Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 37-38 (16.9.1869)
- Date
- 1869-09-16
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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744 mehren älteren Institutionen verlieh, gewonnen sei, so können auch „die Einwirkungen dieser Periode auf die ihr vorliegenden Schriftwerke sicherer" angegeben werden. Jetzt, lieber Leser, der du die Wahrheit liebst und die Wahrheit erkennen willst, richte ein prüfendes Auge auf die Forschungen des Verf. der „Urschrift", damit du erkennest die „heilige Scheu" und den „tiefen Einblick" jenes gar zu vorschnellen und übereilten Autors! Sieh' wie jener Herr, der auch zugleich Rabbiner ist," die Grundvesten unserer heiligen Religion zu erschüttern trachtet! Diese Thora! ist sie noch vor uns in ihrer Reinheit und Heiligkeit, wie sie der Gottesdiener Moscheh niedergeschrieben, oder ist uns, Gott bewahre! von ihr nichts mehr übrig geblieben, als ein entstelltes und gefälschtes Buch, entweiht durch die Lügenbrut der Zadokiten zur Zeit des zweiten Tempels!? Doch wir erleben eine solche Entweihung in unseren Tagen, denn jener Kritiker entstellt das Schriftwort noch heute, streicht und fügt hinzu, wie es ihm beliebt!" — Gehen wir seinen Forschungen nach, und sehen wir, welche Resultate er gewonnen hat. III. S a i e ro. (Seite 109 — 113.) Der Verfasser beginnt seine Untersuchung mit Trefflichem und dem Besten, was es gibt: ubw und nbw, wenn nur wirklich Friede und Vollkommenheit in seinem Werke zu finden wäre, wenn nicht hinter diesem Dito der schwarze Verrath lauern würde. Der Verfasser sagt nämlich: „Vor Allem lag es im Drange der damaligen Zeit, Jerusalem oder Salam, wie man es damals nannte — wahrscheinlich um es als „„vollkommene"" Stadt zu bezeichnen — und den darin herrschenden Makhizedek, „„der König der Gerechtigkeit"" oder den Kohen leel eljon, „ „den Priester dem erhabenen Gotte"" als von Urzeit her geweiht darzustellen. Scbon in den Zeiten Abrahams sollte es der Sitz eines solchen Priesterthums sein." (S- 74 s.) In diesen wenigen Zeilen sind jedoch drei Unwahrheiten. Erstens ist "es nicht wahr, daß man Jerusalem Salem genannt hat, auch nicht der leiseste Scheinbeweis läßt sich dafür aufsinden, im Gegentheil nur der Name Jeruschalajim war bekannt, wie es aus den Schriften jener Zeit hervorgeht. In den Büchern der Chronik finden wir oft den Namen Jeruschalajim, so z. B. in dem Befehl des Koresch, den Tempel in „Jeruschalajim" wieder zu erbauen (II, 36, 23.), wie! auch in Esra, Nechmia und Secharia, in Daniel (5. 2.), j in den beiden Büchern der Makkabäer; überall lesen; wir Jeruschalajim und nicht -in Mal Salem. Ferner in den Pirke Aboth (l, 8.) „Jose Sohn des Jochanan aus Jeruschalajim." So lesen wir auch im Talm. jur. Chagiga II, 5.: „Die Männer von J erjuschalajim wollen den Jehuda ben Tabai zum Fürsten einfetzen, worauf dieser nach Alexandrien ging, darauf sendeten die Männer von Jeruschalajim ein Schreiben nach Alexanderien mit den Eingangsworten: Von dem großen Jeruschalajim nach dem kleinen Alexandrien." Ferner bezeugen alle dieMünzen, welche wir aus jener Zeit haben, daß man nur den Namen Jeruschalajim gekannt hat, denn Nachmamdes und de Rosst haben einen Schekel gesehen, der die Inschrift „Jeruschalajim" trug. (Vergl. Meor Enajim §. 56. *). JosephuS (Ant. I. 40.) merkt an, daß das in Genesis vorkommende Salem, in welchem Malki Zedek regierte, die Stadt ist, die man später Jeruschalajim nannte; wenn—man nun nach dem Exil diesen Namen in Salem umwandelte, warum berichtet er nichts darüber? oder sollte er nichts davon erfahren haben? Zweitens: es findet sich bei keinem Autor jener Zeit ein „Malkhizedek" und auch nicht die leiseste Andeutung auf einen solchen, außer was der Vers, selbst erfunden, daß das Epitheton des Simeon, Zaddik, Fürst bedeute und seine neue Uebersetzung des non p'is als „gnädiger Fürst". Es bleibt also noch das sich in Ps. 110, 4. findende pirr irrn to was aber, wie wirl schon dargethan haben, bedeutet: „Nach der Weise jenes alten Malkhizedek", wie es die alten und neuen Erklärer auffassen, nicht aber, wie G. fälschlicher Weise übersetzt: „Du mein gerechter Fürst". Es ist vielmehr gerade umgekehrt erwiesen, daß der Verfasser dieses Psalmes den Malkhizedek in die schon länast vergangene Zeit stellt 2). Drittens: Was den Ausdruck Kohen leel eljon betrifft, so ist keine Spur vorhanden, daß die Hohenpriester bis auf Jochanan, von dem es der Talmud berichtet, sich diesen Titel beigelegt hätten. Wir haben bereits erörtert b), daß Jochanan allein es ein Mal gewagt hat, sich Kohen leel eljon zu nennen, nicht aber irgend einer der andern Priester von der Rückkehr auS dem Exil an bis zu dessen Zeit. Herr G. gibt sich oder alle erdenkliche Mühe, diesen Titel schon bei den aus dem Exil Zurückkehrenden existiren zu lasten, um nur eine Fälschung im Pentateuch zu finden und zu consiatiren. Als Abraham die Könige bekämpft, fährt G. S. 75. fort, und Lot befreit hatte, da genügte es nickt, daß der König des sündigen Sodom ihm dankend ent- 1) Vergl. auch Levi, Gesch. d. jüd Münzen N. N. 26. 29 u. a. 2) S. R's. ausführliche Erklärung in seinem vorliegenden Werke S. 12. 3) S. das. S. 28.