Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 42 (20.10.1869)
- Date
- 1869-10-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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o» die Pensions-Stiftung für Lehrer der israelitischen Frrischuji« Hier, Deo. M. 500 an die israelitische Gemeinde iy. Wau (Meyenburg), Beo. M. 500 an 20 arme Familien in Plan, Bco. M. 2000 zur Errichtung der städtischen Gasbeleuchtung in Plan, zusammen Bco. M. 217,125. Dcr übrige Inhalt des Testaments ist von keinem allgemeinen Interesse. O österreichisch er Kaiserstaat. Wien, 11. Oktober. Gestern fand im hiesigen israelitischen Taubstummen - Institute die Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestandes der Anstalt statt, und da auch der Director des Institutes, nunmehriger kaiserlicher Rath Deutsch , sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum feierte, so erhielt das Fest dadurch eine doppelte Bedeutung. Der Saal, in welchem die Feier abgehalten wurde, war mit Draperien, Wappen, Blumen und dem Bildnisse des Kaisers und mit jenen der beiden Gründer der Anstalt, Kvlisch und M. L. Kanitz, geschmückt. Auf einem auf der Balustrade stehenden Tische waren die Ehrengeschenke, bestehend aus einem silbernen Pocal, gespendet von ehemaligen Schülern des Herrn Deutsch, sowie aus einem von Taubstummen im Atelier des taubstummen Lederwaaren-Fabrikarcken I. Loew gefertigten Pracht-Album, gespendet vom Vorstände der Anstalt, ausgestellt. Außer vielen Verwandten und Freunden des Herrn Deutsch hatten sich im Saale Abgeordneter Kuranda, der Dichter Mosenthal, Statthalterei-Leiter v. Weber, Ritter v. Königswarter, Eduard Mautner u. s. w. eingefmcken. Die Feier wurde mit einem Choral eröffnet, worauf der Vorstand, Herr Hildburgshauser, den Jubilanten in längerer Rede im Namen des Instituts - VorstandeS begrüßte. Indem Redner einen Rückblick auf die geschichtliche Entwickelung der vor 25 Jahren gegründeten Anstalt machte, hob er die Verdienste Deutsches hervor, dessen Name unauslöschlich in den Geschichtstaseln dieses Hanfes eingegraben sein werde, denn er habe auS der bescheidenen Anstalt das gemacht, was sie jetzt ist, so daß sie sogar von Amerika beschickt wird. Redner beglückwünscht zum Schluffe den Jubilanten. Es ergreift nun Mvsenthal das Wort, um, wie er sagt, als Sendbote des Unterrichtsministerium» des Jubilar zu begrüßen und ihm das Diplom der dem Herrn Deutsch von Sr. Majestät dem Kaiser verliehenen Auszeichnung — derselbe wurde zum kaiserlichen Rath ernannt — zu überreichen. Redner sagt zum Schluffe, er schätze sich-glücklich, Bürger eines Staates zu sein, wo das wahre Verdienst in jeder Sphäre, in jeder Cosessivn aufgesunden und belohnt wird. Der Chor sang nun die Volkshymne, worauf derkaiserliche Rath Deutsch in längerer Rede seinem Dank Ausdruck gab. Nachdem ein Lehrer der Anstalt im Namen feiner Collegen den Jubilanten beglückwünscht hMte, ergriff Herr IaqmS Loew das Wort und legte in längerer Rede dar, wie er und viüe seiner Leidensgefährten es nur dem Jubilanten verdanken, daß sie einem für die Gesellschaft unbrauchbaren Zustande entriffey und dem Gemeinwesen als nützliche Mitglieder zugeführt wurden. Es sprachen noch ein taubstummer Knabe und ein taubstummes Mädchen, welches Letztere dem Jubilanten einen Blumenstrauß überreichte, worauf die schöne und erhabene Feier mit einem von einem taubstummen Knaben für den Kaiser gesprochenen Gebete beendet wurde. MitgethM wird uns noch, daß, angeregt durch die schönen Resultate der Feier, Herr Könkgswarter 86n. fünf, Köniaswarter jun. und Herr Max Schiff je Einen Freiplatz für arme Zöglinge gestiftet, wodurch der Fond des Instituts um 25000 fl. vermehrt wird. Wie«. Bekanntlich haben im Laufe dieses Sommers die Doktoren Matzel und Wölfler im Aufträge des Vorstandes der Wiener israelitischen Cultuögemeiude eine Reise behufs des Studiums von Spitälern unternommen. Von ihrer Reise zurückgekehrt, erstatteten die beiden Delegirten ein gründliches Elaborat, in. welchem sie einestheils die Resultate ihrer in 61 Krankenhäusern Deutschlands, Frankreichs, Englands und der Schweiz gesammelten Erfahrungen und Beobachtungen, andererseits einen detaillirten Wan und ein motivirtes Programm für das neu zu erbauende Spital vorlegten. Der sehr lichtvolle Bericht ist ander Feder des vr. Matzel geflossen. Derselbe spricht sich für das moderne, ebenso rationelle als bewährte Pavillon-System aus. Er proponirt, das neue Spital solle aus einem Administrationsgebäude und je zu einer Seite aus je einem Pavillon bestehen, der drei ühereinanderliegende Säle für je 20 Kranke enthalt. Jeder Pavillon soll überdies ein eigenes Stiegenhaus und seine KommunikationSthür in'S Freie besitzen. In der Beleuchtung der einzelnen obenangeführten Punkte finden wir, daß vr. Matzel bei der Beantwortung jeder einzelnen Frage, immer die reichen gesammelten Erfahrungen zur Seite, sich von strenger Wissenschaftlichkeit leiten läßt. Er spricht sich für das Pulsions- (B«ntilations-)System, für Luftheizung, Gasbeleuchtung, Dawpfküche rc. rc. aus. In jüngster Zeit wurde eine Commission gewählt, welche es übernahm, die Vorschläge und Pläne der Doktoren Matzel und Wölfler einer eingehenden Berathuug und Überprüfung zu unterziehen. An dieser Commssion nahmen u. A. die Prosefforrn Böhm, Hebra, Primar-Arzt vr. Herzfelder, dann die Architekten Flor und Hasenauer Theil. Die Commission nahm blos unbedeutende Verbesserungen vor, und änderte an dem ursprünglichen Plane nur Unwesentliches. Nachdem nun die Voreinleitungen zu Ende sind, ist alle Aussicht vorhanden, daß mit dem Baue bald werde begonnen werden. Wien wird alsbald wieder ein neuer, allerdings kleines Spital,