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Der Israelit · 1869-10-06 · Heft 40 (6.10.1869) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 40 (6.10.1869)
Date
1869-10-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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775 den, so daß er rüstig und gesund heute früh als beinahe der erste daS Gotteshaus besuchte und zudem nach Beendigung des Gottesdienstes die Wünsche des aus Zephat zur Realisirung eines edlen Zweckes abgesandten Herrn Rabbiners Abraham Ber entgegennahm. Obbenannter Herr reist nämlich, um es zu ermöglichen, daß in Zephat, an der Stätte, wo so Viele unserer Herren g wirkt, ein Hospital gegründet werde. Der Zustand unserer Brüder dasilbst. die der Pflege der heiligen Thora sich hingeben, ist ein bedauernswerther; den Kranken fehlt es bis setzt an jedem Mittel, die Krankheit wieder zu beseitigen. Es läßt sich denken, daß Sir Moses dieses schone Vorhaben nach Möglichkeit unterstützen und befördern werde: doch es wäre zu wünschen, wenn Sir Moses Nachahmung fände! Möge der würdige Abgesandte, der gelehrte Herr Rabbiner Abraham Ber an allen Orten gute Ausnahme finden, möge er sich überzeugen, daß es in Israel nicht an Männern fehlt, die Mitgefühl für das Leiden ihrer Brüder haben und Opferwilligkeit besitzen, um Trübsal und Schmerz von ihren Mitmenschen abzuwenden! Nächstens werde ich Ihnen üb:r das von Sir Moses creirte Beth Hamidrasch berichten. Für heute sage ich Ihnen blos, daß an die Spitze dieser Anstalt der allgemein rühmlichst bekannte Herr Dr. Löwe gestellt worden. Möge der allgütigr dem schönen Werke des edlen Gründers Seinen Segen verleihen. Kauders. Oxford. Die Universität Oxford hat einen großen Theil der Handschriften des verstorbenen Luzato in Padua angetanst. Dublin. Ein Correfpondeat gibt uns ausführlichen Bericht über die Einweihung eines Hauses des Herrn G. L. Dutsch, eines der geachtest n Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde. Derselbe batte die ganze Gemeinde, Reiche wie Arme, zu dies r Festlichkeit eingeladen. Nach den religiösen Vorrägen gab er den Anwesenden einen Bericht über seine Erlebnisse und zeigte, wie er durch Thatkrast und Ehrlichkeit mit der Hilfe Gottes zu Wohlstand gelangt ist. Ein großes Banket beschloß diese erhebende Feier. (Jew. Rec.) Türkei. Canada. Der Oberrabbiner von Ccmada wurde im Laufe dieses Jahres vom Sultan mit zwei Orden decorirt. Amerika. New-Nork. Herr Moritz Bradt, einer der ältesten und geachtesten Bürger, bei vielen unserer Glaubensgenoflen bekannt als der Gründer des Begräbmßplatzes für jüdische Soldaten in Chattanoga, hat jüngst zwei Waisenknaben aus Texas adoptirt. Der Vater der beiden Knaben war am gelben Fieber gestorben, seine Wittwe in trauriger Lage hinterlassend. Dies kam zur Kenntniß des Herrn Bradt.' Er ließ die Frau und ihre Kinder zu sich kommen. Mit der Bewilligung der Mutter, welche einer andern Confession angehört, ließ er die Knaben beschneiden. Der eine Knabe ist sechs, der andere acht Jahre alt. (H. O.) Feuil leton. Graf oder Jude? li. Raphael -et Monte. Raphael del Monte, so hieß der Jüngling, den wir beim Beginn unserer Erzählung kennen lernten, war der Sohn portugiesischer Juden, die in Hamburg gewohnt hatten. Früh verwaist, war er von einem Onkel, seinem einzigen Verwandten — er hatte weder Bruder noch Schwester — in einer Weise erzogen worden, die ihn von Juden und Judenthum kaum mehr als den Namen kennen lehrte. Raphael war ein sehr fähiger Knabe. Reich und unabhängig, widmete er sicr-, als er heranwuchs, dem Studium der Naturwissenschaften, ohne die Absicht zu haben, sich für irgend einen Erwerb vorzubereiten. Nachdem er die Universität verlassen, begab er sich auf Reisen und nahm in Wien, wo er den ersten Häusern der dortigen Aristokratie empfohlen war, einen längern Aufenthalt. Da schon sein Name del Monte (vom Berge) ein adeliges Gepräge trug und da man in Wien mit den Prädikaten des Adels überhaupt sehr freigebig ist, so galt er überall für einen italienischen oder spanischen Baron. In den vornehmen Kreisen, in welchen er sich bewegte, hatte er die junge Baronin Agnes von Hohenstein kennen gelernt und liebgewonnen. Schon galten die Beiden als ein zukünftiges Paar, schon hatten die Eltern die Einwilligung gegeben, da erfuhr Agnes durch einen Zufall, daß Raphael Jude sei. Mit Abscheu wandte sie sich von ihm ab und verbot ihm, ihr wieder zu nahen. Vergebens erklärte del Monte sich bereit, zum Christenthume überzutreten; der Abscheu der jungen Baronin galt nicht der Religion, sondern dem verachteten Stamme der Juden. Verzweiflung im Herzen hatte Raphael Wien verlassen und' war nach Prag gereift. Dort war es, wo wir ihn kennen lernten, wo durch eine glückliche

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