Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1869)
- Date
- 1869-09-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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?S4 Mrige Mische Frau, begleitet von ihrem Enkel, der selbst Großvater ist, die hier gegenwärtige eröffnte Ausstellung besucht hat. Sie inspicirte eine Nähmaschine und fädelte eine Nadel ein und dies ohne Hilfe einer Brille. Donaufürstenthümer. Rumänien. Das Bukarester Amtsblatt enthält, wie der „Presse" unterm 29. August geschrieben wird, eine Verordnung vom Minister Cogolnitscheano an den Präfekten des Distrikts Belgrad, welche darthut, in welcher Weise der rumänische Minister die Zudenfrage in Rumänien erledigen möchte, obgleich derselbe immer nur von Vagabunden, niemals von Juden spricht. „Das Land" — sagt Cogolnitscheano — „ist in den letzten Jahren von einer Unzahl von Vagabunden überschwemmt worden, welche — da sie in den Städten keinen Platz mehr finden — auch schon das flache Land und insbesondere die Dörfer der Moldau als eine wirkliche Geißel heimsuchen. Dieses Uebel, dieses Unglück für unsere rumänischen Einwohner nimmt von Tag zu Tag zu. Es ist demnach eine heilige Pflicht der Verwaltung, diesem Uebel energisch entgegenzntreteu. Keine Macht der Welt kann Rumänien zwingen, entlaufenen oder aus benachbarten Staaten verjagten Vagabunden eine Zufluchtsstätte zu geben; es hat somit der Staat das Recht, jene Individuen aus seiner Milte zu entfernen, die weder in derselben geboren wurden, noch irgend eine Garantie bieten, daß fie arbeitsame und taugliche Kräfte der Gesellschaft sind. Allein hier stellt sich uns eine Schwierigkeit entgegen. Die benachbarten Staaten weigern sich nämlich in vielen Fällen, ihre verjagten Vagabunden wieder zurückzunehmen. Wir müssen daher ein Mittel finden, diesem Uebel abzuhelfen. Ein solches Mittel wäre, meiner Ansicht nach, die Errichtung von Arbeiter-Colonien. An den Mündungen der Donau und an den Gestaden des Schwarzen Meeres besitzen wir einen ansehnlichen Ländercomplrx von fruchtbarem Boden, aber unbewohnt; dorthin könnten wir jene große Zahl von Vagabunden schicken, welche uns jetzt plagen und unsere Bevölkerung demoralisiren. Dort könnten diese Vagabunden durch ihrer Hände Arbeit sich und ihre Familien redlich ernähren; sollten sie sich aber weigern, dem Pfluge ihre Nahrung abzugewinnen, das heißt zu arbeiten, dann könnten sie natürlich kein Mitleid mehr beanspruchen, weder hier, noch anderswo. Dies, Herr Präfekt, ist natürlich nur meine persönliche Ansicht. Um dieselbe zur Durchführung zu bringen, bedarf es begreiflicherweise uoch der Aeußerung der öffentlichen Meinung; alsdann muß sie der Regierung Md schließlich den gesetzgebenden Körper? zur Beschlußfassung unterbreitet werden.. Um jedoch dies Letztere thun zu können, bedarf ich einiger speeieller, lokaler Studien. Deß? halb ersuche ich Sie, Herr Präfekt, sich sofort nach den oben erwähnten Staatsgütern zu begeben und persönlich zwei bis drei Punkte auszuwahlen, wo ma» solche Vagabunden-Colonien errichten könnte; jedoch wollen Sie berücksichtigen, daß jede dieser Colonier. so ausgedehnt sein muß, um mindestens 500 Individuen aufnehmen zu können. Ihrem diessällrgen Bericht entgegensehend rc. gez. Cogolnitscheano." Frankreich. ßj-ariS. Aus dem Bulletin der All. Isr. entnehmen wir weiter das Nachstehende: Zwei Schüler aus der Schule zu Tetuan wurden in die Vorbereitungsschule in Paris ausgenommen. In einer der Sitzungen wurde von einem Mitglied« darauf aufmerksam gemacht, daß die Falaschas nur wenige und unvollständige Bibeln besitzen, worauf das Comite die Summe von 200 Fr. zu diesem Zwecke zu verausgaben beschloß. Einige an das Comite gerichtete Briefe machen auf einen in der „Revue des Deux-Mondes“ in der Nr. vom 1. Juni erschienenen Artikel, welcher die Juden in vielen Stellen hart, besonders des Lugs und Trugbeschuldigt, aufmerksam. Es wird vorgeschlagen, die Statistik der Gefängnisse zu prüfen nnd das Resultat zu veröffentlichen, wodurch dann die Nichtigkeit der Beschuldigungen am deutlichsten zu erkennen wären. Herr Rabbiner Bamberger von Würzburg verspricht seine Mitwirkung zu der zu errichtenden Ackerbauschule zu Jaffa unter der Bedingung, daß an der Anstalt eine bewährte Persönlichkeit angestellt werde, die die religiöse Erziehung der Zöglinge zu überwachen habe. Die Alliance antwortete darauf, daß bis jetzt hierüber kein Beschluß kann gefaßt werden, aber daß Alles, was in Jaffa geschehen werde, ganz gemäß den Vorschriften der isr. Religion sein wird. Von einem auswärtigen Mitglied wird Herr Hirsch Kalischer^ Rabbiner zu Thorn, für diesen Posten vorgeschlagen; die All. wird s. Z. den Vorschlag in Betracht ziehen. Paris. Die „^Hianoe isr." hat ihr Bulletin vom ersten Semester 1859 veröffentlicht. Vorerst theilen wir aus demselben Folgendes mit: Sechs Sitzungen haben während dieses Semesters stattgefunden; einer derselben wohnte der französische Consul zu Mogador (Afrika) bei. 1440 neue Mitglieder traten der Gesellschaft bei. Das Centralcomit« hat sich hauptsächlich mit den im Orient und in Marocco gegründeten Schulen