Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 37-38 (16.9.1869)
- Date
- 1869-09-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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726 es demnach wohl einsehen müssen, daß nicht unser Geschrei, sondern Ihre Worte pure Faselei sind, und damit Gott befohlen; Ein Mitglied des Comits für die glaubenstreuen Mitglieder der hiesigen Gemeinde. geitungSnachrichte« und Gorrespondenzen. Deutschland. Gnttentag, im Ellul. In einer Zeit, in welcher so viele Elemente und Verhältnisse leider dahin wirken, daß das reine, wahrhaft religiöse Wissen theils beseitigt, theils aber ganz in den Hintergrund gedrängt werde; gereicht es Denjenigen, die nur mit Betrübniß solche Erscheinungen beobachten, zur wahren Befriedigung, wenn sich helle Lichtblicke, besonders dort zeigen, wo obige Elemente stark vertreten sind.- Nach den vorliegenden Cevsuren deS Gymnasiums zu Beuthen (O.-S.) scheint dort endlich der Rubrik „Religion" darin Gerechtigkeit zu werden, daß dieser Gegenstand nicht mehr wie bisher, gestrichen, sondern — nachdem der jüdische Schüler durch eine Censur von dem jüdischen Religionslehrer sich legitimirt — auch cenfirt wird. — Ob man diesem billigen Ansprüche auch anderswo gerecht wird, oder dies nur ein Act der Courtoisie des Lehrercollegiums dem Rabbiner Dr. Rosenthal gegenüber sei, ist Res z. Z. noch unbekannt. — Jedenfalls dürfte dies Verfahren denjenigen Elter», welchen die heil. Religion am Herzen liegt, umsomehr Befriedigung gewähren, als es bei dem bisherigen Verfahren meist in dem Belieben der Schüler lag, den Religionsunterricht zu besuchen. — Bei Herrn Rabb. vr. Rosenthal scheint der Grundsatz nvjnan «tot “ipy annon at» volle Wirkung zu haben. — Er laßt es bei seinen geist- und gehaltvollen Predigten allein nicht bewenden; sonder» schon in der kurzen Zeit seiner Wirksamkeit verdanken mehrere wohlthatige Vereine seiner Begeisterung für wahre Religiosität ihre Entstehung. — Unter diesen wollen wir nur den einen, des mm -nadn-Verein hervorheben. — Nicht nur , daß das gegründete W2 «man allen glaubenstreuen, wissensdurstigen Talmudifte» stets offen ist, kommt es auch den Auswärtigen in mancher Hinsicht dadurch zu Gute, daß die jüdischen Gymnasiasten viermal wöchentlich freien Unterricht in cnx '”n aroiri rc. rc. erhalten. ES ist dies für die Jugend eine wahre Wohlthat. Denn das dürftige religiöse Wissen, welches die Kinder heutzutage in der Regel aus der Schule mitnehmen *) geht, *) Hierin schließen wir uns Ihrem tüchtigen Correspondenwen» sie diese verlassen. sehr häufig fast verloren, ganz und gar aber, wen» sie dem Kreise selbst frommer Elter» entrückt sind. — Nicht allein erhält solch ein wohlthätiger Verein die noch Unmündigen mit dem bisher Gelernten ContinnitLt; sondern «hält auch das Bewußtsein der Verpflichtung derselben zur Ausübung, der bisher beobachteten religiösen Vorschriften, wach. — Wir fühlen uns daher, den Schöpfern und Leitern dieses Vereins, besonders dem Herrn vr. Rosenthal und Herrn Pinczower in Beuthen (O.-S.) zu tiefstem Dank verpflichtet. — Der Lohn aber dafür, daß sie bestrebt sind »vi’TKnto mm zu sein, wird ihnen Der gewahren, zu dessen Ehre ihr mühevolles Wirken ist. — Sander. Aus Westphalen. Allerdings ist es wahr, daß das Thema der vor Kurzem zu Leipzig abgehaltenen Synode schon so ziemlich erschöpft ist und hieße es den Bestrebungen derselben eine zu große Wichtigkeit und Bedeutung — die ste doch sicher nicht hat, — beilegen, wollten Sie, hochgeschätzter Herr Redakteur! die von den verschiedenartigsten Seiten gegen dieselbe einlaufende Polenük der Oeffentlichkeit übergeben; eben so wahr ist eS auch, daß Sie durch die stete Wiederholung des in Rede stehenden Gegenstandes Ihre Leser zu ermüden befürchten müßten. Dennoch werden Sie mir — ich hoffe es wenigstens — die Erlaubniß nicht versagen, noch einmal darauf zurückzukommen; und wenn auch dieser Bericht weiter nichts bezweckt, als zu zeigen, wie richtig und wahr unsere in unfern früheren Berichte» über gedachte Versammlung ausgestellten Behauptungen und Voraussetzungen waren, daß ste nämlich dem Judenthume nicht schaden könnten» indem die Gesetzestreuen von den Beschlüssen derselben keine Notiz nehmen uub die Neologen ohnehin thun und lasten, was ihnen gefällt — an» — ohne daß es ihnen von Philippson und Consorten erlaubt wird, so ist unsere Absicht erreicht. Daß dem in Wirklichkeit so ist, geht schon daraus hervor, daß — die Rabbiner abgerechnet, — im Ganzen nur etwa 50 Gemeinden bei der Versammlung vertreten und uuter den Abgeordneten noch viele ohne Mandat erschienen waren, die also gar nicht als Vertreter ihrer refp. Gemeinden angesehen werden könnten. Ja, noch mehr; selbst von den wenigen westphälischen Gemeinden in den beiden Regierungsbezirken Arnsberg und Minden — aus dem R.-B. Münster, wo, wie wir hier beiläufig bemerken wollen, die Mehrzahl der jüdischen Gemeinden religiös sind, war auch nicht eine einzige Gemeinde vertreten — die die Beschickung der im und unser« Lollegen aus Oestrich in seinem letzten Referat über Schute und Lehrrr vollständig an. Das dort Gesagte paßt auch ganz für hier.