Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1869)
- Date
- 1869-08-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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643 g'CttÄäSt ^rsuchung erngeleitet. ' Cme gerrchiliche Un- England. fQnnte ”3) to”t*naZraqSbk') b* 9lffifen in 2** Jte-ufirf- 4 rh°m°s.VKar?Schwkrz(q" l ber? $rauen und verschiedene andere Ankl^te stehen nämlich unter der Beschuldkauna re* ^""6 ber.^hhszehnjährigen Esther Lyons, ernesuna^- »'yn ziemlich beschränktem Verstände, aus dem m dieselbe^rn Bekennern des protestankischen Glauens anzureihen. Unter großer Betheiligung des Publikums wurden die Verhandlungen eröffnet und war er Aufschrei des Mutterherzens wahrhaft erschütternd, ls dieselbe, eine orthodoxe Jüdin, ihres seit Jahr nd Tag vom Elternhause entfernten Kindes ansichig wurde. Doch schien die Tochter sehr wenig Notiz on der Frau zu nehmen, die sie unter ihrem Herzen ^tragen, sondern beschäftigte sich mehr mit den „theuen Freunden", von denen sie umringt war. Bis zum Zeginne des Prozesses hatte sie in der Familie des Paters Straube zu Falkenhain in Schlesien gelebt. Der nteressante Fall ist bis jetzt noch nicht vor den Gdichten entschieden worden und wird voraussichtlich roch mehrere Tage darüber verhandelt werden. London, 6 ^lug. Der vor den Assisen zu Gardist verhandele ensations-Prozeß gegen den pro estantischen Ge-' Nathaniel Thomas, dessen Zattin und Consorten, welche der Entführung der lZjährigev Esther Lyons aus dem väterlichen Hause, —- um dieselbe zum Uebertritt in den christlichen Glauben zu verleiten — angeklagt sind, wurde am Samstag rach 9tägiger Dauer zum Abschluß gebracht. DaS Verdikt der Jury lautet auf Schuldig und 50 Pf. Sk. Entschädigung an den klägerischen Baker der entführten Tochter. Die Verurteilten meldeten sofort die Appellation gegen das Erkenntniß an. S e r b r e n. Nelgrckd. Die Freude unserer Glaubensgenossen in Folge des Kammerbeschlusses, daß alle Einwohner des Landes gleichberechtigt sind, hat sich in großen Kummer verwandelt; denn wie die Zeitung „Serbien" schreibt, ist durch dieses Gesetz nicht da- Geringste hinsichtlich der Stellung der Juden geändert worden und find diese nach wie vor den Ausnahmsgesetzen unterworfen. Amerika. New-Uoiek. Dem „Jew. Mess." wird von Raleigh in Süd-Carolina geschrieben, daß Herr Theodor Joseph daselbst ein Staatsamt erlangt hat. Das ist Alles recht, schreibt dieses Blatt, wir freuen uns über diese Ernennung, aber so viel wir wissen, können im Staate Süd-Carolina Juden nicht als Gouverneure, Vice - Gouverneure und Senatoren gewählt werden. Warum veranlassen nicht die dortigen Glaubensgenossen den jetzigen Gouverneur, der ein sehr liberaler Mann sein soll, seinen Einfluß dazu anzuwenden, daß man die Israeliten vollständig ihren -i'l't*♦ *•, /w* * ,r n . <x r*. . *v, c* Fe«ilI Are Brieftasche. i. Der Abschied. „ Mutter, liebe Mutter, mache mir das Herz nicht noch schwerer durch Deine Thränen. Fasse Dich und füge Dich in das Unvermeidliche." „„Aber ist es denn wirklich unvermeidlich? Könntest Du denn nicht in dem benachbarten Straßburg bleiben? Mußt Du denn durchaus nach Paris?"" „Ich MUß, Mutter. In Straßburg verdiene ich kaum so viel, um mich selbst durchbringen zu können. In dem großen, herrlichen Paris steht mir die Welt offen. Da kann ich auch für Dich Etwas thun, arme Mutter, damit Du nicht Hunger und Kummer leidest in Deinen alten Tagen." „„Ach, mein Alfred, mein Herzenskind, gerade so sprach Dein Vater, als er vor zwanzig Jahren — Du warst erst ein Jahr alt — nach New - Orleans aüswanderte, und jetzt ist er seit fünfzehn Jahren verschollen. Nun, mein geliebter Sohn, willst auch Du von mir gehen. Wer weiß ob ich Dich jemals Wiedersehen werde."" Frau Cers, so hieß die Mutter der jungen M- Attfa ’HOimp in einen Tbränenstrom aus.