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Der Israelit · 1869-10-06 · Heft 40 (6.10.1869) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 40 (6.10.1869)
Date
1869-10-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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778 ir * ' ■; l: i- 6 nia'po n loron „Unter diesem Siegelringe hat die Thamar nichts als die Herrschaft gemeint!" — So hat auch der egyptische König Pharao dem Joseph, als er ihn zum Mitregenten annahm, als Zeichen seiner königlichen Würde ihm feierlich seinen eigenen Ring übergeben, den er sich selbst vom Finger abgezogen hatte (1. Mos. 4 t, 42) — Als ferner die Herrschaft vom Reiche Juda genommen werden sollte, ließ Gott durch den Propheten Jeremias (22, 24) dem König Jojachiu, der bekanntlich (nach 2Köng. 24, 8) noch vor der Auflösung des Staates in die babylonische Gefangenschaft gezogen war, sagen: „So wahr ich lebe, spricht Gott, wenn auch Jechonja, der Sohn des Jojakins, der Ring an meiner rechten Hand wäre, so würde ich doch ihn von dort entfernen." Mit andern Worten, wenn deine Herrschaft bei mir noch so fest begründet wäre, so soll sie dir dennoch genommen und deinen Feinden übergeben werden. Doch sobald Israel nach seiner Jahrtausende langen Zeit der Diaspora wieder zur frühern Herrschaft zurückkehren soll, bricht das hohe Lied, das die Wiedergeburt Israels in seinem letzten Abschnitte in so unzweideutigen Worten besingt, in die Worte (Hoh. Lied 8,6) PtNt oniro p? bv omna ,.O, mache mich doch endlich schon zu deinem Siegelring auf deinem Herzen, zum Siegelring auf deinem Arme" damit die Herrschaft mir nie mehr entrissen werden könne. — Endlich tritt auch der Ring in dem Buche Esther, dem allerletzten sder Hagiographen als Sinnbild der königlichen Macht auf. Denn als '>aman, der judenseindliche Minister des Königs Ahasverus, an die Spitze der Staatsgeschäfte gestellt worden ist, überreicht dieser seinem Liebling (3, 10) seinen vom Finger gezogenen Ring. Doch später, als er wieder in Ungnade gekommen war, so wurde dieser Ring ihm wieder abgenommen und dem an seiner Statt erhobenen Mvrdechai (8, 2) übergeben. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamburg, den 26. Sept. Moses Haarbleicher, langjähriger Secretär der hiesigen jüd schen Gemeinde, starb gestern. Er war sowohl wegen seiner ausgezeichneten geistigen Begabung, als seines ehrenwerthen Charakters in weitesten Kreisen hoch geschätzt und die Gemeinde verliert an ihm einen erfahrenen, höchst zuverlässigen Beamten, der nicht so leicht zu ersetzen sein dürfte. Hamburg, 28. Sept. Herr Adolph Alexander, einer unserer bedeutendsten Manufakturwaarenhändler, ist gest rn M ttag gestorben. Erst vor Kurzem feierte er seinen 70. Geburtstag; er kränkelte seit jenem Tage. DaS Vermögen, welches er hinterläßt, ist ein sehr bedeutendes. Ja früheren Jahren war er Comm's, spater Asftciö des Herrn Saalseld, der hier zuerst englische Tülle einführte und damit ein bedeutendes Geschäft mabte. Der Verstorbene war während dreier Jahre Mitglied u'serer Bürgerschaft und längere Jahre Mitglied des Vorsteher-Collegiums der hiesigen deutschiftaelittschen Gemeinde. Würzburg, 8. T'schrk 5630 Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß auch in hiesiger Stadt noch Manches zu ges beben sei für Thorastudium und namentlich für die Herbeiziehnng der heranreifenden Jugend zu einem auf religiöser Bildung beruhenden religiösen Leben, haben die Herren M. Unna, L. Stern, Jacob Bamberger, F. Spiegel und Maier S. E. Oppenheimer die Bildung eines Vereins „noK 'an«* man „Freunde der Wahrheit" unternommen, der nach § 1 seiner vorläufigen Satzungen sich den Zweck vorsetzt: 1) durch religiöS-w'ssenschaftliä'e Vorträge besonders bei der heranreifenden Jugend den religiösen Sinn zu wecken und religiöse Bildung zu fördern; 2) die religiös - wissenschaftliche Fortbildung derjenigen VeremSmitglieder, welche in der lüdischen Literatur bereits eine größere Reife erlangt haben, durch gemeinschaftliches Studium, besonders des Talmuds, in drei wöchentlichen Zusammenkünften zu erstreben. Oesterreichischer Kaiserstaat. □ Die „Presse" meldet, daß Professor Ludwig Mauthner, zum Professor der Augenheilkunde an der neu geschaffenen medizinischen Fakultät der Innsbrucker Universität, ernannt worden. Mauthner, vielleicht der jüngste aller medizinischen Professoren — er zählt erst 29 Jahre, — ist der erste Jude, welcher eine ordentliche Professur an einer öfterr. Unirersität erlangt hat. (Anm der Red.: DaS ist nicht richtig; wir nennen nur Herrn Professor Wessely in Prag, der seit langer Zeit ordentlcher Professor ist.) Miskolcz. Im hiesigen israelit schen Krankenhause starb am 5. S>pt. eine 105 Jahre alte Frau; dieselbe hatte erst vor 3 Jahren eine Lungenentzündung glücklich überstanden, und tummelte sich in der Stadt ganz rüstig herum bis zu ihrem letzten Krankenlager. Aus Galaniha. Dem „P. N." schreibt man: Ein jüdischer Seifensieder wollte ans der Eisenbahn angelanzte Soda in den Ort transportiren lassen, konnte aber die im Wirthe Hause befindlichen Fuhrleute nicht da;u bewegen. Endlich fand er jedoch selbst Mittel und Wege, die Waare herein;uführen. Als die! Fuhrleute das in Erfahrung brachten, wollten sie

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