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Der Israelit · 1869-08-18 · Heft 33 (18.8.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 33 (18.8.1869)
Date
1869-08-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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641 unsere obigen durch die verschiedensten anderweitigen Berichte bestätigte Mittheilung aufrecht, und Sie thaten sogar die geeigneten Schritte, um die Sache näher zu verfolgen. Im Namen der Wahrhaftigkeit nun (na« n"ap"n bv ion\n) wie im Interesse der Menschlichkeit bitte ich Sie, Hr. Redacteur, den Erfolg Ihrer deßfallfigen Bemühungen demnächst veröffentlichen zu wollen. — Zum Schluß zwei kurze Bemerkungen in Bezug auf die neueste Entwickelunzsphase des russischen Nothstandes, den ich in meinen Fortsetzungen ausführlicher zu besprechen gedenke. Einmal: die dem Unterstützngscomitö zu Memel von den hochherzigen James Rothschild'schen Erben in Paris überwiesene bedeutende Summe von 24,000 Frc. zur Durchführung des Auswanderungsplanes der nothleidenden Israeliten Westrußlands ist ursprünglich an den hiesigen ehrenwerthen Kaufmann Salomon Fein b erg gesandt worden, welcher gemeinschaftlich mit dem so verdienstvollen Hr. vr. I. Rülf für diesen großen Zweck thätig ist und alle dazu bestimmten Liebesgaben unter der Adresse seines Hauses (I. S. Feinberg's Nachfolger in Königsberg in Pr.) entgegenzunehmen sich bebereit erklärt hat. Meine zweite Bemerkung ist eine ^Berichtiauna einer tendenziösen Notiz Ihres Frankst unter dem 5. nähme diesen armen Leuten deßhalb nur spärlich zu Theil werden, weil das Land sich selbst noch nicht ganz von seinen Krisen erholt hat." Aus dem Seebade Golberg. Wie in jedem Badeorte, so ist auch in Colberg die jüoische Welt stark vertreten, und wenn auch so Mancher und so Manche ihr Iudenthum zu verleugnen sich bemühen, ein Blick auf sein oder ihr Gesicht, ein Laut aus seinem oder ihrem Munde kennzeichnen sofort den Orientalen. Physiognomie und Sprache find aber auch ausschließlich die einzigen Zeichen, wodurch sich die große Anzahl der Badegäste Colbergs als Juden doeumentiren. In der Gemeinde-Synagoge ist von dem großen Contingent Juden, das aus aller Herrn Ländern gestellt wird, nur wenig zu merken; denn dort ist kaum daS^ nöthige pjb. Auf der Münde, dem eigentlichen Woh; ort der Badegäste, wird zwar Gottesdienst abgehalj aber ein kleines Stübchen von geringem Ums reicht hin, die frommen Beter zu fassen. Wo^ lieber Leser, glaubst du wohl, deine Glaubens^ in großer Masse zu finden? Begleite mich große Gesellschaftshaus, wo du viele sch^z Kellner mit Handtüchern auf dem Arm gj und hereilen siehst, in ein Haus, wo dem Aroma eines Schweinskotelett kitbürger und Glaubensgenossen dem Herrn Kaufkann Joseph Jacobs in Firma M. S. Jacobs r von Sr. Maj. dem König die silberne Medaille serliehen worden. Alt-Dreifach, 6.Aug. In Bezug auf den so ein- »ringlichen Aufruf, die Noth unserer Brüder in Westrußkland zu steuern vom 4. Aug. a. c. in Nr. 31, möchte sich aus einen Industriezweig aufmerksam machen, dessen Material sehr wohlfeil und allenthalben vorhanden ist, und wodurch Kindern *) v. 8—10 Jahren schon ein Erwerbszweig eröffnet werden kann. Ich meine das Strohflechten und die Strohhut-Fabrication. In den Nothjahren 1816 und 1817 — ich war damals Normallehrer in Endingen in der Schweiz — wurde dieser Industriezweig in der Schweiz und auf dem Schwarzwald eingeführt, und hat bis jetzt, nicht nur die ärmere Klaffe vor Noth bewahrt, sondern auch große Etablissements hervorgerufen, in welchen für Millionen Waaren alljährlich angefertigt werden. Eine fernere Erwerbsquelle ist in dieser unfruchtbaren Gegend: die Bürsten-Fabrication, aus Borsten, Roßhaaren, zähen Wurzelfasern rc. rc. Diese Stoffe finden sich auch allenthalben vor und sind billig zu haben. Möge der Allgütige die Herzen erwecken, daß dieser Noth gesteuert werde. H. Halle. *) Anm. der Red.: Man soll nie die Kinder der Schule entziehen; haben nur die Eltern lohnmde Arbeit, so haben auch die Kinder Ärod. indeß doch ül Leipziger Synodalen mit ihren laxen fauungen und Grundsätzen in Betreff jüdischer' Ehebündnisse dem sündhaftem Weibe und ihrem saubeim Gesponse — versteht sich für Geld nnd gute Worte — zu Willen sein dürfte, wer kann es wissen,, wer will dies so bestimmt Voraussagen? Gottlob!^ wiederholen wir, hier am Orte wenigstens ist dieser Frevel Ofrnjca rftaj) nicht begangen worden — trotz des Ihnen in der genannten Nummer geschilderten Präcedenzfalles von der Wiederverheirathung einer rituell nicht geschiedenen Ehefrau. — Ein anderer Punkt noch, den ich, mich wieder an die September-Correspondenz anlehnend, hier nochmals zur Sprache bringen möchte, betrifft die von Ihnen seiner Zeit entlehnte ursprünglich von mir in der hiesigen liberalen „Hartung'schen Zeitung" gemachte Mittheilung über die polizeiliche Mißhandlung der armen jüdischen Bevölkerung in Petersburg, die der furchtbare Hnnger aus Westrußland nach der kaiserl. Hauptstadt getrieben hatte. Dieser Artikel ging, wie Sie ferner berichteten. unter anderen in eine holländische Zeitung über, von der der niederländische Gesandte "zu St. Petersburg, Herr Baron Gevers in humanster Weise Veranlassung nahm, sich deßhalb an das kaiserl. russ. Ministerium der auswärtigen Angelegenheit zu wenden. Hierauf hat der Minister General Wassermann eine Untersuchung eingeleitet, und was war das Resultat derselben? — daß an der ganzen Sache kein wahres Wort sei. Natürlich, setzte ich in der bekommenden Nummer (256) der „ Hartung'schen Zeitung" hinzu: wie die Untersuchung das Resultat. Wir hielten Beide

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