Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 37-38 (16.9.1869)
- Date
- 1869-09-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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T33 reichen Israeliten in H., an die sie sich auch gewandt hatten, erhielten sie folgende Antwort: „Wir VMweigern Ihnen jede Unterstützung für Ihre Synagoge unsere Prinzipien sind dagegen : Wir haben keine' Synagoge nöthig, wir gehen fast nie hinein." Der „Oournvr du Bas-Rhin“ vom 28. Juli enthält folgenden Artikel datirt von hlerk^viUer: Herr Bloquo aus Paris, welcher schon seit mehreren Jahren viel Gutes zur Hebung des öffentlichen Unterrichts in einigen Gemeinden unseres Cantons -ethan, hat jüngst weitere Beweise seiner Generosität geliefert. Nachdem er im verflossenen Jahre den Gemeinden Niederbronn, Reich-Hoffen und Mertzviller populäre Bibliotheken geschenkt, hat er nunmehr auch eine Solche in Gundershoffen, durch eine einmalige Sendung von 200 Bänden gestiftet. Außerdem hat er für die hiesige Schule zwei jährliche Preise für die besten Schüler der drei Confesstonen gestiftet. Den vergangenen Sonntag hat er Darlehen von je 100 Fr. an 25 junge Mädchen der Gemeinde vertheilt. Ehre dem edelmüthigen Manne, welcher von seinem Vermögen eine so nützliche Anwendung zu machen versteht. F e » L 1 I t t o tt. Are Brieftasche, v. Die Spazierfahrt nach Versailles. Die drei Monate waren zu Ende. Alfred war aus dem Geschäfte des Mi*. Bernaud ausgetreten und hatte eine andere Stelle nicht erlangen können; er hatte notgedrungen den Borsatz gefaßt, für seine geringen Ersparnisse Maaren einzukaufen und mit diesen in der Stadt zu hausiren. ES war daS eine traurige schäftigung für einen gebildeten jungen Mann; allein Alfred war entschlossen, lieber die geringsten Arbeiten zu verrichten, als das Gesetz Gottes zu verletzen, als den Sabbat zu entweihen. Als er sich von Herrn Bernaud verabschiedet hatte und in seiner Wohnung ankam, fand er das folgende Billetchen vor: „Mein lieber, junger Freund!" „Verzeihen Sie, daß ich Sie noch nicht besucht habe. Ihre sechs Treppen sind einem alten Mann, wie ich bin, zu beschwerlich. Kommen Sie freundlichst morgen früh 10 Uhr zu mir ins Grand hötel, au Premier, Zimmer-Nummer J7. Paris, 17. Juli 1865. Ihr Freund Wolf Petit.« Alfred war im höchsten Grgde zxstaunt. Der alte Freund seines Vaters, tzem er einest Frank Mschenkt hatte, wohnte im nobelsten Gasthof von Par», im ersten Styck! " ';! ' Pünktlich fand er sich ein. Welche Veränderung war mit dem, Mst Manne vorgegangen! Aus einem Bettler war ein Fürst geworden. Herr Petit empfing Alfred aufs freundlichste. „Sie sind über die mit mir vorgegangene Veränderung erstaunt"? fragte er. „Erinnern Sie Sich, daß ich Ihnen an jenem Atzend sagte, mein Geschick habe schon oft gewechselt upd könne sich bald wieder zum Bessern wenden? So ist es geschehen; Sie selbst haben es veranlaßt; denn die Wurst, hie ich M M Ihr Geld kaufte, war in eig ZeitMLstzlatt gewickelt. In diesem fand ich eine Anyone?, weches mich auf die Spur meines Bruders fsthrje; ich hieß nämlich in Amerika Bouohvxat." „ „Francois Boucherat unterbrach ihn Alfred. „Wie, Sie wissen?" „„Es war die Annonce des Herrn Rossignol!"" „Sie kennen Herrn Rowignol?" »„Sehr, gut."" „Er ist ein ehrlicher Mann; er hat mir das Vermögen meines Bruders zurückgegeben sammt den dazugeschlagenen Zinsen. — Nun aber, junger Freund, erzählen' Sie mir von sich, von der Heimath, von Ihrer Mutter — sie lebt doch noch?" Alfred erzählte, und Wolf Petit hörte ihm mit großem Interesse zu; Alfred verhehlte seinem Zuhörer auch nicht, daß er die Tochter Rossignol'S gern sehe, daß er aber gerade jetzt hoffnungÄM denn je sei. „Seien Sie außer Sorge, mein junger Freund," sagte Wolf, als Alfred geendet hatte, „das wird sich noch Alles machen. Sehen Sie, ich bin dem Vater Rofsignol noch eine Belohnung schuldig für den großen, mir erwiesenen Dienst. Vielleicht kann ich dem Sohne meines Freundes Benjamin und ihm zugleich dienen, zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Was ist heute, Donnerstag? Ich bin heute beschäftigt. Aber Sonntag, da bin ich frei, da fahren wir zusammen nach Versailles, Sie und ich und Vater Rosstgnol und Fräulein Melanie — sind Sie 's zufrieden? „„Gern!"" „Nun, die Andern werden auch einwilligen. Also Sonntag früh 10 Uhr, da finden Sie Sich hier wieder ein; dann holen wir zusammen die Familie Rossignol ab. Aber vergessen Sie nicht, daß ich dort Mr. Boucherat heiße!" Am darauf folgenden Sonntag fuhren unsere vier Bekannte zusammen nach dem cbemin de fer de l’ouest, um von da sich nach Versailles zu begeben. Fräulein Melanie hatte einen verschließbaren Korb -I i