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Der Israelit · 1869-08-11 · Heft 32 (11.8.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 32 (11.8.1869)
Date
1869-08-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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619 wem wäre mit der Aushebung von pa-n *-*.«•« gedient? Die frommen, gotteSfürchtigen Jsraerttku würden auS dem obenangesührten Grunde den r^vren nickst folgen wollen und deren Autorität bestreiten — und die Andern, ja, die werden gewiß am Sabbat ihre Läden schließen, nicht mehr schneiden, reißen, schreiben, siegeln, rauchen am Tage des Herrn., wenn ihnen Herr Frankel und Genossen erlauben würden; ein nspio ”ün von der Stelle zu beweaen, — sie würden gewiß aufhören an nichtjüdischer Tafel zu speisen, wenn ihnen der theologisch-jüdische Verein erlauben würde, bis drei Tage vor Tischah Beab Fleischkost zu genießen, sie würden gewiß ihre längst verschimmelten Gebetriemen hervorsuchen, wenn ihnen die ehemaligen Schüler des Breslauer Seminars gestatten würden, die halbe Sidrab vor Tisch und die andere nach Tisch zu hören!!! „Aber," wird man uns entgegnen, „zwischen den genannten Parteien stehen auch wiederum Viele, denen z. B. mit der Aufhebung des zweiten Feiertages, mit der Erlaubniß b'"üj dV at>ni oj” nno rc. zu genießen gedient wäre!" Ganz recht — aber, ob ihnen damit gedient sei, darum handelt es sich nicht; es handelt sich vielmehr darum, die Schäden der Zeit zu heilen, die Halben, die Wankenden, die Schwankenden, die der Gefahr des Abfalls Ausgesetzten zu Gott, dem Herrn, und zu der Religion der Väter zurückzuführen, und das geschieht nimmer auf dem Wege, den der theologisch-jüdische Breslauer Verein eingeschlagen hat. Davon, s. G. w., daS nächste Mal. Gin Verein israel. Lehrer. Es hat sich ein „Verein israel. Lehrer" gebildet und das folgende Circular versandt: Elmshorn (Holstein), im Jnli 1809. Sehr geehrter Herr College! Wir leben gegenwärtig in einer Periode, in welcher die verschiedenen Zweige menschlicher Thätigkeit innerhalb der gemessenen Kreise, worin sie Jahrhunderte lang sich bewegt hatten, nicht ferner sich festhalten lassen. Vergesellschaftung — Vereinigung — Verbindung — ist die Parole des Tag»8 — um theils positive Vortheile zu erreichen, theils um wirkliche oder drohende Uebel abzuwehren. Unter stets neuen Formen und Namen wächst fort und fort die zahllose Menge derselben, nicht blos zum Gewinn und Betrieb aller materiellen Güter, die sich durch die mannigfaltt'gsten Verbindungen von Notur- und Menschenkrästen erzeugen lassen, sondern auch zur gemeinsamen Erforschung der Wahrheit in allen Reichen des Wissens sowie zur Verbreitung jeder Art von Kenntnissen. Und selbst irr das Gebiet des religiö'cn und sittlichen Lebenö greif: der mächtige Associalionsgeist auf verschiedene Weise mit neuer, staunenerregender Wirkung ein. An dem isr. Lehrerstande, obwohl derselbe gegen manche Mißbräuche und Vorurtheile zn kämpfen, hat, sind die Forderungen deS Zeitgeistes bisher spurlos vorübergegangen. *) Er hat es bis jetzt nicht bedacht, daß der Mensch in der Isolirung das schwächste aller Geschöpfe ist, daß die Kräfte des Einzelnen zu gering und daö menschliche Leben zu kurz ist, um irgend ein großes Ziel zu erreichen; daß dagegen zu mächtige«, Gebietern der Erde, zur wachsenden Herrschaft über die Natur und deren Verhältnisse die Menschen durch die Verbindung ihrer Kräfte zur Erreichung ihrer Zwecke sich erheben. Durch vorstehende Idee angeregt, haben mehrere Lehrer Deutschlands sich zu einem Verein constituirt, der es sich zur Aufgabe machen wird, mit aller Kraft und Energie die Rechte und Angelegenheiten der Lehrer in alle» Beziehungen zu schützen und zu vertreten und den Lehrern eine ihnen angemessene Stellung in der menschlichen Gesellschaft zu verschaffen. Namentlich wird er bestrebt sein, unter seinen Mitgliedern ein harmonisches Zusammenwirken herzustellen und durch seine Centralisation eine Phalanx zu bilden, mit welcher er alle Hindernisse übersteigen wird, die sich ihm etwa in den Weg stellen sollten. Die Mittel und die Wege, wodurch er Obiges erreichen will, werden in der General-Versammlung durch Statuten angegeben werden sowie in derselben auch die Vorsteher und die Geschäfts-Commissionen ernannt werden. Geldbeiträge werden nicht zu entrichten sein. — Wir erlauben uns, an Sie die ergebene Anfrage zu richten, ob Sie geneigt wären, diesem Vereine beizutreten, mit dem Bemerken, uns längstens bis 14 Tagen Ihre geehrten Zeilen gefälligst zukommen zu lassen. Mit freundschaftlichem und collegialem Gruße haben wir die Ehre zu sein Der Verein isr. Lehrer. Namens desselben: vr. Adler." Bemerkung. Bis heme den 27. c. haben wir circa 400 dieser Circulare verschickt, und sind bereits 200 Beitrittserklärungen eingegangen. Diejenigen Herren, welche dasselbe nicht erhielten, werden ersucht hievon Notiz zu nehmen, und es als empfangen zu betrachten. Um Mißdeutungen vorzubeugen, wollen wir den Zweck des Vereines näher angcben. Derselbe wird folgende Tendenzen verfolgen: 1. Wird er sich bemühen auf pädagogischem Gebiete seine Mitglieder *) Die jetzt bestehenden isr- Lehrervereine sind theils Lokalvereine, theils ist ihre Tendenz eme andere.

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