Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 37-38 (16.9.1869)
- Date
- 1869-09-16
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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746 vielmehr „„auch Malkhizedek, König Salem« -röchle entgegen Brod und Wein u. s.Der Derf. führt hier drei Verse (Gen. 14, 18. 19. 20.) in dentscher Uebersetzung an, von „auch Malkhizedek" bis „Zehntm von Allem". Der Anfang der Uebersetzung aber ist schon eine Unwahrheit, wie wir deren nicht wenige in diesem Werke begegnen, denn das Wort „auch" findet sich nicht im Text vor, sondern ist erdacht, und so unscheinbar dieses Wort erscheint, so schwer fällt eS ins Gewicht. Der Leser, welcher die Uebersetzung liest, wird nämlich aus den irrigen Gedanken geleitet, daß der König von Sodom schon vorher Wein und Brod gebracht habe, und Malkhizedek habe dann später desgleichen gethan; in dieser Fassung mit dem an die Spitze gestelltem „auch" bekommt dieser Vers das Ansehen ritte« Zusatzes au« späterer Zeit, und das ist, was G. gewollt hat. Dieser kleine Zusatz gibt uns den klarsten Beweis, wie sehr Recht R. Jehuda hat, wenn er sagt : „Jeder Uebersetzer, welcher in der Uebersetzung ein Wort zusetzt, schmäht und lästert." (Kidduschin 82.) Hält man dieser Uebersetzung aber den Text gegenüber, so wird man finden, daß erzählt wird, Malkhizedek, welcher Brod und Wein herausgebracht hatte (ttmi) nicht „brachte entgegen" — sei bereits schon dagewesen, als der König von Sodom dem Abraham entgegenging. G. fährt dann weiter fort: „Also Salem schon in der Urzeit Sitz eines Priesters, welcher den erhabenen Gott, den Besitzer Himmels und Erden, d. h. des Alls, bekennt rc. er segnete Abraham und ihm wird der Zehnte gegeben". (S. 75.) In der Anmerkung verweist er auf die Ungereimtheiten (i’t>an), die er bereits <£>. 33 vorgebracht hat, fügt auch noch die großartige Entdeckung, daß im Morgengebete das Wort mip auf Gott bezogen sich vorfinde, hinzu! Wir haben aber bereits oben schon das Nichtige seiner Beweisführungen, die drei genannten Verse in eine spätere Zeit zu versetzen, nachgewiesen rc. wie auch das Thörichte die Zeit der Abfassung des pajtamschen TheilS der Segenssprüche mit der Zeit der Rückkehr aus dem babylonischen Exil zu verbinden, während doch diese beiden Zeitpunkte einige hundert Jahre auseinander liegen. Doch gehen wir ein wenig genauer auf die Untersuchungen des Vers, ein, so werden wir finden, mit welch' einer erstaunlichen Leichtsinnigkeit Herr G. gearbeitet hat. Die angef. drei Verse von Abraham und Malkhizedek sollen von den Zadokiten nach über tausend Jahren zur Verherrlichung ihres Priesterthums ' und ihrer Herrschaft eingeschoben sein! In diesem Sinne bemerkt auch der Vers., daß die talmudische Tradition und sämmtliche spätere Erklärer die Worte! Q1?® «a’i nicht übersetzen wollten „Jakob kam i nach Salem," sondern „Jakob kam friedlich, vollkom-! men," weil ste die damalige Existenz von Salem — trotz dem Zusatze bei Abraham — in Zweifel ziehen mochten." (S. 77.) Bemerken wir aber wohl, daß G. nur diese drei Verse für einen Zusatz hält, und daß er nur diese drei uns in seiner eigenartigen Uebersetzung vorgesührt hat. Ausdrücklich bemerkt er ja auch, daß diese drei Verse, „die so seltsam den Zusammenhang stören, schon Samuel ben Meir auffallend waren, dessen Lösung aber „natürlich" nicht befriedigend sein könne. In der Anmerkung citirt er alsdann den Commentar mim nruo, welcher die Bemerkung RafchbamS anführt: DDN® DHD ÜÜV p3 7U p’DBH *pt> fta« n®« pn nyto ->D«® dhd nma« 3’®n .p-js bvo -an «in o Ma«® ii> no« b6i onytn Diese drei Verse hielt G. also für einen Zusatz, weil sie „den Zusammenhang stören;" was jedoch Raschbam nicht genügend zu erklären vermochte, — unser Kritiker mit seinem Scharfblick und seinem durchdringenden Geiste hat das Richtige gefunden! Es ist aber auch schon oben bemerkt worden, daß der Verfasser in dem Ausdrucke ppy '« und p«i cd® mp das Argument für ein späteres Einschiebsel erkennt, denn sollen ja diese Ausdrücke erst zur Zeit der Rückkehr aus dem Exil, in der Zeit der Abfassung der Apokryphen und der pajtamschen Theile des Gübetegang und gäbe geworden sein. Was wird aber Herr G. antworten, wenn wir ihm einen Vers zeigen, der nicht den Zusammenhang der Unterredung Abrahammit dem Kling von Sodom unterbricht, nämlich zwei Verse weiter, V. 22, in welchem Abraham auf das Anerbieten das erbeutete Gut zu behalten, antwortet: jn«i CD® mp ii'-y « 'n a« n* ’ruoin! Nun hier finden sich ja die Worte die im V. 18, 19 G. auch als Argument für rin späteres Einschiebsel dienen, und hier im V. 22, wie steht es denn nun. mit diesem? Da finden wir nun ja in Abraham- Mund schon jene dem Verfasser der Urschrift so verdächtigen Worte, oder ist vielleicht der ganze Abschnitt rin späteres Machwerk der fälschenden Zadokiten? Es ist mir kein Zweifel, daß dem Vers., dessen Art und Weise Kritik zu üben, ich wohl durschaue, der angef. Vers entgangen ist, es waren ihm nur diese drei Verse, die von Malkhizedek sprechen, anstößig, wie er es bei den Kritikern Vater und Hitzig gefunden, die — weder Rabbiner noch Thoralehrer — auch diese Verse als spätere Einschiebsel erklären, aber nicht durch Zadokitische Einflüsse und auch nicht durch absichtliche Fälschung entstanden. Jedenfalls sind aber diese Herren bessere Kritiker als der Herr Vers., der rabbanitische Rabbiner (’jmn am), hier jedoch haben sie einen falschen Weg eingeschlagen, -er Vers, aber schrieb ihnen nach und fügte noch seine Phantasiegebilde hinzu, wie es ihm für seine Zadokiten-Theorie paffend schien. Die Ausdrücke: cd® mip p-.L 'a-D