, an diejenigen Zeiten zurück, wo es uns noch vergönnt war, Zeuge davon zu sein, wie fromme Jsrael-ten, die, wenn sie am h Versöhnungstage, der für den wahren und echten Israelit ein Tag des höheren Aufschwunges zu Gott, eine ununterbrochene Kette des Gottesdienstes ist, Abends aus der Synagoge nach Hause eilen, nichts Eiligeres zu thun haben, als zu zeigen, daß ihnen 0'D»ap c:vdn vsn über alles gehe und deßhalb, trotzdem sie den ganzen Tag gefastet, zu erfüllen suchen : yno wv' und hiedurch wiederum bekunden die Wahrheit des Ausspruches unserer Weisen psr D’pntf 'di nnuo onS und Vorbereitungen und Vorkehrungen für die zu Ehren des herannahenden Hüttenfestes zu erbauende roio trafen. So war es früher, in der Zeit, da man noch nicht daran dachte, gewöhnliche Gartenlauben oder Lusthäuschen mit einer pin 'S by eingericht.ten nj’O zu identificiren und, wie Geiger eS will, statt der D\ra njm« einen Feststrauß von Blumen in Vorschlag zu bringen. Wie hat sich aber alles dieses im Laufe der Zeiten geändert! Wie wenig denkt man an vielen Orten m der Jetztzeit daran, das göttliche Gebot: D'ö» nyD&y ideti dOidd zu erfüllen! Besonders können wir solches von den neologen Distrikten WestphalenS behaupten; bedürfte es noch eines Bewe'ses, wie sehr unsere früheren Berichte über den Verfall unserer h. Religion und der jüd. rel. Institutionen, die Ve nachlässigung der h. Gebote unserer narnpn ljvnin in erwähnten Bezirken den Stempel der Wahrheit an sich tragen, setzt man noch den geringsten Zweifel in unsere Wahrheitsliebe, so komme man einmal am Hüttenfeste hierher und man wird sich überzeugen, daß in vielen von 20 und mehren jüdischen Familien bewohnten Slädten — der kleineren Orten gar nicht einmal zu gedenken — oft keine einzige roiD anzutreffen und einem etwa hierher kommenden seiner väterlichen Religion treu anhangenden Fremden, dem hdid rvao kein p*i -vm ist, nicht einmal Gelegenheit geboten ist, rmip in der hdid sprechen zu können. Ja, noch mehr; sogar, in frommeren Gemeinden, wo man es mit dem 'gi odD Dnnp^i überhaupt mit D’J’O hjodm roso und anderen Ge- und Verboten oft sehr genau nimmt, wird, sei es aus Bequemlichkeit oder Gott weiß, aus welchen Gründen, das Gebot der nD*D ganz und gar vernachlässigt. Sag, lieber Leser, ist das nicht ein greller Widerspruch, die größte Inconsequenz? Dem sei übrigens, wie ihm wolle; genug wir haben auf den Uebelstand aufmerksam gemacht, und werden unS inniglich freuen, wenn unsere wohlgemeinten Worte

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