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Der Israelit · 1869-08-25 · Heft 34 (25.8.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 34 (25.8.1869)
Date
1869-08-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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x Jahrgang. Erste Beilage za Nr. 34 des Israelit. Seitungdttacfmc&ten unö Correspvu denzen. Deutschland Oberdorf, im Ries. (Berichtigung.) Die Nachricht von der Demission des Rechtsanwalts Nördlinger in Stuttgart, welche die Nummer 32 b. Bl. gebracht hat, bestätigt sich nicht. Das bessere Ich und ter väterliche Einfluß haben die sckwiegerväterlichen Gründe in einer deßfallsigen Versammlung der Wähler des Rabbinatssprengels zu Bopfingen besiegt und beseitigt: Herr Nördlinger bleibt Delegirter und als solcher ohne Zweifel auch ein Verfechter der Autonomie der Gemeinden und Gegner des oberbehördlichen Bureaukratismus. — Äus Mitteldeutschland. (Curiosum.) In einem berühmten Badeorte wurde unlängst eine neuerbaute Prachtsynagoge eingeweibt. Im Programm flgurirte als Vorfeier ein großes Concert im Kursaale, am Festsabbat große Festvorstellung im Theater, als Schlußfeier großer Ball und Festessen; es scheint zu all diesen musikalischen Aufführungen an Musikanten gefehlt zu haben, da man sich aus einer benachbarten größeren Stadt einen Geiger hatte kommen lassen. Beim Festessen hielt ein Reformrabbiner aus der Nähe, ein Herr Dr — jgg^rir wollen ihn 36. nennen — eine Ansprache. Herr berichtete von einem Wettstreit zwischerWMrd und Esel. Das Pferd behauptete den Vorrang, weil es schöner, kräftiger, kühner sei und weil Könige und Kaiser sich sein bedienten. Der Esel berief sich auf seine nützliche Thätigkeit. „Und dann," sagte der. Esel, „hat nicht schon Abraham seinen Esel gesattelt, hat nicht Moses die Seinen auf einem Esel reiten lassen? und am Ende der Tage wird der Messias erscheinen, auf einem Esel reitend." — „ Hoho," entgegnete da« Pferd, „Tausende und aber Tausende von Eseln haben auf den Messias gehofft und er ist doch nicht gekommen!" Schallendes Gelächter belohnte den Redner. Wäre Ihr Berichterstatter zugegen gewesen, so hätte er entgegnet: „Der ehrwürdige Herr Vorredner hat das Pferd al« Sieger aus dem Wettstreit hervorgehen lassen; ich glaube mit Unrecht. Wir finden doch nirgendwo, daß jemals ein Pferd gesprochen. Wohl aber wird das in der heiligen Schrift von Bileam'S Esel erzählt. Sie glauben nicht, daß ein Esel sprechen kann? Nun, meine Herren, es hat doch soeben Herr Di. 36. gesprochen!" — Zu Zürich tagte an den 5 ersten Tagen de« laufenden Monats der fünfte internationale Thierschutzvereinscongreß. Wie in diesen Blättern gelegenheitlich einer Behauptung über die Stuttgarter iiB'ntP schon angedeutet wurde, kam man dabei auch auf die Schlachtmethode zu sprechen. Als die schmerzloseste und humanste Art wurde durch Hofthierarzt Dr. Sondermann von München der Betäubungsschlag auf den Kopf, bei großen Thieren mit dem im Stuttgarter Schlachthaus längst eingeführten Lochbeile und darauffolgende Oeffnung der Hauptblulgefäße empfohlen. Wenn hiebei auch anerkannt wurde, daß da« Schächten der Schlachtthiere, wie es bei den Israeliten gebräuchlich, an sich keine Thierquälerei sei, so konnte selbst von Vertretern dieser Methode nicht iu Abrede gezogen werden, daß bei den Vorbereitungen zum Schächten manche unnöthige Qual den Thieren bereitet werde. Man sollte diesen Tadel zur Veranlassung nehmen, diese Vorbereitungen als: Werfen, Binden, Knebeln;c. allgemein so weit zu erleichtern, als e« mit dem Zweck der ntrntp und ihren Vorschriften vereinbar ist und die besten deßfallsigen Methoden veröffentlichen, resp. von Religionswegen anordnen. ibun.n« n«n osan. Oesterreichischer Kaiserstaat Krakau, 10. Aug. Ein neuer Mortara- Fall wird dem „N. W. T." telegraphirt: Sonntags Nachts wurde ein fünfzehnjähriges Iudenmädchen in' einem nahegelegenen Dorfe von zwanzig verkleideten Männern geraubt und in ein Krakauer Kloster gebracht. Zwei von den Thätern wurden in Wieliczka verhaftet. Die Polizei will ohne bischöfliche Erlaubniß nicht emschreiten. — Krakau. Ueber die bereits gemeldete Entfüh-,. rung eines Zudenmädchens, welches in ein Kloster nach Krakau gebracht wurde, schreibt man dem „Tagblatt" aus Krakau, 12. August: Nächtliche Ueberfälle scheinen bei uns seit einiger Zeit in Mode zu kommen. Bor wenigen Tagen erst berichteten die hiesigen Zeitungen von einem Raubanfall, der im Dorfe Kobieczin, 1 Meile von hier, stattfand, und nun bin ich in der Lage, Ihnen wieder einen Ueberfall zu melden, der Sonntag um 10 Uhr Nachts in dem zwischen Krakau und Wieliczka gelegenen Dorfe Kossocice sich abspielte. Diesmal galt es die gewaltsame Entführung eines 15jährigen Mädchens. Die Sache verhält sich folgendermaßen: Ein Wieliczkaer Bergmann entbrannte

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