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Der Israelit · 1869-08-25 · Heft 34 (25.8.1869) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 34 (25.8.1869)
Date
1869-08-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JeitungSoachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Nürnberg, 16. August. Zn der hiesigen Gemeinde wurden zwar bereits Sammlungen zu Gunsten der Nothleidenden Rußlands gepflogen, und sind die Gelder theils unmittelbar theils durch Vermittelung des unter den Auspicien des Herrn Rabbiner Bamberger in Würzburg dortselbst gebildeten Comitvö an Ort und Stelle gefördert worden. Auf die neuerdings von verschiedenen Seiten gegebenen Anregungen hin, die Mittel für die Auswanderung der bedrängten russischen Glaubensgenossen zu beschaffen, hat sich jüngst ein Comite, bestehend aus 19 hiesigen angesehenen Gemeindeglieder ohne Unterschied der confessionellen Richtung gebildet, welches nicht allein die andern bayerischen Gemeinden zu Sammlungen für diesen Zweck animirte, sondern auch in hiesiger Stadt erkleckliche Summen aufbrachte, so daß bereits im Laufe von acht Tagen fast 2000 fl. zusammengesteuert wurden. Dieser günstige Erfolg ist hauptsächlich dem Umstande zu verdanken, daß die Mitglieder des Comites persönlich von Haus zu Haus für den guten Zweck wirkten. Wir wollen wünschen, daß daö Beispiel der Gemeinde Nürnberg, welche bisher nicht gerade im Rufe besonderer Religiosität stand, auch für die andern bayerischen Gemeinden aneifernd ist, und daß sich diese nicht durch das Vorgeben, daß bereits Sammlungen stattfanden, abhalten lassen, neuerdings zur Erwirkung einer nachhaltigen Hilfe Tüpni Vrrs »sd uöp >sd ihr Schärflein beizutragen. Stuttgart, 10. August. Heute tagten hier auf öffentliche Einladung des Hauptlehrers Liebmann von Eßlingen eine größere Anzahl isr. Lehrer und Vorsänger des Landes, die vor einem Zahre die alljährliche Abhaltung einer Conferenz mit Zustimmung sämmtlicher StandeSgenosfen beschlossen haben. Auch Heuer wurde die Fortsetzung solcher freier Versammlungen gutgeheißen und zum nächsten Vorort Heilbronn erwählt. Nachdem über den Lehrerunterstützungsverein, der sich Seitens des Staates, der Königlichen Majestäten, der Gemeinden und der Mitglieder wachsender Zuflüsse zu erfreuen hat, das befriedigende Ergebniß mitgetheilt worden war, daß derselbe, trotz seiner verwilligten Gaben an Wittwen und Waisen von Lehrern, doch schon ein Grundstocksvermögen von circa 1,700 fl. besitze, wurde ein Decret der isr. Oberkirchenbehörde ä. d. 28. Dec. v. I. verlesen, worin diese zu begründen versucht, warum sie der vorgetragenen Bitte um Verwilligung von Reisediäten zu jüdischen Conferenzen der Vorsänger und Lehrer keine entsprechende Folge zu geben wiffe. Wir werden später diesen Erlaß einer näheren Beleuchtung unterziehen. MS die wesentlichsten, nach eingehender Debatte gefaßten Beschlüsse sind zu nennen: 1) die freiwillige, jährliche Conferenz soll als solche beibehalten, und wird von fernerem Versuche, die Aufsichtsbehörde zur Uebernahme der Reisekosten und Diäten aus die öffentlichen Kassen zu vermögen, abgestanden, 2) die im vorigen Jahre eingereichten Petitionen, soweit sie ohne Bescheid geblieben.sind, sollen wiederholt, 3) auf eine angemessene würdige Stellung der Lehrer und Vorsänger, insofern dieselbe bei dem vorliegenden Entwurf eines Statuts für die israelitische Kirche geregelt werden dürfte, soll im eigenen Interesse, sowie in dem der Schule und Kirche mittelst einer an die maßgebenden Behörden einzureichenden Denkschrift hiugewirkt werden. Mit dem Entwurf der vom Ausschüsse zu rcvidirenden Denkschrift wurde Lehrer Löwen stein in Heilbronn beauftragt. Das vom Vorsitzenden vorgelegte Thema: „Umfang und methodische Behandlung des hebr. Unterrichts," mußt* seiner Wichtigkeit wegen, trotzdem es längere Zeit diskutirt wurde, der nächstjährigen, in Heilbronn abzuhaltenden Konferenz, zu welcher dieses Thema behandelnde schriftliche jAusführungen rechtzeitig eingesendet werden wollen, überwiesen werden. Es ist nicht zu zweifeln, daß wie das Interesse für diese Konferenz ein äußerst lebhaftes ist, sie auch segensreich wirken wird, und ist zu wünschen, daß diesem Streben des Lehrersnnd Vorsängerstandes ein freundliches und förderliches Entgegenkommen geeignetcn Orts nicht mangeln möge. Aus Württemberg. Das „deutsche Volksblatt" v. 12. Aug. N. 185 enthält einen Artikel: - „Vom Vaterlande" (welcher eine weitere Verbreitung auch in isr. Blättern verdient): „Es liegt eine Predigt vor mir, welche von Kaplan Fehr in Worms am Sonntag nach der bekannten „Versammlung deutscher Protestanten" gehalten wurde. Der Redner kommt auf das berüchtigte Schandbild zu sprechen, das vom bad. Nachbarlande aus so eifrig verbreitet wird, und sagt: „Es wurde auch zu Hunderten von Exemplaren in verschiedenen Buchhandlungen an den Mann gebracht. Bloß eine Buchhandlung war rücksichtsvoll genug, dieses Schmachbild nicht zu verkaufen, obwohl ihr 200 Exemplare zugeschickt waren. Das war die Buchhandlung des Israeliten Stern, welcher sie alle wieder nach Karlsruhe zurückschickte." Herr Stern war bürgerlich in Laudenbach, OberamtS Mergentheim, und ist der Sohn des Lehrers und Vorsängers Jakob Stern in Sontheim bei Heilbronn, von wo er vor einigen Jahren nach Worms auswanderte. Ehre, wem Ehre gebührt." Aus Oberschwaben. Ihre jüngste Correspondenz über das Ulmer Synagogenproject

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