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Der Israelit · 1869-10-20 · Heft 42 (20.10.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 42 (20.10.1869)
Date
1869-10-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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AsitungSnachrrchten nnd Corneespow denzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 12. Oct. In der heutigen Stadtverordneten-Versammlung erstattete Herr t>r. Rumps den Commissionsbericht über die künftige Organisation des städtischen Schulwesens. Derselbe betonte, daß der Zweck des ausgearbeiteten Statuts nicht sei, den confessionellen Character der Schule zu ändern; wo die Confessionen Recht hätten, sollten sie es behalten DaS ganze Streben gehe darauf hinaus, der Commune eine Einwirkung bei den Beschlußfassungen in Schulangelegenheiten zu verschaffen. Der Antrag des Herrn Hadermann auf gleichmäßige Zuziehung eineö Rabbiners zur Schulbehörde wurde abgelehnt. Ulm, 2. Oct. In der gestern abgehaltenen Sitzung des hiesigen Kunst- und AlterthumSv:reinS Iheitte Herr Prof. Vr. Veesenmayer Folgendes mit: Am vorigen Dienstag wurde in seinem Beisein der Stein an der Taufthüre des Münsters (im Munde des Volks gewöhnlich Brautthüre genannt), welcher als Denkmal eingesetzt ist, herausgmommen und es zeigte sich, daß dieser Swin auf der Rückseite eine hebräische Inschrift enthielt. Die Schrift, die nur am oberen Rande abgestoßen und schaohaft, im Uebrigen trefflich erhalten ist, lautet auf Deutsch: „Dieser Grabstein steht zu Häupteu des Rabbi Mosche (Mosts), Sohnes des Rabbi Eleasar, der dahingeschieden ist am ersten Tage im Monat Kislef 102 der minderen Zeitrechnung. Es ruhe seine Seele tm Garten Eden mit den Gerechten in Ewigkeit. Amen. Amen. Amen. Sela." Das hier erwähnte Jahr ist das Jahr 1341, sieben Jahre vor der großen Judenverfolgung in Ulm, denn im Jahre 1348 wurde, was nicht durch Flucht sich rettete, getödtet. Die Grabsteine der Jaden scheint man spater zu Bausteinen verwendet zu haben. (U. Schn.) — (Andere solche Steine, welche am Ulmer Münster gefunden wurden, sind früher von Herrn Oberstudienrath Häßler beschrieben worden. Sie stammen theils aus dem 13., theils aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Bei den häufig vorkommenden Judenverfolgungen wurden in der Regel auch die Judenkirchhöfe demolirt, die Grabsteine herauSgeriffen und zu christlichen Bauwerken verwendet.) Laupherm. im Oct. Der hiesige Ort wurde am 14. August vom König von Württeckberg zur „ Stadtgemeinde" erhoben. Der Stadtrath beschloß aus Anlaß dieser Ernennung eine öffentliche Feierlichkeit zu veranstalten, an der sich alle Einwohner ohne Unterschied der Consession betheiligen sollen. Der Beschluß wurde von allen Seiten mit Freuden ausgenommen und die größten Vorbereitungen wurden zu dem Festtag, zu welchem der achte September bestimmt wurde, getroffen. Gewiß wäre von Seiten der christlichen Bevölkerung aus Rücksicht für die Israeliten ein anderer Tag — am 8. September war dieses Jahr der Fasttag .i'b-ia — zu dieser Festlichkeit bestimmt worden, wenn die hiesigen Israeliten sich veranlaßt gefunden hätten, darauf aufmerksam zu machen. — An dem Festzuge hat sich die isr. Schuljugend mit ihren Lehrern, die Kirchenvorsteher, der isr. Gesangverein betheiligt. An den Fasttag wurde nicht gedacht, die meisten Israeliten thaten sich an den verschiedenen Sorten Bier, die auf dem Festplatze verzapft wurden, recht gütlich. — Die Reformsucht in hiesiger isr. Gemeinde ist im Zunehmen begriffen; so wurde den verflossenen noD Weibersang eingeführt. — Kauenburg. Die Landschaft Lauenburg ist bis jetzt noch nicht mit Preußen einverleibt und ist ein Besitzthum der Krone Preußens; daher auch die preußischen Gesetze daselbst keine Geltung haben, außer wenn sie durch Verordnung vom Könige eingeführt werden. Eine solche Verordnung erließ der König am 6. August, nach welcher vom 16. desselben Monats der sogenannte Judeneid aufgehoben ist. Hamburg. Das Testament des Herrn Adolph Alexander ernennt dessen Sohn und deffen Tochter zu Universalerben, und zu Testamentsexecutoren die Herren Albert B. Alexander, S. Horschitz und Siegmund Meyer. Laut Bestimmungen des Testators und feiner Executoren werden folgende Legate und Geschenke vertheilt: Bco. M. 165,000 an Entferntere Verwandte, Bco. M. 13,500 an Hausgenosten und Dienerschaft, Bco. M. 17,625 au das hiesige Geschäftspersonal Bco. M. 1000 an das hiesige israelitische Waisenhaus, Bco. M. 1009 an die Armenanstalt der israelitischen Gemeinde hier, Bco. M 1000 an das hiesige israelitsche Krankenhaus, Bco M. 1000 an die israelische Freischule hier, Bco. M. 1000 an die israelitische Mädchenschule von 1798 hier, Bco. M. 1010 an die israelitische Vorschuß-Anstalt hier, Bco. M. 500 an den israelitischen Verein für Krankenpflege, Bco M. 2000 an den neuen israelitischen Tempel- Verein, Bco. M. 1000 an die hiesige 2. wohlthätige Vorschuß-Anstalt, Bco. M. 1000 an die hiesige städtische Gemälde-Gallerte, Bco. M. 500 an die hiesige Mädchenschule der israelischen Gemeinde, Bco. M. 1000 an ba§ Paulsen - Stift hier, Bco. M. 1000 an den Frauen-Verein zur Unterstützung der Armenpflege hier, Bco. M. 500 an die Blinden-Anstalt von 1830 hier, Bco. M. 500 an das Pestalozzi-Stift hier, Bco. M. 500 an die Talmud-Thora-Schule hier, Bco. M. 500 an den Miethe-Hilfs-Vereiu hier. Bco. 500 an die Taubstummen-Anftalt hier, Bco. M/500 an den weiblichen Krankenverein von 1K49 hier, Bco. M. 2000

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