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Der Israelit · 1869-10-13 · Heft 41 (13.10.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 41 (13.10.1869)
Date
1869-10-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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791 natDnnb H’ „mein Händewerk mir zum Ruhm," denn er hat durch dies Gebäude sich ein ehrendes Denkmal gesetzt, und so lange ein Stein auf dem andern sein wird, wird der Name des Erbauers mit Ruhm und Ehre gedacht werden. Das ist es, was der Prophet Jesajas Kap. 56. V. 5. so schön sagt: orr? virui D'Jio D Dan i' wotdi ’rvm „ich verleihe ihnen durch mein Haus und durch meine Mauern einen Ruf und Namen besser denn Söhne.- Denn ob Söhne den Ellern Ehre machen, ist noch fraglich, daß man sich aber durch ein solches Werk einen dauernden Namen erwirbt, wenn man selbst nicht mehr ist, ist über allem Zweifel erhaben. So möge denn die Handlungsweise deö Hrn. Cohn und dessen Opferbereitwilligkeit allgemeine Nachahmung finden, möge es ihm noch lange vergönnt sein, sich des schönen Werkes zu freuen und möge er noch dereinst die Enkel ins führen Q’pDiy D’J3 ’J3 man1? ron dz? mso3i mira Älrran-rr von Humboldt und die Librl. Der große Naturforscher, der Aristoteles de« 19. Jahrhunderts, dessen hundertjähriges Jubiläum vor Kurzem gefeiert worden ist, der genrale Alexander von Humboldt gehörte nicht zu denjenigen Naturforschern, die wie Laplace z. B. „den ganzen Himmel durchforschten, ohne Gott gefunden zu haben," noch auch zu der Schule eines Karl Vogt, Büchner, Moleschott und Darvin, deren wissenschaftliches Streben — im Großen und Ganzen — darauf gerichtet ist, in der Natur, die der ewige Gott n"3 geschaffen, den Schöpfer zu verdrängen und durch allerlei gelehrt sein sollende sopbistische Rabulistereien den Beweis zu führen, daß Gott eigentlich nur ein Hrrngespinnst, eine fixe Idee einzelner verschrobener Köpfe und einzig und allem die Natur, die Welt, das Universum, der Kosmos — und wie alle diese Abstracta, denen nichts Conkretes zu Grunde liegt, noch sonst heißen mögen — das Ewig-Seiende, Ewige und Unendliche wäre!!! Welch' entsetzliche Blasphemie und welch' bodenloser — Unsinn verbirgt sich hinter diesen mit kolossaler Frechheit auspoiaunten Theorien!! Das gottlose Princip deö alten Heidenthums, wogegen unsere genialen, vom Hauche deö Allmächtigen tief ergriffenen Propheten ihre prachtvollsten Reden und Drohungen geschleudert, wird heute, nach drei tausend Jahren, von den falschen Propheten der Naturwissenschaften mit einer Arroganz verkündet, um die sie mancher moderne Reformradbiner beneiden dürfte! Was der Jeschajah, „der Adler mit dem Sonnenblick," gegen diese verlogenen Baatt Pfaffen eines gottlosen Heidenthums verkündet, hat noch heute seine vollgiltige Beweiskraft: ^-urv nar u ssnn ,y |PJn “ifrfErpn yy & ntrc C'V3 rana rn c:bt H'jro i£’;a ^y n*ran Rühmt sich wo bl die Axt gegen den, der damit bauet, oder brüstet sich die Säge gegen den, der sie führt? als schwänge die Ruihe den, der sie emporbebt, als böbe der Stock — den Mann? lZesajah, Kap. 10, Vers 15) Und ober drein welch' impertinenter Sprache bediincn sich liefe Gottesläslcrer in Bezug aut die Bibel, das heilige GottcSwort!! mit welchem Hohne und dem unreinen Sud ihres ohnmächtigen Geifers überschütten sie die N a tur an s ch au ung en der heiligen Schriften!! Wie lrehen und wenden sie diese Sätze, Worte und Buchstaben unserer heiligen Thora, um sie auözulegcn, oder richtiger ausgedrückt, ihr Unsinn unterzulegen!! Wie himmelhrch erhebt sich die riesige Gestalt des grrßen Alexander v. Humboldt über diese Pygmäen! Er betrachtete die Wissenschaft — um mit Baco zu reden — nicht als einen Thurm, von dem man hochmüthkg herabschauen oder eine Burg,, worin man streiten kann, oder eine Werkstatt und Bude, worin man handwerkt, verkauft, schachert und sein Geschäft dabei macht. Nein! sie war ihm die reiche Schatzkammer, das große Rüsthaus Gottes zu Seiner Ehre und der Menschen Wohlfahrt. Wie A. v. Humboldt über die h. Schrift und deren Naturanschauung dachte, ersehen wir aus dem zweiten Theile des „Kosmos",*) und ich hoffe den geehrten Lesern des „Israelit" durch Reproducirung der diesbezüglichen Humboldt'schen Ansichten ein nicht ganz unwillkommenes Geschenk bereiten zu können. Bei der Betrachtung dessen, was in der Lebendigkeit des Naturgksühls und der Form seiner Aeußerungen von der Verschiedenheit der Racen, von dem eigenthümlichen Einflüsse der Gestaltung des Bodens, von der Staatsverfaffung und der religiösen Stimmung abzuhangen scheint, wirst Alexander v. Humboldt einen Blick auf dir Völker Asiens, welche mit den aramäischen und indogermanischen Stämmen, den Indern und Persern, am meisten contrastiren. Dir semitischen oder aramäischen Nationen zeigen uns in den ältesten und ehrwürdigsten Denkmälern ihrer dichterischen Gemüthsart und schaffenden Phantasie Beweise eines tiefen Naturgefühls. Der Ausdruck desselben offenbart sich großartig und belebend itt Tempel- und Chorgesängen, in dem Glanz der lyrischen Poesie unter David, in der Seher- und Prophetenschule, deren hohen Begeisterung, der Vergangenheit fast entfremdet, ahnungsvoll auf die Zukunft gerichtet ist. Die hebräische Dichtungsweise —- sagt Hum- *) 2 B. S. ^6 ff. Bergl. auch meinen Aufsatz: »Die Verdienste Herders um die Juden und die jüd. Wissenschaft" tm dritten Quartalhest des „Jeschurun" von diesem Jahre S. 2AV.

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