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Der Israelit · 1869-09-16 · Heft 37-38 (16.9.1869) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 37-38 (16.9.1869)
Date
1869-09-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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7*8 qwi.^p nt.O, möchte diese edle Gesinnung doch bei aLrey ÄSraenten herrschen, besonders aber bet denen, die durch ihre geistige oder materielle Kraft besonders hervorragen; dann würde es mit dem JudenthWne und seinen Institutionen weit besser stehen; tairn würde so manches große, edle und nützliche Werk weit eher und bester in Ausführung zu bringen sein! — Doch Eines noch haben wir zu bemerken. Wir sinh keine Lobredner und wollen durch Vorstehendes keineswegs gesagt häb^n, daß ein jeder Israelit des Regierungsb. Arnsberg bei dieser Gelegenheit seine Pflicht gethan und nach Kräften für den in Rede stehenden Zweck beigesteuert habe; denn sicher ist eS, daß genannte Herren aus D. auf ihrer Reise in Weftph. das HauS manchen jüd. Wohlthäters betreten und vergeblich an das mildthätige Herz angeklopst und appellirt haben; wir wissen das wohl. Aber man mißverstehe uns nicht; denn nicht aus Theilnahmlöstgkeit für die mehrmals erwähnte Anstalt ist solches geschehen, sondern einzig und allein aus dem Grunde — und daS hat man jenen Herren auch frei und offen heraus gesagt —, weil man glaubte, der Marks- Haindo s'schen 'Stiftung in Münster seine Beiträge nicht entziehen zu dürfen, weil hierdurch die Existenz dieser Anstatt leicht gefährdet werden könnte. Doch, wir theilen diese Ansicht nicht, sind vielmehr mit Hrn. Dr. F. ganz damit einverstanden, daß das Seminar in Düsseldorf, das zwar in, aber nicht ausschließlich für Rheinland bestebt — es werden ja auch Zöglinge aus anderen Provinzen darin ausgenommen, so wie auch jüd. Gemeinden anderer Provinzen, sobald diese es wünschen, aus derselben hervorzugehende Lehj rer bekommen können — ganz gut neben dem Seminar ' in Münster bestehen könne. Sind ja die jüd. Gemeinden der' Rheinprovinz und WestphalenS zahlreich und wohlhabend genug, um die Mittel zur Unterhaltung beider Anstalten herbeizuschaffen, beide neben einander sortbestehen zu lassen, so daß man auch hier sagen könnte: in* DJ D'N8 D2V D'PJ DDT D1D HD DJD Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Aus ObersHlesierr, 28. August. Am Sabbath, «an nans fand in dem interimistischen Betlokale der jüd. Gemeinde zu Beuthen O.-S. (Die Synagoge geht ihrer Vollendung entgegen) eine seltene Feier statt. Der ehemalige Kaufmann Hirsch Fraenkel und bester' Ehefrau La geb. Dresdner begingen das Jubiläum ihrer 50-jährigsn Ehe, aus welcher 6 Kinder und 33 Enkel entsprossen sind, unter denen durch Stellung und Berus zwei Söhne dcr Rabbiner vr. Daniel Fraenkel zu Rybnik und der Maurermeister Joseph Fraenkel zu Berlin hervorragen. Aus Anzeige des Magistrats sah sich die Königin-Wittwe bewogen, eine hebräische Prachtbibel, geschmückt mit einer Krone und der Chiffre E., an den dortigen Rabbiner vr. Rosenthal mit der Bestimmung zu übersenden, dieselbe an heiligem Orte zu überreichet». Dieser Weisung kam der Genannte in recht erhebender Weise nach, indem er auf die Verdienste des gefeierten Jubelpaares und die Bedeutung deS GnadenandenkenS in kräftig schönen Worten hinwieS und den Segen Gottes auf jene herabflehte. Gegen Abend, nachdem Schaareg von Gratulanten zur Beglückwünschung erschienen waren, fand im Beuthner'schen Saale die Familienfeier durch Festessen, Gesang und Vorträge und unter Theilnahme aller Verwandten aus der Nahe und Ferne statt, bei welcher Gelegenheit der Rabbiner über Familienleben, der ehemalige Rabbinatsverlmser MoseS Guttmann über den rabb. Spruch "Wiyni roni »un u. s. w. und ein Enkelsohn der Jubelare über die Tagcsbedeutung sprachen, worauf der würdige Jubelgreis in schlichter, aber höchst ansprechender Weise zunächst Gott für die Gnade und dann allen Theilnehmern für die ihm erwiesene Ehre dankte. Allgemein bedauert wurde eS, daß in Folge eingetretenen Unwohlseins die erwartete Festrede des oben erwähnten Rabbiners zu Rybnik unterbleiben mußte. Zu erwähnen ist noch, daß die Familie des in allen Kreisen geachteten Ehepaares, dem Beispiele desselben folgend, fast durchweg im alt-jüdischen Sinne lebt und die Sitten der Väter heilig hält. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 1. September. Der Kaiser hat mit a. h. Entschließung vom 13. August den Bürgermeister der israelitischen Gemeinde in Hohenems, vr. Steinach, zum Beirath des LandeSschulrathes für Vorarlberg zu ernennen geruht. Frankreich. Strasibnrg. Dem „Univ. JSr." wird aus dem Elsaß geschrieben: Die Gemeinde Hagenau, die seit mebreren Jahren ein kleines Harmonium in der Synagoge hat, welches zum Lecho Dodi gespielt wurde, beabsichtigst jetzt eine größere Orgel in derselben aufzustellen, welche an Sabbat- und Feststagen sämmtliche Gebete begleiten soll. Infolge dieser bevorstehenden Neuerung ist in der Gemeinde große Bewegung, und eine beträchtliche Anzahl Gemeindeglieder, welche noch treu anhangen an dem Glauben der Väter, hat die Erklärung abgegeben, daß sie, sobald die Orgel in die Synagoge eingeführt wird, nicht mehr dem Gottesdienste darin anwohnen werden, u. so wird die Orgel, trotz ihrer harmonischen Klänge, die bisher in der Gemeinde gewesene Eintracht u. Harmonie stören. Eine kleine Gemeinde in der Nähe Straßburgs sandte jüngst ein Comile behufs Geldsammlung zum Wiederaufbau ihrer Synagoge nach verschiedenen Gemeinden aus. Die Deputirten fanden bei allen unfern Glaubensgenossen gute Ausnahme und dies selbst bei vielen christlichen Mitbürgern. Aber von zwei sehr

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