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Der Israelit · 1869-08-04 · Heft 31 (4.8.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 31 (4.8.1869)
Date
1869-08-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X Jahrgang. eilage zu Nr. 31 des Israelit. Leitender Artikel. Die jüdisch. Che nach biblischen und talmudischen Grundsätzen. Von vr. Aron Hirschfeld. (Fortsetzung.) Der obgedachte Midrasch constatirt durch ein Beispiel diese Behauptung, indem ein sehr goitbcflisscner Mann (Ton) sich aus dem Grunde von seiner ebenso frommen Gattin habe scheiden lassen, weil seine Ehe von keinem Kindersegen begleitet war. Beide haben sich jedoch anderweitig wieder verheirathet. Nun traf es sich aber, daß beive an ganz entgegengesetzte Persönlichkeiten gekommen sind. Der fromme Mann bekam eine frevelhafte Gattin, die ihren früher so gottdurchdrungenen Gemahl eben so schlecht und gottlos gemacht, wie die fromme Geschiedene ihren zweiten lasterhaften Ehemann vollkommen gebessert hat! — Welch großer Werth demnach auf die religiöse Erziehung der Töchter in practischer wie theoretischer Hinsicht gelegt werden muß, ist leicht zu ermessen. Denn gerade durch religiöse, der Religionslehre kundige, mit Liebe und Begeisterung für ihren Glauben herangebildete Frauen, kann das Iudenthum, wenn ihm von Seiten des männlichen Geschlechts aus Mangel an Gesetzkenntniß, durch Ueberwucherung des Materialismus, wie leider in unfern Tagen, Untergang in manchen Gegenden zu werden droht, einen neuen, einen nie geahnten Aufschwung und eine seltene Regeneration erlangen. Darum können sich unsere, so tief in daS Wesen der Verhältnisse eindringcnde Weisen nicht genug in Lobeserhebungen über den ergehen, der eine DDn td^p pd Tochter eines Gesetzeskundigen, voraussichtlich, daß diese, wie nicht zu zweifeln ist, mit nöthigem Religionsw ffen ausgestattet, wie von practischer Anwendungsbeflissenheit durchglüht ist, sich zur Frau genommen hat. Hierher gehören die diesbezüglichen Stellen: pmns id'vn DDn Tvdpd inn N’pön nJ’DKG, „Wer seine Tochter einem Gottesgelehrten zur Frau gibt, ist so gut, wie wenn er sich mit der Gottheit selber verbunden hätte." (Pes. 49) -ns»' p'-n nt>« in no qnp n"n pd net i/ spp no oin n"n vn, „Stets beeifere sich der Mann Alles zu veräußern, um sich die Mittel zu erwerben, die Tochter eines Gesetzeskundigen ehelichen zu können; denn bei seinem Tode oder seiner Verbannung werden seine Nachkommen das Feld der Religion wieder urbar machen und neu bepflanzen" (Ibiä). din n«n dn pND ppp DM “1DNJP n"n DD NP’ IjnjD PpDlD rTOPP idd T»p npj» nns’ D'O nne um P12' -idj/t ,pnp yo2, „Sietjt Jemand, daß unter seinen Nachkommen die Gesetzkenntniß in Vergessenheit zu kommen droht, so heirathe er die Tochter eines Gottesgelehrten." Denn also heißt es (Hiob 14, 9): „Wenn seine Wurzeln in der Erde zu verdorren anfangen und im Staub (durch Sinnlichkeit) sein Stamm absiirbt: du? ch diesen neubelebenden Hauch des frisch fließenden Wassers wird er wieder von Neuem ausblühen und eine neue Ernte wie am Tage' seiner ersten Pstanzung hervorbringen". (Ioma 71) Ober nach einer andern Stelle: B'D'DD D-in PDT D^, „Stets verbiuoe der Mensch sich mit Guten" (Baba Bath. 108 u s. u-.) Und gehen wir 4. auf den Zweck des Ehestandes über, so darf ilvjer doch kein anderer sein, als die durch Fortpflanzung zu erhaltende Nachkommenschaft. Keinem Volke, wie Israel, ift eben der Kindersegen als das höchste Gut von Gott selbst zuerkannt worden. Zndeß ist auch dieser nur ein relativer, nur dann als ein wahrhaft göttliches und glückvermehrendes Geschenk anzusehen, wenn die Kinder zur Ehre Gcttes und zum Heile der Menschen erzogen werden. Denn Israels Aufgabe ist es, die allgemeine Anerkennung und Verherrlichung Gottes durch seine Nachkommen zu vermitteln, und daher diese letzteren durch eine sittlich gehobene, fromme, Gott und Menschen ehrende Erziehung Gott, ihrem Urheber, zu weihen und zu. heiligen. Doch wem liegt die Erziehung der Kinder wohl mehr ob als der Mutter? Denn ihrer Obhut werden zunächst die jungen Pflänzchen zu deren sorgfältigen Pflege und körperlichen wie geistigen Entfaltung übergeben. Sie hat zunächst die Ausgabe, alle zarten Keime und Anlagen stusenmäsüg zu entwickeln und ihnen eine ihrer Bestimmung zusührende naturgemäße Richtung zu geben. Wahrlich eine Aufgabe, die, neben großer Mühe, Sorgfalt und Ausdauer auch Standhaftigkeit und Gewissenhaftigkeit erfordert und von so großer Tragweite ist, daß die irdische wie geistige Glückseligkeit ^des jungen Schößlings von dieser allein zunächst abhängt. Wenn daher auch so manche Ehefrau mit ihrem Manne nicht immer, wie es sein sollte, im besten Einverständnisse lebt , so gebührt der Frau doch stets schon wegen der mit Anstrengung und Aufopferung verbundenen Kindererziebung die Haupstellung im Hause sowohl, als öffentliche Anerkennung, und Mann und Frau werden sich daher, wenn sie gewissenhaft sein wollen, wenigstens in Anbetracht dieses wichtigen Punktes, mit Zuvorkommenheit gleich entgegenkommen und sich gegenseitig unterstützend freundlich die Hand bieten. Darum heißt es (Ievam. 63): Rabbi Chija

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