Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1869)
- Date
- 1869-08-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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640 „Der aus diesen Erzählungen entspringende Nutzen ist größer als daß man ihn aufzLhlen könnte; in Wahrheit jedoch ist es nicht möglich, den Endzweck vollständig zu erkennen,wn oh1?« aroo aroon o, denn die Schrift ist Gottes Schrift." Das Endresultat, das uns aus allem Dem hervorgeht, ist die Bestätigung der oft wiederholten Erfahrung, daß vom Breslauer Seminar dem Iudenthume kein Heil erblühen wird, daß dort eine Afterwissenschaft gepflegt wird, die nur dazu angethan ist, die Zöglinge desselben mit dem Geiste zersetzender und zerfressender Afterkritik zu erfüllen und sie dem echten, wahren Iudenthume zu entfremden. Die vielgerühmte Wissenschaft des Breslauer Seminars ist keine jüdische, sondern eine antijüdische. Die wahrhafte jüdische Wissenschaft umfaßt die schriftliche und die ländliche Lehre, lebt und bewegt sich in ihr, richtet aber nicht gegen dieselbe. Königsberg. Briefe von M. Almoni. (M. Freystadt, Vr.) Zweiter Brief vom 3. August 1869. Ich knüpfe auch diesmal wieder an ^ngsnachrichten und Correspondenzen. mein letztes September-Schreiben, an die 39. Nummer des vorigen Jahrgangs an. Dort meldete ich Ihnen von einer hier zu vollziehenden blutschänderischen Ehe (Nn'niea muM nny) zwischen einem gewissen M. Levy aus Moskau und seiner Schwägerin, der Frau seines verstorbenen Bruders, von dem sie Kinder hat; ich theilte aber gleichzeitig auch die Warnung vor dem unerhörten Frevel mit, welche von Rußland aus damals hierhergelangte. Nun gottlob! mein dabei aus gesprochener Zweifel, ob diese Warnung bei der jetzt leider auf dem Gebiete des Judenthums herrschenden — völligen Gewerbefreiheit, bei der allgemeinen Empörung und Auflehnung gegen Gottes Wort und L>eine heiligen Gebote, überhaupt was helfen wird — j hat sich nicht bewahrheitet, die Schandthat ist vereitelt worden, Niemand wollte hier der erwähnten Frau z^ ihrem sündhaften Beginnen hilfteiche Hand leisten Sie soll später nach Amerika gegangen sein, dort dies Frevelthat ausführen zu lassen, aber auch da soll sie wie wir hören, '^en^M^^^^^^^Wrbenstück^ furter Cvrrespondenten. Derselbe ,^8^Aug. Unseren Juli 1869: „Bis zur Stunde hat polnischen Hilfesuchenden Arbeit verlangt." Freilich von Ferne die Dinge betrachtet, mag dieser Ausspruch leidlich klingen; wir in der Nähe aber haben glücklicherweiser entgegengesetzte Erfahrungen gemacht. Ich komme z. B. so eben von einer kleinen Reise in der Provinz, von der Umgegend Lotzens in Masuren zurück und habe dort zu meiner Freude und Ueberraschung arme polnische Juden im Kaftan und mit langen Bärten fleißig an der preußischen Eisenbahn arbeiten sehen, die sich schon ein Sümmchen im Schweiße ihres Angesichts verdient haben. Man muß nur nicht gleich an der Natur des Menschen verzweifeln und seine Arbeitsfähigkeit unbedingt in Frage stellen! — 29. Juli. Ueber die Noth der jüdischen Familien in den russischen Gränzdistricten schreibt Hr. H. Steinthal der „Neuen preußischen Zeitung": „Während eines achttägigen Aufenthaltes in Ostpreußen hatte ich die Gelegenheit, in Königsberg und den Bahnstädten zu beobachten, wie entsetzlich traurig es den zu uns — behufs Auswanderung — herübergekommen „russischen Juden" ergeht. Abgezehrte, unsaubere Gestalten schleppen sich mühsam vorwärts und sind kaum fähig, um eine Gabe anzusprechen. Die Kinder besonders erregen das tiefste Mitleid; diH; armen Wesen, mit gelber, abzehrender GesichtSfarbr, schlottern in ihren zerrissenen Wämsern. Bis Königsberg haben sich viele dieser Armen mühsam geschleppt; ihre Absicht) auSzuwandern, also nur zum kleinen Theil erreicht. Hier in Ostpreußen kann die Theilerner „Kellner, ich habe doch noch nicht bekommen Butterbrot» mit Schinken," oder, „mein Hasenbrar doch ganz hart" u. s. w. Dort, ich mein in christi Restaurationen findest Du, geneigter Leser, jüd. 9 ner, Frauen und Kinder. Wohl gibt es auch jüd. Restaurationen, die aber wegen der gern Frequenz schlechte Geschäfte machen. In einer de, ben, als man gerade beim Genüsse der duftet Schabbeskugel saß, erreignete sich folgendes Jn^ mezzo, das mir von einem Augenzeugen erzählt wui Ein Herr A. aus Berlin hat in der Restauration vergangenen Sabat das Unglück, neben einem jun^ Manne, Namens G. aus Berlin zu sitzen, der ea brennende Cigarre im Munde haltend, Rauchwolke, in das Gesicht deö Herrn A. blies. Dieser, darüb« entrüstet, sagte zu H. G.: „Wie können Sie sich in terstehen, heute zu rauchen; wissen Sie denn nich daß heute Sonnabend ist?" Was geht mich der Sonn-1 abend an? erwiederte Hr. G. und rauchte weiter. „Wenn Sie nicht zu rauchen aufhören," versetzte A., „so finde ich mich genöthigt, meinen Platz zu verlassen." G. zuckt mit den Schultern und raucht ruhig weiter. Da plötzlich springt Hr. A. von seinem Platz auf, und ries mit lauter Stimme sich an H. wendend:^ Merken Sie sich den heutigen Tag, in acht Tag«' werden Sie nicht mehr rauchen! Dieses hatte denMn-- schein, als wollte A. gegen G. einen Fluch a^ssprechen und hatte zur Folge, daß das ganze Auditorium auf die Seite des Herrn G. trat und für ihn Partei unsere Bericht ten sog her zu (na« r lichkeit deßfallj zu wol in Be? russi! setzung« die den S'gen ‘ sene be führunj Israeli sigen e gesandt dienstvi thätig i der Ad' ger m bereit e Lei ent die