Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 37-38 (16.9.1869)
- Date
- 1869-09-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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s-,0war, nach dem zwei Stunden von der Hauptstadt, Detmold, dem Sitze de« Rabbinate«, entfernten Städtchen H. In einem Haufe daselbst war, al« der Fremde eintrat, geschlachtet Word n. Al« der ann?— t« war der Lehrer des Orte« gewesen —, sich entfernt hatte, besah jener die nxn und fand, daß dieselbe ein VdiLv 3j» hatte. Auf die Frage desselben an den Metzger, wie lange der Lehrer in H. fungire und was derselbe von der geschlachteten norn gesagt, antwortete dieser, daß der üiW dieselbe für -itso erklärt und daß e« ihn, den Metzger schon lange Wunder genommen, daß jener von so und so vielen bei ihm geschlachteten Ochsen und Kühen noch keine einzige gemacht habe, worauf denn der Fremde erwiderte, daß die geschlachtete riv'^o nona sei und fragte den Metzger weiter, ob er den Vorfall an den Rabbiner berichten, oder, da er, der Fremde, doch anderen Tage« nach Detmold komme, ihm diese« überlassen wolle. Mit letzterem sich einverstanden erklärend, reiste der Fremde nach Detmold, kam zum Landrabbiner und ersuchte denselben höflich, ihm gef. die und die von ihm näher bezeichneten onzD zu leihen. Jener erklärte, die gewünschten anöD nicht zu besitzen und fragte, worum e« sich denn eigentlich handle. Auf die einfache Antwort de« Mannes, daß e« sich um nichts weiter als um b6ibd apj handele; und nachdem derselbe dem Rabbiner den ganzen Sachverhalt erzählt hatte, soll dieser ausgerufen haben: Ach, wenn weiter nicht« ist, das wird hier zu Lande so genau (?) nicht genommen. In dem Städtchen U. fungirt ein Privatmann als arm?, der am o^aia O'Qn rorotp das Ladengeschäft geöffnet hält, raucht, fährt und kegelt, und auf viele andere -oiy xnn'.sn rwyn vrdi rwy maa ist. Der Rabbiner, dem solches bei seiner Anwesenheit in U. zur Anzeige gebracht wurde, soll geantwortet haben, daß e« noch sehr fraglick' sei, ob man einen armtf, der am p"tP kauft und verkauft, das Schlachten untersagen könne; er müsse, wenn er nach Hause komme, erst die diesbezüglichen dws nsD Nachsehen, da nach manchen myn angeführte Übertretungen noch kein Grund dafür seien, dem arm* da« Schächten untersagen zu können, indem ein solcher, in der Beobachtung der Sabbatgesehe gewissenloser Mensch dennoch in der IH3THP sehr gewissenhaft (!?) sein könne!!! Ja, es ist in mebrmals erwähntem Lande sogar schon sprichwörtlich geworden, daß D^arrtff aus anderen Ländern, die von anderen Rabbinen keine r6ap bekommen konnten, sich eine solche in Detmold, wenn ste nur die nothdürftigsten np^a: nam* ’JH aus Danzigers Übersetzung des sich zu eigen gemacht, leicht erwerben können. Wie es in diesem Lande mit den der Obhut des LandeSrab. unterstehenden Religionsschulen aussiehl, läßt sich nach bereits Gesagtem leicht denken und wollen wir deshalb nur bemerken, daß der Herr Rabbiner das ganze Heil de« Judenthums in dem sogenannten Religionsunterrichte nach dem von ihm in die Schulen des Landes eiligeführten CatechiSmus und in der Confirmatisn erblickt; nur fföin und Uebersetzen des Gebetbuches wird nebenbei verlangt. Dagegen .ist der Unterricht in -p nwnp ns>D itttn »an verpönt, ja nicht einmal pnp'-i wird verlangt. Wir selbst haben vor einigen Jahren einer vom L. R. abgehaltenen Religionsprüfung bekgewohnt und uns die Frage an denselben erlaubt, ob er die älteren Schüler nicht gef. etwas Grammattk abfragen wollte, worauf derselbe denn antwortete, daß er schon zufrieden sei, wenn die Kinder das ttrain nur übersetzen könnten. Das, Israel sind deine modernen Rabbiner, von denen man mit dem Propheten sagen kann: iksp ynnnoi "panna Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Aus Weftphalen. Schon zum Oestern haben wir Gelegenheit zu nehmen Veranlassung gehabt, in diesen gesch. Blättern die Ansicht auszusprechen, daß es eine erfreuliche Erscheinung im Judenthume sei, daß die verschiedenen zur großen Kette des IudenthumS gehörigen Glieder , so sehr ihre Ansichten und Meinungen in rel. Dingen auch auseinander gehen, daß Männer der verschiedenen Farben und Richtungen sich wieder zusammen finden und vereinigen wo eS gilt, Wohlthätigkeit auszuüben und wahrhafte jüdische Zwecke fördern zu helfen. Hiervon haben wir in.Westphalen kürzlich wieder einen deutlichen und sprechenden Beweis gehabt. Vor etwa 6 Wochen machte Herr Rabbiner Dr. Feilchenfeld aus Düsseldorf, in Begleitung des Herrn Perlstein, Kaufmann von eben daselbst, in einigen Distrikten des Regierungsbezirkes Arnsberg eine Rundreise, um auch hier für das vor etwa zwei Jahren in Düsseldorf inS Leben gerufene jüdische Lehrer-Seminar Sympathie zu erwecken, die jüd. Gemeinden für dasselbe zu gewinnen und die Wohlthätigkeit derselben für genannte Anstatt in Anspruch zu nehmen. Dieses ist denn auch, trotzdem bekannt ist, daß erwähnte Pflanzstätte ans breitester orthodoxer Grundlage beruhet, so wie auch, daß die Mehrzahl der jüd. Gemeinden dieser Provinz der Neologie huldigen, in recht erfreulicher Weise gelungen; denn es sind nicht nur ansehnliche freiwillige einmalige Gaben, sondern deren auch sehr viele für fünf und längere Jahre — es sind uns von den diesbezüglichen Llsten mehre zu Gesicht gekommen gezeichnet worden. Eine solche Handlungsweise ist sicher ein für sich sprechendes, ehrendes Zeugniß für die unter den Israeliten Wesiphalens vorherrschende, allgemeine wohlthätige und; menschenfreundliche Gesinnung, wodurch zugleich das! Bewußtsein zu erkennen gegeben wird, da?; ihnen die i Ehre des jüd. Namens und die Erhaltung und Föri derung seiner nothwendigsten und nützlichsten Anstal-! ten doch nicht ganz gleichgiltig sind oaa/nvn in» 'o