Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1869)
- Date
- 1869-09-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447430--07542-2463148- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
681 ZsrttrngSrrschrLchten and Sorrefpon: denzen. Deutschland. □ Mün^e«, 16 August. Für die am kommenden Neujahrs- und Versöhnungsfeste abzuhaltenden Gottesdienste außer der Synagoge hat S. Maj. der König gnädigst die Benützung des Odeonsaales gestattet. — Auk Württemberg, 11. Aug. Die Unsterblichkeit der Confirmation ist konstatirt; den Beweis dafür hat Herr Rabbiner Haas in Freudenthal erbracht, indem er am vorigen Sabbat ly onxa x2 '2 ntens nrwon nny eine N a chfeier der am normalen ersten Wochenfesttage von zwei Kindern versäumten Confirmation in der Art - wir wissen nicht ob ans eigenem Erfindungsgeist oder nach höherer Weisung veranstaltete, daß die beiden noch ungeweiheten Kinder — ein Mädchen aus dem Filial Zaberfeld und ein Knabe der Muttergemeinde selbst nach dem Mincha-GotteSdienft in der Synagoge zurückbehalten wurden, um das heilige Sacrament der Confirmation nachträglich zu empfangen und in den Schooß der mosaischen Religion ausgenommen zu werden, der sie bis dahin blos durch Geburt und Erziehung angehört hatten. Bekanntlich muß in Würtemberg ein Rabbiner die Leiche nur dann begleiten, „wenn sie eine confirmir?e Person war." (Syn. Ord. Cap. X. §. 7.) Die Gemeinde war zur Theitnahme an dem seltenen noch alleinstehenden Akt eingeladen worden, allein als der pir zu Ende war, der mit den Worten schließt: «nax N-'j/s □iS'? verließen doch alle Synagogenbesucher das Gotteshaus bis auf 4 oder 5 Zuhörer; selbst die sonst so gefügigen Herren Vorsteher zogen ihre rvff'78? n*vj/D der Procession vor, die sie ordentlicherweise am nynaar bei verschlossener Thüre vornehmen lassen, um das Fortlaufen zu verhüten; nicht einmal die Ettern der einzusegnenden K uder verherrlichten das Fest der Confirmationsnachlese durch ihre Gegenwart; bloß der gefällige Lehrer und Vorsänger ließ sich trotz seiner Heiserkeit erbitten durch einen Choralgesang der Schüler vor und nach der Haupt-Scene das Weihefest zu verschönern. Uud doch wäre das Zeitopfer von Seilen der Zuhörer nur klein gewesen, da es der memorirten Antworten nur 3, sage mit Worten drei statt der vorgeschriebenen 48 (!!) waren. Die Vorstellung war also gewiß sehr kurz. — an "jx ropa 2'ipvd nma yi q'D -vir*. Die Kinder hatten sich natürlich dagegen gesträubt, alles auswendig zu lernen und so kam man im Wege des Vergleichs auf l/»6 deS Ganzen und auf die Sabbatvesperzeit überein, nur um die Continuirät des einträglichen Confi^mirenS nicht zu unterbrechen, kein böses Exempel zu geben für künftige Jahre und den Leuten es plausibel zu machen, als ob die Confirmation trotz des Ministerialerlasses noch eine ZwangSanstalt wäre, die jeder besuchen müsse. Die Pastoralklugheit des Rabbinen ist wirklich zu bewundern und die Art, wie er diesen omi yy zu pflegen versteht. '2 jnn iwt yy — man x> wx» »xn »oo v :rroi mnzrn mx «in daxo yy xd Wir hoffen, daß in Zukunft oft Gelegenheit sein wird, daS gegebene Beispiel nachruahmen und daß die Ausnahme zur Regel werde! Zn Remagen am Rhein fand Samstags, den 21. August die Einweihung einer neuen Synagoge statt. Die Betheiligung am Feste war auch Seilender christt. Bevölkerung eine sehr lebhafte; die ganze Stadt war beflaggt und die Häuser waren verziert. Al» Rabbinen fungirten Herr Okerrabbinec vr Auerbach aus Bonn und H?rr Rabbiner Ben. Israel aus C ob lenz; als Vorsänger war Herr Cantor Cah n aus Bingen bei der Feier thätig. Die Feier verlief wie alle derartigen, und können wir deßhalb den uns zngekommenen ausführlichen Bericht nicht wieoergeben. Auf zwei Uebelstände wollen wir jedoch bei dieser Gelegenheit aufmerksam machen. 1) ist es nicht wohlgethan, eine Synagogenweihe an einem Sabbat abzuhalteu, weil dadurch fast immer viel razr bid'N geschieht; 2) sind es die bei solchen G legenheiten in Scene gesetzten Bälle — in Remagen waren eS deren vier — die der Feier des Actes durchaus nicht angemessen sind. Wir haben das Letztere bereits mehrfach hervorgehoben und dadurch den Unwillen der Tanzlustigen hervorgerufen; ja, man hat uns bei ficüberen Gelegenheiten Briefe voller Schmähungen geschrieben und uns o. Schrecken — mitgetheilt, daß man i« Folge des Aussprechens solcher Ansichten aufgehört habe, aus „den Israelit" zu abonniren. Weder da» Eine noch das Andere wird uns irgendwie beeinflussen und Nichts wird im Stande sein uns davon abzuhalten, die Wabrbeit zu sagen, oyvs — Königsberg. Briefe von M. Almoni (M. Frey,radt. i)r.). Vierter Brief vom 22. August 1869. Ein anderer scheinbar nützlicher Verein, welcher ebenfalls seit Kurzem hier ins Leben trat, führt den pomphaften Titel: „Israelitischer Studien- BrfürderuugS-Verein für Ost- und Westpreußen" Derselbe hat den doppelten Zweck: einmal Unterstützung von Israeliten, die sich academischen Studien widmen, andrerseits die Ausbildung jüdischer ReligiouSlehrer für die Provinz! algemeinden Wer sich zu einem regelnräfügen Beitrage für den Verein von mindestens zwei Thalern jährlich verpflichtet, ist Mitglied desselben. Der erste Theil der Ausgabe, die Unterstützung jüdischer Studenten, wird tu einem ausführlichen Circulare dadurch motivirt, daß dieselben bisher nur auf unzulängliche Privatunterstützungen angewiesen sind, während