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Der Israelit · 1869-08-18 · Heft 33 (18.8.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 33 (18.8.1869)
Date
1869-08-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Jahrgang. eilage ju Rr. 33 des Israelit. Leitender Artikel. Die jüdische Ehe nach biblischen und talmudischen Grundsätzen. Von Dr. Aron Hirsch feld. (Fortsetzung.) Da eiu Zeder von ihnen vermöge der in ihrem s -erzen tief empfundenen Gottanhänglichkeit dieses Vorld echt für sich in Anspruch zu nehmen glaubte: {toi mto so seien alle Steine in einen einzigen :r mgewandelt worden; d. h. da alle in dieser Hinsicht ), vn gleichem Eifer beseelt waren, und Einer nicht ix >rößer altz der Andere war, so standen alle zusammenenemmen gleichsam wie ein Mann da. Zbr Strer, en wird immer nur auf einen Punkt hinausgem, die Einheit Gottes aller Orten zir verbreiten, wtz ihres gegenseitigen Wetteifers, die größte Einheit nter sich herzustellen. Unserem Stammvater Jakob hwebte also bei seiner Aussicht, in den Ehestand zu eien, nur der Zweck desselben vor Augen, und geiß muß dann, wcr diesen Zweck zu realisiren hilft, gemtssen geschätzt und geliebt werden. Demnach ist also selbst nach) talmudischen Grundtzm klar bewiejcn, daß seit den frühesten Zeiten vn die Stellung der Frauen bei den Israeliten eine ne, nach den reinsten Zdeen der Humanität lietelle, und dem Mann vollkommen ebenbürtige im anfe sowohl wie in der öffentlichen Gesellschaft stets wesen war und das Zudenthum daher nicht erst auf ne, sich selbst vergötternde Aufklärung von einer anrn Seite her zu warten gkbraucht hatte, bis ihm je reinen und edlen Grundsätze vermöge der forlreitenden Bildung beigebracht werden mußte. Wenn aber trotzdem unsere Weisen in dem täg-;rn Morgengebete die GebetSformel: nw t**w : n „ Gelobt seist Tu, Herr der Welt, daß Du i jch nicht zu einer Frau hast werden lassen," als ein; i kgebet an Gott uns vorgeschrieben: so scheint ans; selben hervorzugehen, daß wir aus dem Grunde dem i ltenfchöpfer unfern Dank abfiatten, weil er uns \ ck feine besondere Gnade bevorzugt und uns zu i m höheren Wesen als zu dem einer Frau werden! Und in der That haben Judenfeinde, die gern!! *) Dieses 7trv in der männlichen Form, obwohl pfi, wie ) |ier auch in dieser Stelle in dm Worten rimfi nufn nr>t> is» I aucht ist, ein nomen femmimmi ist, scheint absichtlich von ' lm Meisen gewählt zu sein, um dadurch vom Steine zu ab- 1 irren und aus eine Person, und zwar auf jeden von ihnen ° hinzudeuten! an dem zu allen Zeiten hoch und bcbr in Sternenreinheit und Lickt-sklarheit einbersckneitenoen Jndenthum einen Makel als Brennstoff kbrer Gehässigkeit ausstnden wollten, diese Gebetsformel als Substrat ihrer Anschuldigung gewählt, um ans dieser besten Inhumanität und Obscurantrsmus vor aller Welt an den Pranger zu stellen. Dock, wie so oft, haben sie auch hierin anstatt Feuerkugeln nur leere Bolzen abgesckoffen. Denn auch diese Anschuldigung beruht auf grobem Mißverstände. Nichts nämlich gilt dem Israeliten höher, als seinem Gott stets dienen zu können. In der Ausübung seiner Gebote und in der Belbätigung der Offenbarungslehre liegt seine größte Freude, und sein ganzes Seelenbeil bangt von der pünktlichen Befolgung des göttlichen Willens ab. Iemehr er des Dienstes Gottes gewürdigt worden ist, desto glücklicher wird er sein Loos pren-u. Nun kann aber die Frau in Berücksichtigung ihres, stets an das Haus gebundenen Berufes nicht so emsig den ReligionSheerd warten und pflegen, wie der Mann. Ihr liegen nur solche Religionspflickten zur Befolgung ob, die an keine bestimmte Zeit*) g« knüpft sind. Denn da sie die Vorsteherin des ganzen Hauswesens ist und dieses ihre nugetberlte 7hätigkeit und ihre ganze Zeit in Anspruch nimmt, so kann sie nickt immer nach Willkür über ihre Zeit verfügen, vorzüglich da ibr körperlicher Zustand Veränderungen unterworfen ist. die an keine Ausübung göttlicher, streng gebotener Pflichten denken lasten. Welch' gewissenhafte, von der Religion durckglühte Frau würde sich nicht in ihrem Innern beunruhigt fühlen, wenn sie von io mancher Religionsobservanz nickt diopensrrt sein würde, und dock wegen der Wartung und Pflege kleiner Kinder oder gar Säuglinge, die wie mit eiserner Nothwendigkeit sie an fick ftsteln, sich außer Stande siebt, ihrem religiösen Diebe durch Befolgung dieses oder jenes, an eine bestimmte Zeit gebundenen Gebotes Genüge zu leisten? Dieses wohl berücksichtigend und in Betrest ihres oft körperlich krankhaft oder abnormen Zustandes hat Gott, der weise und liebevolle Gesetzgeber, ihr in der Religionsübung vielfache Erleichterung gewährt, die sie auch mit Dank anerkennt. Dock behagt dem Mann, der in der Ausübung religiöser Pflickten eine größere Beharrlichkeit und Ausdauer zu erkennen gibt, keinesweges ein solcher Zustand der Befreiung und Ausschließung und darum preist rr sich glücklick , daß rr stets und ungehindert seinem Gotte zn dienen im Stande ist, und für dieses ihm zu Theil gewordene Glück dankt er täglich in jmer Gebets ormel der Gvttr :t; frmj ^i7>c rer niv.

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