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Der Israelit · 1869-08-11 · Heft 32 (11.8.1869) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 32 (11.8.1869)
Date
1869-08-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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620 durch ein geistiges Band $u vereinen, dieselben durch Veröffentlichung ihrer Arbeiten zu rastlosem Studium anzuspornen, so daß die Wechselbeziehungen ihrer Arbeiten unter einander höchst segensreich auf ihre Bestrebungen wie auf ihr wissenschaftliches Leben überhaupt einwirken wird. Denn nur auf diese Weise wird es möglich, die Resultate der Pädagogik zu übersehen, auf ihre Fortschritte, wie ihre Mängel und Lücken aufmerksam zu sein, die Punkte möglicher Erweiterung zu entdecken, Jrrthümer zu widerlegen und dem Dämmerungszustand aufzuhellen. Er wird sich jedoch auf keine religiöse Tagesfragen einlassen, und überhaupt keine religiöse Färbung annehmen. 2. Wird er bestrebt sein bei der Regierung zu erwirken, den jüdischen Lehrern eine feste Anstellung zu verschaffen. 3. Die im Circular angegebenen. Wir wollen damit jedoch nicht dem verwerflichen Communismus huldigen okrer gar sogenannte Strikes herbeiführen; vielmehr wollen wir auf solider und rechtlicher Basis das Verhaltmß der Lehrer den Gemeinden gegenüber feststen. 4. Wird er es sich zur Aufgabe machen in den Elementarschulen einen einheitlichen Unterricht, soweit solcher thunlich, einzuführen. Unter den vielen geistigen Mitteln, die uns zur Erreichung obiger Zwecke zur Verfügung stehen, wollen wir nur eines hervorheben. Der Verein wird seine Mitglieder alle Schulbücher ausarbeiten lassen, selbe der Regierung znr Begutachtung vorlegen und sie nach und nach in den Schulen einsühren. Der Erlös aus den Schulbüchern, d. h. Druckkosten abgerechnet, bildet das Vereinsvermögen. Dies werden beiläufig die Statuten enthalten; wir sind jedoch bereit, und es wäre uns sogar erwünscht, wenn die Herren Collegen rms noch vor Ausarbeitung der Statuten ihre Ansicht in dieser Angelegenheit brieflich zukommen lassen wollten. Nie und nimmer werden wir uns in den Zeitungen auf Kritiken u. dgl. einlassen, da die Sache, die wir vertreten, zu ernst und die Zeit zu kostbar ist, als sie nutzlosen Scribeleien zu opfern. Die Obigen. Aeitun-snschriehken ttttfe Eorrespon denzen. Deutschland. Mainz, den 30. Juli. Von befreundeter Hand wird uns die Nr. 30 der zu Rheinberg erscheinenden „ Rheinischen Sonntags - Zeitung " vom 25. Juli d. I. übersandt, in welcher sich die weiter unten folgende Erklärung eines Beamten, Namens Beyer vorfindet. Da die darin berührten Verhältnisse vom allgemeinen Interesse sind, so wollen wir sie hier einer ausführlicheren Besprechung würdigen. Die erwähnte Erklärung wurde durch Folgendes veranlaßt. In j einem Gasthofe ließ sich der genannte B. feindlich gej gen die Israeliten und das isr. Religionsgesetz aus. In Folge des dadurch auch bei Christen erregten allgemeinen Unwillens wurde eine gerichtliche Klage gegen Herrn B. anhängig gemacht, worauf dieser die nachstehende Erklärung in der genannten Zeitung veröffentlichte : „Erklärung. Um Mißverständnissen zu begegnen, laßt der Unterzeichnete, die von ihm im Gasthof Neukerk hierselbft gelegentlich citirten Bibelverse darum hier wörtlich folgen, da nicht allein die Herren Israeliten sich dadurch beleidigt finden, sondern auch viele Bürger christlichen Glaubens, diese von Moses den Kindern Israels ertheilten Gebote nicht kennen möchten, und daher leicht zu der Annahme geleitet werden könnten, als sei von ihm wirklich eine Beleidigung beabsichtigt worden. Die citirten Gebote heißen im 5. Buche Moses 14. Kapitel 21. Vers: „Ihr sollt kein Aas essen, dem Fremdling in dei- „nem Thor magst du es geben, daß er es esse oder „verkaufe es einem Fremden. Denn du bist ein „heiliges Volk dem Herrn deinem Gott. Du sollst „das Böcklein nicht kochen, weil es noch seine Mut- „ter sauget?' Und im 5. Buche Moses 23. Kapitel 19. und 20. Vers: „Du sollst an deinem Bruder nicht wuchern, weder „mit Geld noch mit Speise, noch mit Allem, damit „man wuchern kann. — An dem Fremden magst „du wuchern aber nicht an deinem Bruder; auf daß „dich der Herr dein Gott segne in Allem das du „vornimmst im Lande, dahin du kommst daffelbe „einzunehmen." Die Losung heißt daher: Vorsicht!! Rheinberg, im Juli 1869. i Beyer."; Wir haben hiegegen zu bemerken, daß Herr B. i die beiden von ihm citirten Bibelstellen vollständig! mißverstanden hat; sonst könnte „er das Losungswort: Vorsicht!" nicht an den Schluß seiner Erklärung stellen. Dasjenige Wort, welches Luther V. B. M. 14, 21 mit „Aas" übersetzt, heißt in der hebräischen Sprache: „Rebelah" und bedeutet nichts Anderes als ein Thier. welches nicht nach dem den Israeliten > vorgeschriebenen Ritus getödtet worden ist. Bekannt-! lich ist die Art des Schlachtens bei den Juden eine ganz besondere; ist nun das Thier in andere Weise getödtet, oder ist nur bei dem rituellen Schlachten em Fehler, ein Versehen oder ein störender Zufall vorgekommen, hat das Schlachtmesier eine noch so kleine Scharte, oder ist beim Schlachten eine secundenlange

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