Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1869-09-08 · Heft 36 (8.9.1869) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 36 (8.9.1869)
Date
1869-09-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447395-2447431--07571-2463178
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

X. Jahrgang. Beilage zu Nr. 36 des Israelit. SeÜnttgdttad^ti^teti und Correspon deuzen. Deutschland. Sobernheim, 19. August. Gestern feierte der Lehrer der jüdischen Gemeinde, Herr Alexander Cahn, unter allgemeiner Betheiligung der hiesigen Bürgerschaft, sowie seiner aus Nah und Fern herbeigeeilten Freunde und Gönner, das 25jährige Jubiläum seiner lehramtlichcn Thätigkeit. Mit einer am Vorabend des Festes von der Ruffini'schen Kapelle dem Jubilar dargebrachten Serenade und der Illumination des von Letzterem bewohnten, der Feier des Tages entsprechend geschmückten Hauses eingeleitet, erfolgte nach vorangegangenem Frühständchen um 10 Uhr Vormittags der von Herrn vr. Hulisch, Prediger der israelitischen Gemeinde zu Neuß, vollzogene Hauptakt der Tages feier. In beredter, und überzeugungsvoller Weise sprach der Redner nach dem einleitenden Gesänge der Schüler des Jubilars über die Bedeutung des Lehrerberufs in religiöser, politischer und socialer Beziehung und beleuchtete die segensreiche Wirksamkeit des Gefeierten nach verschiedenen Ricktungen hin. *) Der Festrede unmittelbar reihten sich die Beglückwünschungen der verschiedenen Deputationen und die dankbare Erwiederung des Jubilars an, worauf ein Schlußgesang diese ernste, die ganze Zuhörerschaft erhebende Feier beendigte, um der bevorstehenden heitern Platz zu machen. Das darauffolgende Festmahl, an welchem sich die Notablen des Ortes ohne consessionellen Unterschied in erfreulicher Weise betheiligten, vereinigte die Festgesellschaft bis lange nach Mitternacht in der heitersten Stimmung, welche durch zahl- und sinnreiche Toaste und Festlieder wesentlich gehoben wurde. — Sicherlich wird der erhebende Eindruck, den diese Feier in ihrer Gesammtheit und in ihren Einzelheiten bei allen Betheiligten hervorgerufen, noch lange in der Erinnerung derselben fvrtdauern. Fürth. Der „Münchner Volksbote" schreibt wörtlich Folgendes: „Der Klosterschwindel und die Klosterhetze ist noch nicht aus, selbst in den Rumpelkammern der Leihbibliotheken suchen die jüdischen Scrkbler alten verschimmelten Schund hervor, um ihre Leser mit derar¬ *) Wie wir hören, wird die obgedachte Festrede demnächst wm Besten der Hinterbliebenen der im Plauen'schen Grunde Lerunglückten im Drucke erscheinen. tigen Romanen (zu deutsch Lügen) zu unterhalten. Was so ein Iud nicht Alles leisten kann, geht aus Folgendem hervor: Ein Wiener Iudenblatt heult ganz t-ostlos ach und waih, daß es mit dem Krakauer Klvsterproceß so erwünscht gehe. Die Untersuchung stellt eben heraus, daß die Nonnen des Karmeliterklosters mit der närrischen Ubrik so verfahren sind, wie man anderswo auch mit ihr verfahren wäre." Die Gehässigkeit des vorstehenden Artikels bedarf keiner weitern Auseinandersetzung. Wie sehr mag aber unser frommes (?) Blatt jetzt verhohlen grollen über unfern allgeliebten und verehrten König, der an seinem Geburtslage zur selben Zeit, als zur Feier dieses hohen Tages in hiesiger Synagoge das Thema besprochen wurde', „wodurch kann das Bayernvolk seinem Könige die Regierungssorgen erleichtern," unserm Rabbiner, Herrn vr. Löwi, den Michaelsorden erster Classe zu verleihen geruhte und ihn sofort telegraphisch davon benachrichtigen ließ! Wahrlich, eö sind schlimme Zeiten für den Volksboten, wenn auch Juden sich Verdienste aneignen und von hoher Stelle dafür belohnt werden. Möge man immer den ‘vob” ’wamit ähnlicher Münze wie diesmal vergelten können, dann würde ihr Lästermund bald verstummen. '5N2-r Berlin, am 25. Ellul. Heute fr'ch um 9 Uhr traf Herr vr. Hildesheimer mit seiner Familie am Anhaltiscken Bahnhof hier ein. Zu seinem Empfange hatte sich das Comitv der Adas Jisrael, der größte Theil der Mitglieder und noch mehrere extra dazu eingeladene Männer eingefunden, um den verehrten Rabbinen festlich zu begrüßen. Während die Frau Rabbiner, zu deren Empfang sich eine Anzahl von Damen eingestellt hatte, mit ihrer Familie sofort nach der Wohnung fuhr, begab sich der Hr. Rabbiner in das dazu bestellte Zimmer auf dem Bahnhofe, wo Herr Samson Rosenberg ihn im Namen der Gemeinde auf's Wärmste willkommen hieß, ihm den Dank für die Annahme der Wahl ausdrückte und den Segen Gottes über die junge Gemeinde und ihren Rabbinen erstehte. Anlehnend an die Ansangsworte des laufenden Wochenabschnittes D3’p)^t 'T D3^3 DlVI D’3SfJ DnN ^>3 DDnDIKH 03\jpr D3’£33ff D3’IPSn erwiderte der Herr Rab., wie die Anwesenden, die Alle, Führer wie Geführte, das Alter wie die Jugend bereit seien einzutreten für Gott und Seine heilige Lehre, für den uns gewordenen besonderen Beruf, wie sie auch der gegründeten Hoffnung sich hingeben könnten, daß der Allmächtige ebenso für sie eintreten, und so trübe auch immer die Zustände scheinen mögen, endlich zum Siege führen werde. Die schöne inhaltreiche Rede

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.