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Der Israelit · 1869-08-11 · Heft 32 (11.8.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 32 (11.8.1869)
Date
1869-08-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X. Jahrgang. Beilage z« Rr. 32 des Zsraelit. -«———- Leitender Artikel. Air jüdische Ehe nach biblischen und talmudischen Grundsätzen. Von Dr. Aron Hirschfeld. (Fortsetzung.) Schon unserem Stammvater Jacob wurden daher von unseren Weisen in einer zwar dunkeln, rätselhaften, aber doch verständlichen Sprache solche Besorgniste und Bedenklichkeiten rücksichtlich seiner künftigen Nachkommenschaft zugeschrieben, indem sie an die Worte der Sckrist: rnpLn np'i, „Er nahm in der ersten Nackt auf seiner Wanderung nach Mesopotamien von den Steinen des Ortes, um sich bei seiner Nachtruhe vor wilden Thieren zu schützen, die Bemerkung knüpfen: d\dk in« isaprotr id'td wki m pnü rpj* -hy moi# nn*o nn« ^ai in« rnpvv mta Dies lehrt, daß alle Steine sich an einem Ort versammelt hätten und jeder von ihnen gesprochen habe, auf mich möge dieser Fromme sein Haupt legen, in Folge bcffen alle in einen einzigen verwandelt worden sind." (Chul. 91). In diesen Worten scheinen unsere Weisen den Zweck der Reise unseres Stammvaters, zugleich aber auch seine Befürchtung, behufs derselben klar angedeutet zu haben. Denn Steine bezeichnen in der heiligen Schritt sinnbildlich Kinder, wie durch viele Belege dargethan werden kann.*) Denn worauf stützte Rebecka ibr Gesuch bei Isaak, ihren Cohn Jakob zu ihrem Bruder Laban gehen zu lassen? Nur auf die Morte (1 Mos. 27, 46): de-n npp ppd crr rn rua uro "ha ’ri’p?v"n 'd r^b p#n n»ao n^a rn nuae, „Ich habe *) |3fr ind p werden ron einer nnd demselben lliadix?53 obgelkittt: p5 mit Willis heißt Lanmotenal, d. h. Stein; p des Ge büride srltst und fi>l>t Erstrr«s HLnfig po« tisch für Letzt«res. So sollten die zwölf Steine des hohen- Piiesteilichrn Lruflschilder di' zwölf Srcmme repräsenlirm, vm ganz Zvrael auf der Blust des Hoher pritfNrs zu mreinigen. D. rr tn erllürt Raschi die Steve Kohel. 3, b nr> r»53i» jm> 053 mit den Dort« n. 'iw3 rif> und die Stelle s Thren. 4, r) r'p r::Ercn mit o-rftio c’j3. Bergt. a» «h Sechar. d, 15. 16 und?» *335 ton drnm jenes die Griechen, dieses Israel be-eichnen. Tiefer eügehivd in die ob- 4«dechte Tertstelle spricht fich Midr. R. Cep 68 noch klarer or s: .e'vde it» c»;t tcx« 5i?e?"3*p iu p iw o*33f> icx o»:t Dorrwr mußte orch Zvsua noch d»m Neb'rgong über den Jor» den lJos. 4, 3) aui Gottes Befehl zwölf Dann, aus jevem Stemm einen, nelmen, die zwölf Steine als ewiges Tenlmal «rn Uhr des Horton errichten sollen!i>30' »:a v3e ireni! — So 1 «ahm auch der Prophet Elia auf d«m Berge Karmel (I. Könige 18, 31) zwölf Steine, rnn durch diese gen- Zrrael zu vertreten, und baute aus diesen einm Altar für Gott. 3p,> «33 vsc iccns einen Widerwillen an meinem Leben vor den Töchtern > Cheth, wenn auch Jakob eine Frau nehmen sollte von den Töchtern Cheth wie diese von den Töchtern des Landes, wozu soll mir denn das Leben?" Die Töchter Kanaans waren also für Jakob zu schlecht, um aus deren Mitte eine Gattin für ihn zu wählen. Er sollte darum zu dem Bruder seiner Mutter, um von dessen Töchtern sich eine zur Frau zu nehmen, weil diese bester als jene zu sein schienen. In diesem Bewußtsein und in dieser Hoffnung verließ nun der junge Pilger den väterlichen Heerd und reiste voll Gottvertrauen nach Aram. Doch unterweges mochten ihm mannigfache Befürchtungen über den Zweck dieser Reise aufgestoßen sein. Wie. dachte er sich wohl, werden die Töchter dieses Landes nicht ebenfalls dem Götzendienste anheimgcfallen fein, und werden meine Nachkommen, die von diesen erzogen werden sollen, demselben nicht wieder huldigen, oder den Glauben an den einzigen Gott, meiner und ihrer Aufgabe gemäß, zur allgemeinen Kenntnß und Verbreitung bringen? Werde ich wohl einst ruhig mein Haupt niederlegen können, wenn meine letzte Stunde geschlagen und finstere Nacht um mich euSgebreitet sein wird, im Vertrauen, daß meine Nachkommen die Segnungen und Verheißungen meiner Väter, des Abraham und des Isaak, auf sich vererben lasten werben? Lolche und ähnliche Gedanken mochten das Haupt des wandernden Patriarchen umschwebt haben. Doch darüber hat ibn Gott in einem Traumgesichte beruhigt und ihm die Versicherung gegeben, daß alle seine Söhne werden einig unter sich, wie ein Mann, im festen Glauben und Vertrauen auf Gott dastehen, daß kein Makel und kein Fehl an ihnen haften werde. Diesem wollten nun gewiß unsere Weisen in dem Wettstreite der Steine*) auSdrücken, daß sämmtliche Steine sich versammelt und unter sich gestritten hätten, wer das Vorreckt von ihnen haben sollte, unter dem Haupte de« Frommen zu liegen. Hiermit sollte nämlich angedeutet werden, daß seine Söhne sämmtlich einst in Bein st ihres tugendhaften und gläubigen Wandels einen edlen Wettstreit anstellen werden, wer als der beste von ihnen gelte, daß der Vater könne seinetwegen ruhig am Ende seines Lebens das Zeitliche seg^ nen und sich zum letzten Schlafe sorgenlos niederlegen; er werde schon das Gebäude weiter aufbauen, zudem jener den Grundstein gelegt habe. (Forts, folgt.) *) S. Raschi daselbst hu> 11 »im» iiiw.

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