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Der Israelit · 1869-10-13 · Heft 41 (13.10.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 41 (13.10.1869)
Date
1869-10-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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790 jedoch außer den 10 Rabbinen und den Ihrigen nur die nächsten Familienmitglieder des BaronetS anwohnten. Sir MoseS selbst hielt die Festrede. Da er aber seiner verewigten Gattin gedachte, so mnßre er mitten darin abbrechen; er konnte vor Rührung nicht weiter sprechen; nach ihm hielt vr. Löwy eine ergreifende Ansprache. An jedem Sabbat und an jedem Festtage wird im Beth Hamidrasch von einem der 10 Rabbinen ein Chilluk vorgetragen. So weit unser Berichterstatter über das Montestore'sche Beth Hamidrasch „Ohel Moscheh Wejehudith" (nach dem Namen des Stifters und dem seiner Gattin). Die in diesem Lehrhause installirten Rabbinen können den edlen Greis nicht genug rühmen, wie er so liebevoll und zuvorkommend gegen sie ist und wie er die Talmide Chachrmim ehrt. Möge es dem berühmten Philanthropen noch eine lange Reihe von Jahren vergönnt sein, sich seines Beth Hamidrasch zu freuen, und möge das neubegründete Lehrhaus eine Stätte sein, in welcher das Thorastudium zu einer gedeihlichen Entwicklung gelange. — Das zweite der obenerwähnten Lehrhäuser wurde in Schönlanke begründet; wir erhalten darüber die hier folgende Correspondenz: Schönlanke, den 30. Sept. (Verspätet). Es ist Ihnen, hochgeehrter Herr Redakteur, seiner Zeit über die Grundsteinlegung eines neuen referirt worden; heute bin ich so glücklich. Ihnen mittheilen zu können, daß — D^un ioio pj< nis nnn der Stein, über den die .tjox Mop gespöttelt, ob daraus wohl ein Haus entstehen würde, durch die Bemühung eines einzigen , allerdings für alles Gemeinnützige warm sich interessirenden und für daS Judentynm begeisterten Mannes *um stattlichen Gebäude herangewachsen ist, das am 26 Elul am 2. September e. eingeweiht und seiner hohen Bestimmung übergeben wurde. Die vier zur Feier anwesenden Rabbinen baben stch mit schwungreicher, begeisternder, Rede über Zweck und Nutzen der Anstalt ouSgeiproä en. Die Abschiedsrede des Hrn. Rabbiner Dr. Poper aus Czarnikau machte einen um so tieferen Eindruck auf die Zuhörer, als Dnm 2d!? J'djdj at>n \o Redner selbst tief ergriffen war, weil ihn theuere Erinnerungen an diese Statte fesselten. Bekanntlich war sein Schwiegervater, der weit: hin bekannte, als Capacnät auf dem Gebiet des Talmuds berühmte, wie als Mensch hochgeachtete, uneigennützige, wohlthätige, gefällige "V'd"d pjon yptc^a 2') http circa 30 Jahre Rabbiner in hiesiger Gemeinde. Hr. Rabbiner Brann and Schneidemühl hielt die Eröffnungsrede, resp. die Rede in Bezug auf die Eröffnung. Er hob hervor, wie passend es sei, daß die eigentliche Oeffnung des ■hlDTfa durch einen höhern königlichen Beamten, durch den Landrath des Kreises, geschehen sei, darauf hindeuttnd, daß die Könige von Preußen von jeher jede freiere Forschung nicht nur nicht gehemmt, sondern noch unterstützt haben. Die eigentliche Fest- und Weiherede wie das Festgebet hielt der Ortsrabbiner Hr. Salomon Wäldlcr. Dieser empfahl in eindringlicher, frommer Weise die Anstalt seiner Gemeinde, besonders der jüngeren Generation zur häufigen Benutzung, auf daß sich hier das Wort des Propheten 'gii Kap. 2. V. 9. p-tnxn ntn rvnn -022 rrrp p»inn jd bewähre. Wahrlich, es ist hier während des Baues vielfach die Frage ventilirt worden, ob ein neues in der Jetztzeit am hiesigen Ort nöthig sei oder nicht? Nach meinem Dafürhalten sind solche Anstalten in der Jetztzeit nöthiger als je; denn ehemals ließ man sich beim Ausüben religiöser Observanzen von Hindernissen nicht zurückichreck n, denn man kannte die Forderungen der Bequemlichkeit nicht, die man heute ans Leben stellt, während man heute Alles beauem und mundrecht haben will, sonst läßt man es lieber sein. Nirgends ist eine solche Anstalt mehr Bedürfnis als hier, wo die Synagoge während des Winters außer zu minn nxnp geschlossen ist, da ist es nothwendig, daß wenigstens ein Ort vorhanden sei, wo man ^2L2 nbsn verrichten kann. Einen würdigen Abschluß gab dem Ganzen die Rede de- Rabbiners Hrn Or. Freymann aus Filehne, der in beredten Worten eine Geschichte der D'amo Vü gab, indem er die Worte: tu td M rv»n nn*t pyo \n« »man rvn m zum Text brauchte. Ein Festesten, woran sich die Spitzen der Kreis- und Stadtbeh^rde, der jüdischen Corporation, viele fremde Gäste und die Bereinsmitglieder betheiligten, schloß die erhebende, seltene Feier des schönen Tages, dessen Palme einzig und allein dem Erbauer des "a"n"2, dem Schulvorsteher Hrn. I. S- Cohn gebührt. Dieser edle, für alles Gute und Schöne begeisterte Mann, der kein Opfer scheut, das Judenthum zu fördern, hat den Bau des "o"n"2 projektirt, hat den Platz auf seinen Namen gekauft, hat milde Spenden gerammelt und das noch Fehlende aus eigenen Mitteln vorgeschosten. Er hat den Bau dieses Hauses mit Hintenansetzung seiner vielfachen Geschäfte geleitet und das Innere desselben mit seiner schönen Handschrift geziert und mit den Handarbeiten seiner Töchter geschmückt. So verstand dieser Ehrenmann in seiner Familie das Interesse für das "O".T2 zu beleben; nur der für alles Gemeinnützige abgestorbenen Mumie, der hiesigen Gem inde, vermochte er nicht Leben und Interesse einzuhanchen, denn die Betheiligung bei den Spenden war, mit Ausnahme zweier Nicht Vereins- Mitglieder , seldst bei den Vereinsmitgliedern sehr schwach, fast null. So konnte denn Hr. I. S. Cohn am Tage der Einweihung mit Stolz aus das von ihm geschaffene Werk sehen rmo mit Recht ausrufen: ntsrya

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