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Der Israelit · 1869-09-16 · Heft 37-38 (16.9.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 37-38 (16.9.1869)
Date
1869-09-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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rufe ^03 'Q ^pp« „Heil Dir „Israel, «er i gleichet Dir!" Deßhakb beginnt auch David seinen! Segen und spricht O'yp*» rDa 'fin vb -UW P’Kn ''vpk j Heil dem Manne, der nie wandelte in der Frevler I Rathschluß!" — Der vorstehende Ausspruch der Weisen zeigt uns eine fortlaufende Reihe von Segnungen, die eine immer an die andere anknüpft. Abraham, der Gottesmann, der zu einer Zeit, als Finsterniß die Erde und Nebel die Nationen bedeckte, der Einzige war auf Erden, welchem das Licht der Gotteserkenntniß leuchtete — Abraham hatte große Schätze angehäuft in der Erkenntniß des Wahren, in der Uebung des Guten, in der Liebe für Gott und Menschen. All diese Schätze gab er seinem Sohne Zizchak, auf daß er sie sich bewahre und weiter vererbe. Jizchak gab diese ererbten Schätze seinem Sohne Jakob. — er fängt mit dem Geben an, womit Abraham, der diese Schätze errungen, aufgehört hatte. Aber schon macht sich in der Familie Jizchaks ein feindlicher Gegensatz merklich, dem Jakob steht Esaw gegenüber; es bedarf des Ausrufens von Seiten des Vaters, damit der in die Fremde wandernde Sohn beharre in der ihm gewordenen Aufgabe, Ms Jakob sich zum Sterben nieberlegte, da weilte er mit den Seinen in einem fremden Lande, inmitten eines götzendienerischen Volkes. Und er tztüpst an den Segen feines Vaters an und ruft feine Söhne an fein Bett, und da das Dunkel der Todesstunde ihn umhüllt, schaut er besorgt in die Zukunft: „Wird ein ISmael fein unter den Meinen wie unter Abrahams Nachkommen oder ein Efaw wie unter Meines Vaters Söhnend Und Israels Kinder lesen Ut Besorgniß in dem umflorten Auge des Vaters und rufen einstimmig: bxiv' yop, „Höre Israel (unser Vater), der Ewige (der da ist Dein Gott) ist unser Gott, der Ewige ist einzig!" Und der beglückte Vater erhebt sich in seinem Bette und spricht: -jna ljn obiyb iroa^D -naa dp „ Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit Seiner Regierung immer und ewig!" Also entsprechen die Söhne dem Ruse des sterbenden Vaters, der in Folge dessen nicht gestorben, der noch heute fortlebt in feinen Nachkommen DO xb '.t'a-r apy.—- Aus der Familie Jakobs war bereits zu Lebzeiten Israels ein Volk geworden, das schon Bedeutung hatte unter den Nationen der Erde, und als Israel die Seinen verließ, konnte er schon deuten nstn, ans dieses da." Dieses Volk übernahm, nachdem es unter Leiden groß geworden, Moscheh Rabbenu und brachte ihm Nicht nur die persönliche und politische, sondern auch die geistige Freiheit, nachdem ihn Gott zu Seinem Boten ersehen hatte. Durch Moscheh's Erziehung, durch Moscheh'» Gottgeoffenbarte Lehre ward Israel mächtig und herrlich, und al» Myfcheh seinen Segen an „dieses" Volk richtete^ indem er mit dem Schlußworte d»s Iakobfegen» begann , da konnte er selbst seinen SeMi mit dem Ausrufe schließe»: „Heil Dir, JiSrael, wer gleichet Dir! Sogroß und herrlich ist das Gotte»- Volk geworden, dem kein Volk der Erde gleichkömmt, '12 ypu oy, auf dieser Höhe erhält es sich, entwickelt es sich durch Gottes besovdern Beistand, "piy pv der die Feinde von ihm abwehrt, "jro&o avi "ipki und es die Welt erobern läßt durch die jüdische Z^gl. lpna’i, so daß wider Willen die Feinde huldigen müssen, -mn iv'rnva by nnto, während -— rael der Erbe wird aller geistigen Errungenschakner der Völker. n tu Dem Segen Moscheh's schließt sich der Da^"' an. Während der Segen der Väter und der Mosch,_ sich lediglich auf die Entwickelung der Nation beziehr», wendet jsich David an jeden Einzelnen p^n npN, Heil dem Manne! Das Allgemeine als solches exifttrt in Wirklichkeit nicht; e» ist nur ein Gedanke, eine Abftraction. Das Existirende ist immer nur ein Einzelnes. Wo ist der Mensch, der Jude, der Fromm»? Es gibt immer nur eine allerdings große Anzahl Mzelner Menschen. Juden, Frommer, von denen der allgemeine Begriff abftrahirt ist. An daS wirklich (Mstirende, an das Individuum, an die Person rvenAt sich der Sänger der Psalmen. Die individuellen Kämpfe und Siege besingt er, Muth, Hoffnung, Vertrauen flößt er ein, die Hingebung an unfern Gott empfiehlt er. Und wer war wohl geeigneter dazu ckt» David? Welch ein reiches und wechselvolles Leben! Der Hirtenknabe, der in und mit der Natur lebt, bis daß er gesalbt wird für die höchste Bestimmung; aber diese fallt ihm nicht zu ohne die entsetzlichste, beschwerlichsten Kämpfe und Mühen. Wir sehen ihn als jugendlichen Sänger und Harfenspieler den Mißmuth des Königs verscheuchen, als jugendlichen Kämpfer den gewaltigen Riesen überwinden; wir sehen ihn als zärtlichen Freund, als liebenden Gatten, als siegreichen Feldherrn, als armen, verlassenen Flüchtling, verfolgt gleich dem Rebhuhn auf den Bergen, ^m«chr als einmal in Todesgefahr; wir erblicken ih, Ueberwinder seiner selbst, da wiederholt sein D in seine Hände fällt oder da er hört auf -Äv»>« ,! kluges Wort; wir sehen ihn als mächtigen König, als kühnen Eroberer, als reuigen Büßer, als bekümmerten Vater, als weisen Regenten — und immer gottvertrauend, gottergeben, Gott über Alles liebend! Und all diese Geschicke, und alle diese Gefühle und Empfindungen während der verschiedensten leid- oder freudvollen Ereignisse, sein innerstes (Seelenleben, sein Denken und Fühlen, seines Herzens Jubel und den tiefsten Schmerz, Alles, Alles hat er ausgegoffen in jene wundervollen Lieder, die er gesungen in unmittelbarer Einwirkung des heiligen Gottesgeiste» (pmp.-s wn.1

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