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Der Israelit · 1869-08-04 · Heft 31 (4.8.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 31 (4.8.1869)
Date
1869-08-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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sotirter Brief, begleitet von einer Anweisung von 800 Rthlr. für die Nothleidenden in Ostpreußen, die höchst verwerfliche Ansicht Lüge, obwohl diese nicht erst noch deS Gegenbeweises bedarf, da das echte Iudenthum neben Gesetzeskunde und Gottesdienst auch die Menschenliebe als Grundpfeiler, doch alle drei zusammengenommen von der Religion getragen, aufftellt. Der Brief selbst möge in den Spalten dieses würdigen Organs für die Interessen des orthodoxen Judenthums seine ihm gebührende Stelle finden. Er lautet: Herrn vr. Sal. Pleffner Wohlgeb. in Posen. St. Francisco in Californien 10. Juni 1869. Hochgeehrter Herr! Das Unterzeichnete Comitö im Namen des alt-jüdischen Ordens (>:-o inp) „Kescher schel Barsel" hat in Bezug auf die Empfehlung und das Mitwirken unseres Rabbiners hierselbst, des Herrn Dr. Julius Eckmann sich zur Aufgabe gen,acht, zuvörderst unfern allmächtigen Schöpfer und Erhalter für Seine Güte zu danken, daß wir im Standr sind, Seine Gebote zu halten und auch denen bekzustehen, die unserer Hilfe bedürfen. Der Ruf um Hilfe kam diesesmal vom fernen Osten, durchdrungen von dem Gefühle und den Thaten unserer Ahnen, daß die nyom m sind, stets bereit, Werke der npis auszuüben — das theuerste Vermächtniß uns hinterlassen. — „Der Orden Kescher schel Barsel in Amerika, ein rein jüdischer, dessen Aufgabe es ist, die Israeliten in diesem Lande zu verbinden , will die Entwickelung der höchsten Interessen des Iudenthum« ermöglichen. Während die Orden dei Gefühle unserer Freundschaft und Brüderlichkeit erweckt und nährt, dem Kranken Trost und Hilfe, dem Sinkenden die rettende Hand bietet, die Thränen der Mttwen und Waisen trocknet -Mb^Annahme in allen Lagen und Verhältnissen des Lebens, die Freuden des Glückes erhöht und die Bürde widrigen Schicksals erleichtert, ist es seine weitere und hauptsächliche Absicht, die geistige Ausbildung seiner Mitglieder zu heben, ihnen die Grundsätze wahrer Sittlichkeit einzuprägen und die Kenntniß der reinen und erhabenen Lehren des Judenthums zu fördern und zur Geltung zu bringen." Die Noth in Ostpreußen *) wurde uns geschildert, und wurde auch von europäischen Zeitungen bestätigt. Auf diese Veranlassung hin haben die jüdischen Logen des altjüdischen Ordens Kescher schel Barsel einen Ausschuß von 18 Mitgliedern gebildet, diese wiederum ein Executiv-Comite von -dreien, welches die Unterzeichneten zu bilden die Ehre haben. Wir gingen sofort energisch ans Werk, veranstalteten ein Concert und einen Vortrag zum Besten der Nothleidenden, wo wir achthundert (800) Thlr. Netto erübrigten. *) Anm. der Red.: Soll wohl heiße«: Westmßland. In diesem Unternehmen sind wir unterstützt worden von hiesigen Künstlern, die freiwillig für diese« wohlthätigen Zweck ihre Dienste darboten, besonderaber durch Herrn B. F. Peixotte (einen portugistschen Juden) der die Anrede hielt. — Mit dem Bewußtsein, daß wir uns an den rechten Mann wenden, denn als gottesfürchtigen Mann, «in non -poto □’Q# sind Sie, hochgeehrter Herr, von unserer frühesten Jugend uns bekannt — haben wir einstimmig beschlossen: das Geld Ihnen direct zuzusenden und Ihnen gänzlich zu überlassen, über die Verwendung desselben zu verfügen. Indem wir nun diese, uns so angenehme Pflicht erfüllen, bitten wir um Verzeihung, daß wirSie mit diesem Aufträge belästigen; und nehmen Sie vorläusig den Dank der ganzen Bruderschaft entgegen. Mit dem Wunsche, daß der Gott Israels Sie noch viele Jahre in Ihrer wohlthätigen Wirksamkeit mit Ihrer lieben Familie erhalte, zeichnet im Aufträge der Bruderschaft K. S. B. Das Comitö Jacob Th. Vogelsdorf. Nathan Levy. Salomon May." Daß nun mein würdiger Schwiegervater sich beeilt hat dieser ehrenvollen Auffordung, die übersandte achthundert Thlr. an die Nothleidenden Ostpreußens zu übermitteln, nachzukommen, versteht sich von selbst. Es ist bereits an das betreffende Comite jener Provinz zugefandt worden. vr. Aron Hirschfeld. Frankfurt a. M., 27. Juli. Ein Bettler aus Bierstein wurde schlafend in der Promenade betroffen und leistete der Aufforderung des Rachstvächters, aufzustehen, keine Folge, vielmehr bediente er sich verschiedener herabwürdigender Aeußerungen. Der Gerichtshof erkannte auf 3 Wochen Gefängmß. Als daS Urtheil pnblicirt war, trat plötzlich ein Mann aus dem Publikum hervor und theilte dem Gerichtshof mit,, daß der Beklagte kein Jude, sondern ein Katholik sei und nicht aus Bierstein, sondern aus Eckertsrode stamme. Er könne als Jude es nicht dulden, daß ein Mensch, wie Beklagter, sich für einen Israeliten ausgebe und dadurch sämmtliche Glaubensgenossen schlecht mache. Der Beklagte erbleichte und mußte eingestehen, daß er ein Anderer, als er angegeben, sei und damit war gleichzeitig festgestellt, daß auch die Briefe und Empfehlungen von angesehenen Israeliten, welche er bei sich trug, gefälscht waren. Die Staatsanwaltschaft behielt sich für eine spätere Sitzung ihre Strafanträge vor. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Der Kaiser von Oesterreich hat dem Beamten des hiesigen Großhandlungshauses S. M.

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