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Der Israelit · 1869-09-01 · Heft 35 (1.9.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 35 (1.9.1869)
Date
1869-09-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X. Jahrgang. Beilage zu Nr. 35 des Israelit AeLtrrngsnsMrichten und Corrsspo deuzeu. Deutschland. BifchofsHcrw a. d. Tauber, im Ellul. Ein edles Leben, reich an Tugenden, ist erloschen; ein Leben, von dem wir mit den Weisen sagen können: D'znn n« .1211 ns; nro „Mosche war nicht nur für sich gottesfürchtig und der höchsten sittlichen Veredlung zustrebend, sondern er suchte auch Alle, auf die sich sein geistlicher Einfluß zu erstrecken vermochte, auf diese Stufe zu führen," — hat zu wirken ausgehört. — Der ehrwürdige Rabbine, Herr Jacob Löwenstein in Tauberbischofsheim, ist — nachdem er wenige Tage vorher seinen siebzigsten Geburtstag und den Tag seiner 40jährigen Amtsthätigkcit gefeiert — beimgegangen zu seinen Vätern. Und der tiefste Schmerz, das aufrichtigste Bedauern, hat nicht nur die leidtragenden Familienglieder und die seiner geistlichen Obhut anvertrauten Gemeinden, sondern auch alle Diejenigen aufs Schmerzlichste ergriffen, die das Glück batten, den vortrefflichen Mann näher zu kennen. Herr Rabbiner Löwenstein war ein Mann von seltenen Eigenschaften. Begeistert nnd erglüht für die ewigen Wahrheiten seines heiligen Berufes hat er mit einem unerschütterlichen Glaubensmuthe, mit einer bewunderungswürdigen Gewissenstreue, mit der edelsten Selbstverleugnung sein heiliges Amt vom ersten bis zum letzten Tage seiner amtlichen Wirksamkeit verwaltet. Zn diesem an Verdienstlichkeit reichen Leben war kein Tag verloren; kein Tag, der nicht der Forderung des Guten und Edlen gewidmet war. Von ihm konnte man sagen: n# ne^a ndip mn4?’ new mjpi. Heil seiner Zugend! sie stand mit seinem Alter in keinem Widerspruch! Es war ein folgerichtiges Leben, das darum auch mit eiserner Consequenz, mit Thalkraft seine Prinzipien zur Geltung bringen konnte und selbst denjenigen allmählich Achtung und Bewunderung abnöthigte, die anfänglich demselben entgegenstanden in« O'bre" m m tpw on 'n nsna. „Wenn des Mannes Wandel Gott gefällt, so söhnt er auch seine Feinde mit ihm aus. Ihm war die rwnpn min kein na nsrn oimp kein Gewerbe, um materielle Vortheile zu erringen.! Er sprach die ungeschmückte Wahrheit, wenn er sich! auch, wie Dies oft zu geschehen pflegt, durch anfängliche Verkennung seiner guten und reinen Absichten augenblickliche Ungunst zuzog. „Nicht nach Beifall trachte ich," pflegte er zu sagen, „sondern nach Wahrheit." 'n nicrc ntt wd* 'n *s >p un» 'n »e dp „Auf Befehl Gottes lagerten sie; auf Befehl Gottes brachen sie aus, die Andeutung Gottes beobachteten sie." Dieses waren feinen Textworte bei seinem Amtsantritte in Tauberbischofsheim. Er ermahnte nicht nur zur npiL, sondern spendete von seinem mäßigen Einkommen so reichlich, daß sich hier eine Proportion ergeben würde, die so manches Reichen vielgepriesene Wohlthätigkeit beschämen könnte. Und wie war er beflissen, d^e^'a min p'a-üid! Nicht nur, daß er den seiner Znspection unterstellten ReligionSschulen die gewissenhafteste Ausnierksamke^ zuwandte und den Lehrern ein treuer Freund und SRaj! geber war, er ertheilte auch stets mit dem größ Vergnügen den Talmudbefliffenen Unterricht, ml er eine wohldurchdachte Methode, eine faßlich, geift weckende Mittheilungsgabe anzuwenden, eine dem Anfänger, wie dem weiter Vorangeschrittenen, angemessene Auswahl zu treffen wußte. Doch was ihm zu bleibenden Ruhme gereichen durfte, ist, daß er in die Schranken trat für die Erhaltung der unverfälschten Gotteslehre, daß er dm Kampf nicht scheute gegen eine falsche Bibel-Interpretation zu einer Zeit, wo außer dem ehrwürdigen und verdienstvollen Hrn. Rabb. Hirsch in Frankfurt '"2 keiner der andern Almsgenossen, sei es aus Unfähigkeit im deutschen Ausdruck oder aus allzugleichgiltigen Betrachtung dieser Reformbestrebungen, diesen Kampf aufnahm. Damals war es Herr Rabbiner Löwenstein in Gailingen, der als jünger Mann in seiner „rninon muc" das reine Licht, gegen den Thariag des verstorbenen vr. Kreuznach in Frankfurt auftrat. Und er bewies es, daß die mit profaner Wissenschaft gepaarte gründliche Talmudkenntniß dem zersetzenden Zeitgeiste mit den erfolgreichsten Waffen zu begegnen vermag. Diesen Geist der reinsten Gottesfurcht, diese tiefe und umfassende Kenntniß der Religionswissenschaften erhielt Rabbiner Löwenstein von den. berühmtesten Lehrern, die zur Zeit seines Studiengan^eS auf deutschen RabbinatSstühlen saßen. Zn Bruchsal, im Großherzogthum Baden von frommen Eltern geboren, (sein sel. Vater war selbst ein rniv ja), erhielt er eine sorgfältige Zugendbildung und genoß den Unterricht deS Vaters des sel. Oberraths Epstein p've'sp «vd'v V'nniö. b"T Don hier aus kamen aus die na'e" nach Mainz, wo er unter dem frommen und weitberühmten Rabbi Herz Scheuer sein Talmudstudium fortsetzte. Nachdem er Mainz velaffen, hielt er sich längere Zeit in Hanau auf und lernte hier unter dem berühmten 5“? rraiD nvo “»"um

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