Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 40 (6.10.1869)
- Date
- 1869-10-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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774 Holland. Amsterdam. Zum zweiten Lieutenant der Infanterie-Legion im nieder!. Ostindien wurde der Kadett H. Bendien (Israelit) ernannt. Amsterdam. In dem Budget für 1870 der Stadt Amsterdam sind 5400 fl. für die isr. Cultusgemeinde in Amsterdam und 43000 fl. für den gestammten isr. Cultus Hollands verzeichnet. ... .. (N. I. W.) Amsterdam. Nach einer vom Minister des Innern jüngst veröffentlichten vergleichenden Statistik der Einwohner Hollands, war die jüdische Bevölkerung im Nov. 1829 46408, im Nov. 1639 52246. im Nov. 4849 58626 und im Nov. 1859 63427 Seelen. Daraus ist zu ersehen, daß obgleich unsere Glaubensgenossen zahlreich nach Nordamerika und England ausgewandert sind, die jüdische Bevölkerung doch stets im Hunehmen begriffen war. (N. I. W.) Amsterdam. Unser Glaubensgenosse, Herr E. de Veries, Chirurg, hat vom Directvr der Gesellschaft zur Rettung von Ertrinkenden, die goldne Medaille erhalten, weil er in der Nacht vom 9. März einen Ertrunkenen zum Bewußtsein gebracht hat. (N. I. W.) Frankreich. Pari-. Zu den Ernennungen als Ritter der Ehrenlegion haben wir noch hinzuzufügen die Herren: Nathan Leon Ullmann, Lieutenant, Louis Schwab, Kapitän, Joseph Michel, August Cain, Graveur. (Univ. Isr.) Paris. Die erste Subscriptionsliste für die in Jaffa zu gründende Ackerbauschule weist eine Summe von 35038 Fr. auf. (Univ. Isr.) Pari-. Fräulein Babette Blumenthal, Schwester des rühmlichst bekannten Joseph Blumenthal, starb vor Kurzem in Bonn, wohin sie sich zur Kräftigung ^ihrer Gesundheit begeben hatte. Fräulein Blumenthal war sehr wohlthätig und religiös; niemals wollte sie ihren Bruder verlassen und unterstützte und ermuthigte ihn stets in seinen wohlthätigen Unternehmungen für Jerusalem. n"ayW'n Paris. Bei der Berichterstattung über den Gottesdienst während der hohen Feiertagen in Paris schreibt der „ Univ. Isr." unter Anderm: Der Tempel in der Straße Lamartine war sehr stark besucht; ein Israelit war sogar noch während des Gottesdienstes gekommen, um einen Platz in demselben zu miethen und eine Dame war sogar per Droschke angelangt. Welch ein frommer Eifer! — Strastbrrrg Eine »lebhafte Discussion hat sich in dem in Mühlhausen erscheinenden »Inäustriellv alsacien“ in Betreff der jüdischen Gemeinde in Gebwiller entspennen. Diese aus 400 Mitgliedern bestehende Gemeinde hat nach einer königlichen Ordonnanz vom 6. August 1831 das Recht, einen vom Staate besoldeten Rabbiner anzustellen. Das Consistorium vcn Colmar wollte gegenwärtig zur Wiederbesetzung der Stelle schreiten und der Präfect überwies die rache zunächst dem Gemeinderath zu G. Dieser hat nun mit neun gegen acht Stimmen erklärt, daß er sich der Besetzung des Rabbinats widersetze. Wir wissen nich», fügt der „Univ. Isr." hinzu, die Motive ter Majorität des Gemeinderaths in seinem wenig toleranten, wenig aufgeklärten, den Gesetzen zuwiderlaufenden Br tum. Jedenfalls hat seine Opposition nicht große Wichtigkeit. Die Gemeindebehörden werden in dieser Sache berathem, nicht über den Grund der F>age, sondern weil bei der Besetzung des Rabb'inals den Gemeindenbehörden es obliegt, eine Wehr ur.gsentsä ädigung zu leisten, sobald die jüd. Gemeinte keine Ralbinatswohnung besitzt, und wenn die Gemeindebehörden aus schlechtem Willen oder aus Intoleranz es verweigern, hat die höhere Behörde das Recht und die Pflicht, die entsprechende Summe officiel ins Gemeindebudget aufnehmen zu lasten. Uno so wird auch Gebwiller einen Rabbiner erhallen. Metz. Der in Boulay gewöhnlich am 6. Sept. siattsindknde Mai kt war in diesem Jahre aus Anordnung des Präsccten auf den 30. August verlegt worden, und zwar aus Berücksichtigung für die Israeliten, deren Neujahrs,est am 6. Sept. war. Großbritannien. London. In dem „Hand in Hand-Asyl" dabier, vcrsab während des Neuj^hrfestes ein 93jähriger Mann die Crebe des Boriängers. Der ehrwürdige Greis ist in Vellen, Besihe seiner Sinne. Ramsgate, 11. Tischri. Sir Moses Montestore, der hock berühmte Greis von 85 Jahren, hat den gestrigen heil gen BersehnungStage unausgesetzt in der hiesigen Synagoge tu immerwährender Andacht }"UD?i ns.’rro verbracht. Sein schönes Beispiel blieb nicht ohne Wirkung bei all n Besuchern des Gotteshauses, das von ihm allein mit großem Aufwande erhalten wird. Einsender ist erst seit 3 Wochen hier, ist demnach als Deutscher dem portugisischen Ritus, der in der hiesigen Synagoge eingeführt ist, fremd, doch ich brauchte nur auf jenen Mann zu sehen, um mich mit dem fremdartigen zu befreunden und da eine Herzenserbauung, wie ich sie nur wünschen konnte, zu finden. Ich komme, Ihnen auch mitzutheilen, daß der edle Sir D.o>es die Kasteiungen des gestrigen Tages, Gott sei Dank, ohne nachiheiligen Folgen überftan-