Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 40 (6.10.1869)
- Date
- 1869-10-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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X. Jahrgang. ten ar. ren ot- .s; ng die ng Zu- )en im »eS in use Leher >as er esals rßche sen >as lir- >n- )0N ehr lsch mit )as ren me, var nne and oaß wie mit achteln als nnt ,ten;ren dem »Ml Beilage zn Rr. Leitender Artikel. Die jüdische Che nach biblischen und talmudilchen Grundsätzen. Von Dr. Aron Hirschfeld. (Fortsetzung.) Als letzter Grad der Steigerung gilt nun das fälschlich versckrieene nr?rr N^tcr „daß du mich nickt zur Frau hast werden kessen." Deßbakb zeigt gerade diese Gebetösormel durch ihre Stellung deutlich an, daß die Frau im Geaentheil keine Sclavin sei. Demnach wäre die Stufenfolge dieser drei logisch an einandergereihtkn Gebetösormeln folgende: Ich danke dir, Herr, daß du mich nicht zum Heiden, der noch in solch tiefer Gesnnkenheit und geistiger Entartung lebt, erschaffen hast. Ich danke dir aber auch, daß du mich nicht zum Sclaven, der zwar, wie ich, ein Israelit zu sein das Glück hat, aber durch seine knechtische, von dem Willen seines Herrn abhängige Stillung so viele Einbuße in der freien Ausübung seiner Religion zu erleiden genöthigt ist, hervorgerufen. Ich danke dir aber auch endlich, daß du mich nicht zur Frau, die zwar keine Heidin ist und keine knechtische Unterwürfigkeit kennt, sondern eine Israelitin, und frei wie ich zu sein so glücklich ist, aber durch ihren körperlichen Zustand, der sie nothgedrungen von so mancher Religionsübung frei spricht, inS Dasein gesetzt hat. Darum zeigt gerade diese letzte GebetSformel hin, daß die Frau ebenso frei und gleichgestellt wie der Mann sein muß und die gemachte Anschuldigung dient selbst zur Argumentirung des in Rede stehenden Gegenstandes, oder mit andern Worten "vo'to nscyi -wap der Ankläger muß selbst der Vertheidiger werden. Btvor wir jedoch diesen Gegenstand, den wir hoffen, allseitig hiermit ei örtert und erledigt zu haben, zum vollkommenen Abschlüsse bringen, sei es uns noch gestattet, auch die Trauungsgebräuche und die dabei zu beobachtenden Ceremonien, die seit undenklichen Zeiten eingeführt sind, noch einer Erwägung zu unterjiehen, um auch aus diesen einige Momente zur Belästigung unseres zu erörternden Themas hervoruheben. Was den Trauhimmel, der über das Brautpaar lu dessen ewiger Verbindung ausgespannt wird, berifft, so gibt dieser ihre vollkommene Gleichheit zu ^kennen. Denn beide stehen unter demselben gleichmäßig nebeneinander, und zwar muß die Braut, der 40 des Israelit Vorschrift gemäß, zur Rechten des Bräutigams sich befinden. Indem der Trauhimmel das eheliche Zelt, die Häuslichkeit versinnbildlicht, soll durch das Aufgestelltwerden der Braut zur Rechten des Bräutigamangezeigt werden, daß ihr im Hauswesen die erste Stelle gebührt, daß sie nun gleichsam die Herrscherin des Hauses wird. Ueber beiden wölbt sich ein und dasselbe Dach, das sie zu einer Person, zu einem Wesen, ohne Prärogative jetzt bilden soll. Denn wenn auch das Weib durch den Genuß der im Paradiese verbotenen Frucht mit der Worten Gottes bestraft worden *p bwö' wm „und er, der Mann wird über dich herrschen", so geht aus dem ganzen Zusammenhang hervor, daß die hier als Strafe angedrohte Herrschaft des Mannes über die Frau keineswegs auf ihre häusliche oder sociale Stellung, sondern auf nichtweiter, als auf ihr eheliches Derhättniß, als Mann und Frau zu einander, zu beziehen sei. Warum haben unsere Weiien jedem Bräutigam zur Pflicht gemacht, gerade vermittelst eines Ringeö seine Braut sich zur Gattin anzutrauen, ist ja, dem Gesetze nach jede Sache von nur einigem Geldeswerth Qvt? p.üne) geeignet, als Trauungsodject zu gelten? Da mit dem Momente, in welchem der Mann in den Ehestand tritt, für ihn ein ganz anderes Leben beginnt, indem er anfängt, ein Haus sich zu begründen, eine selbständige Familie zu bilden; so wird er recht eigentlich erst in das öffentliche Leben eingeweiht; er wird daher selbständiger, und die Gesellschaft hat dann an ihn höhere Forderungen zu stellen. Er wird dadurch so zu sagen ein König seines Hauses, Fürst seiner Umgebung. Nicht mit Unrecht sagen daher unsere Weisen (P. R. Elies Cap. 16) non jnnn „Der Bräutigam am Hochzeitstage gleicht einem Könige." Welche Bedeutung hat aber der Ring in der Bibel? Er ist überall das Emblem ler Herrschaft, und als solches kommt er vom erst, n bis zum letzten Buche dcS Kanons vor. Doch zuerst wird seiner gleich in den ersten Anfängen der sich nach und nach zu einem Volke erweiternden Familie Jakobe, und zwar bei dessen vorzüglichem Sohn Iehuda Erwähnung gethan, als seine verwittwete Schwiegertochter Thamar seine eigene Ehe, indem sein jüngster Sohn ihr verweigert wurde, verlangte. Denn diese stellte als Bedingung ihrer Gefügigkeit in erster Reihe seinen Ring ("pnin) zum Unterpfands. Hiemit hat sie ihm aber stillschweigend zu erkennen geben wollen, daß sie nicht anderes beanspruche, als seine Gattin zu werden, die die Herrschaft seines Hauses gleichmäßig mit ihm theilen kann. Darauf deuten gewiß aber auch des Midrasch (Bres. R. Cap. 85) Worte in Bezug auf diese Stelle: