Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 31 (4.8.1869)
- Date
- 1869-08-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447426--07459-2463061- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
606 hatte eine Frau, die in Folge ihres zanksüchtigen Charakters ihrem gottgelehrten Manne sehr viel Leidwesen zufügte, und doch hat er, so oft er nur vermochte, ihr zarte Aufmerksamkeit bewiesen und sie, sobald er eine Reise unternahm, durch seltene und ausgesuchte Gaben und Geschenke, die er ihr mitbrachte, zu erfreuen gesucht. Als er sedoch von Raw bedeutet wurde, baß sie wegen der ihm zugesügten Kränkungen solcher Auszeichnung der Liebe Nicht werth sei, so erhielt er von ihm die Antwort: unw nfc'SDi m nH-uvw wn «ann „Wohl haben die Frauen unsere Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit schon darum verdient, weil sie unsere Kinder zum Guten erziehen und sogar uns Ehemänner selbst von so mancher Sünde abhalten. Also Verdienst genug für eine Frau, das unsere ganze Theilnahme lebhaft in Anregung bringen muß. Denn von einer guten, zur Ehre Gottes und der Menschen gereichenden Erziehung unserer Kinder hängt unser ganzes Heil, unsere irdische Wohlfahrt, wie ewige Glückseligkeit ab. Diese ist unsere höchste Aufgabe auf Erden, vor welcher jede andere Pflicht in den Hintergrund treten muß. Auf sie haben wir daher unsere ganze Aufmerksamkeit zu richten. Wer sie vernachlässigt oder sie gar mit Leichtsinn und Gewissenlosigkeit behandelt, auf dem lastet eine schwere Verantwortung am Tage des göttlichen Gerichtes. Heil dem Manne, Lessen Gattin, während er, abwesend vom Hause, in der Werkstätte seines Berufes im Schweiße seines Angesichts arbeitet, mit Umsicht und Gewissenhaftigkeit die Erziehung der Kinder leitet und überwacht. Denn er kann ruhig seinem Geschäfte obliegen, weil er das frohe Bewußtsein hat, daß seine sorgsame Gattin den von ihm getroffenen Bestimmungen und Anordnungen behufs der Kindererziehung mit Pünktlichkeit nachzukommen sich beeifern wird. Wenn auch diese so schwierige Aufgabe der Kindererziehung eine männliche Kraft erheischt, und es vorzüglich des Mannes Pflicht wäre, derselben mit aller Energie und Entschiedenheit vorzustehen: so ist doch die Mutter mehr um das Kind als der Vater und vermag bei diesem durch ihr sanftmüthiges Wesen mehr Gutes und Edles zu bewirken, als des Vaters noch so gut gemeinte, aber mit Ernst und gemessenen Worten nachdrücklich anempfohlenen Lehren. Daher gebührt der Frau jedenfalls eine Hauptstelle bei der Erziehung der Kinder. Denn ihr Einfluß auf dieselben ist weit größer als der des Vaters. Wer daher fromme und wohlerzogene Kinder erstreben will, der muß sich eine solche Gattin wählen, die ihm eine sichere und wesentliche Hilfe, namentlich bei der Leitung seiner Nachkommen, zu gewähren verspricht, damit durch letztere der Name Gottes verherrlicht werden könne. Es ist daher ein tiefes Wort unserer Weisen (B. Bathra 108), wenn sie sagen: DKn 'n^ ouan o’ju an, „daß die meisten Kinder den Brüdern der Mutter ähnlich werden". Denn da Geschwister nach einerlei Grundsätzen gebildet und erzogen sind, und die Mutter ihre Kinder in denselben Principien und nach derselben Schablone wieder unterrichten lassen wird, wie sie dieselben im Vereine mit ihren Brüdern genossen hat: so werden ihre Kinder auch ganz in den Fußtapfen ihrer Brüder wandeln. — (Forts, folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 30. Juli. Von unserem bisherigen Pesther Correspondenten, Herrn M. H., geht uns die Erklärung zu, daß derselbe die Angabe von den „700 Gemeinden" für einen Jrrthum des betreffenden Correspondenten gehalten, daß er aber, da die Sache von allen Seiten bestätigt wird, seine darüber gethanen Aeußerungen zurücknimmt. Wir können die erwähnte Zuschrift des Herrn M. H. um dessentwillen nicht veröffentlichen, weil wir den diesbezüglichen Streit, der uns unsägliches Herzeleid bereitet hat, nicht weiter zu führen entschlossen sind. Indem wir nun Herrn M. H. das Wort zu seiner Vertheidigung gegen den Artikel „aus Oberungarn" in Nr. 29 d. Bl. nicht gestatten, müssen wir selbstverständlich auch weiteren gegen Herrn M. H. gerichteten Aufsätzen die Aufnahnre versagen. Stuttgart, 6. Juli. Samstag Nachts wurde der Opferstock in der Synagoge dahier erbrochen und seines Inhaltes beraubt. Andererseits wird behauptet, die Diebe haben mittelst Leimstäbchen das Geld herausgesischt. Wie man hört, soll man die beiden Schwarzkünstler bereits haben. Da übrigens dieses Gotteshaus fast nur an Sabbat- und Festtagen und auch an ersteren nur spärlich besucht wird, so kann der Inhalt des Opferstocks nur klein gewesen, oder es muß der Fall denkbar sein, daß die Synagogenbesucher auch an a"'i mit* Geld in die Büchse werfen, dann bewährten sich die Prophetenworte in den nnavn der jetzigen Nationaltrauer: ksep o aaa nteoa ’j’sp nrvo «on i&’Dtn üb no nymn p *psw; dvpdS n>n “iddd , wsj nfcuff oanyiD , dhd nnp Knp’ p nnw; T^na nn’DNi naa Fürth, Ende Sivan. (Durch Zufall verspätet.) Zu den erfreulichsten Erscheinungen auf dem Gebiete der Gleichberechtigung in unserer toleranten Neuzeit gehört es sicherlich, wenn unsere Glaubensgenossen resp. einzelne derselben, zur Vertretung der Gesammtheit ihrer Mitbürger erkoren werden, sei es durch die Wahl zu Gemeindecollegien, oder als Abgeordnete zu den Ständen des Landes. Don letzterer habe ich Ihnen heute eine freilich bereits durch die Zeitungen bekannt gewordene Thalsache zu berichten, die, an sich für die