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Der Israelit · 1869-08-04 · Heft 31 (4.8.1869) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 31 (4.8.1869)
Date
1869-08-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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600 .inen schönen, silbernen Pocal mit entsprechender Inschrift zu überreichen. Möge Herr Weiuschenk noch lange «eines heiligen Amtes warten! — Berlin, am 17. Ab 5629. n"3 Wir sind am Ziele Nachdem die Unterschriften und Zeichnungen zur Bildung einer gesetzestreuen Gemeinde eine ansehnliche Anzahl erreicht hatten, bildete sich vor ungefähr 5 Wochen ein (Semite von 18 strengreligiösen und sehr angesehenen Männern, die ihre Tätigkeit mit der Aufforderung an Herrn vr. Hildesheimer begannen, das Rabbinat dieser Gemeinde, die den Namen my angenommen und den Sckulchan Aruch auf ihre Fahne geschrieben, annehmen zu wollen. Das Schreiben hob hervor, welche Erwartungen man mit Recht hegen dürfe von der großen jüdischen und profanen Gelehrsamkeit, von der Energie, der Consequenz, Charakterfestigkeit und Uneigennützigkeit des Herrn Rabbinen, daß sich die Gemeinde nur gebildet habe unter der Bedingung, daß er das Rabbinat annehme und daß die speciellere Organisation sämmtlicher Angelegenheiten vertrauensvoll in seine Hände gelegt werde. Nicht lange, und die Antwort des Herrn vr. H. traf ein, worin er die Stelle anzunehmen verspricht, wenn das Comite 5 Forderungen, die als nothwendige Vorbedingungen hingestellt wurden, zu erfüllen sich verbindlich mache. Das geschah und schon am ion: traf die definitive Antwort ein, worin die Annahme der Stelle erklärt und als Zeit der Ueberstedelung die Woche vor nittfn bestimmt ist. In einem gleichzeitigen Schreiben an den Vorstand des Beth-Hamidrasch erklärt Herr vr. H., daß er die schon längst von jener Anstalt auf ihn gefallene Wahl annehmen und bie Stelle gleichzeitig mit dem Rabbinate der my antreten werde. Die Freude, die Begeisterung, die in Folge dieser Nachricht die Gesetzestreuen erfüllt und sich sichtlich auf Aller Gesichtern ausprägte, vermögen wir nicht zu schildern. Der Sabbat war zu einem wirklichen „Sabbat des Trostes" geworden. Und getrost können wir nun auch ,Y'ya der Zukunft entgegensehen. Wir verhehlen's uns zwar nicht: die eigentliche Arbeit wird jetzt erst beginnen; doch ist für tüchtige Arbeiter gesorgt, dann macht die Schwierigkeit der Aufgabe nicht mehr bange. An reichlicher Unterstützung wird es H. vr. H. auch nicht fehlen. Die vielen hier befindlichen orthodoxen Gelehrten haben sich großentheils längst schon bereit erklärt, sich ihm ganz zur Verfügung zu stellen, und auch viele auswärtige bedeutende Männer harren nur der Aufforderung, um ihre Kräfte dem großen Ziele zu widmen. Daß alle d i e Gesetzestreuen, die bisher theils aus persönlichen Motiven, theils aus eingebildeten oder wahren allgemeinen Gründen, wie aus Rücksicht für die minder Religiösen auf andere Namen reflectirten, oder vorerst noch gar keine Persönlichkeit nennen, sonder« nur sachlich handeln wollten, daß alle diese Männer nun freudig vr. H. anerkennen werden, kann derjenige nicht bezweifeln, der die edlen Absichten derselben kennt. Und selbst diejenigen, die nicht auf einem Standpunkte mit uns stehen, werden ihre Achtung, ihre Anerkennung einem Manne nicht versagen können, der, fern von allen egoistischen Absichten, seine ganze Kraft einem Principe, seiner Ueberzeugung widmet. Der «an: nztff des Jahres pwmb rni wird alle» Gesetzestreuen stets im Gedächtnisse bleiben; er wird einen Wendepunkt der hiesigen und dadurch vielleicht sämmtlicher deutschen Synagogengemeinden bilden. — Und nun sagen wir allen den Männern, die durch ihren Einfluß, durch ihre Mittel, durch Opfer an Zeit und Mühe zur Realisirung unserer hochwichtigen Angelegenheit beigetragen haben, unseren aufrichtigsten, innigsten Dank. Sie namentlich aufzuzählen, wozu uns eigentlich unser Inneres drängte, verbietet die Rücksicht auf die Bescheidenheit dieser Männer, die ihre edlen Thaten nicht gerne ausposaunt wiffen wollen. Das größte Verdienst hat sich der Vorstand und AchtzehnerauSschuß des Beth-Hamidrasch erworben, die die erste Anregung zur Berufung des vr. H. gegeben und von denen viele, die zu den hervorragendsten gesetzestreuen Mitgliedern der Gemeinde gehören, durch ihren bedeutenden Einfluß außerordentlich zu der raschen Bildung und Constituirung der 'ww my beigetragen haben. D':nn n« du dt Möge der Allmächtige sie in Glück und Frieden die Früchte ihrer Mühe genießen lassen, nachdem sie so willig die Hand zur Saat geboten. Posen. Wenn die Neologie in unsren dem Iudenthume fast erstorbenen Gegenden so große Dimensionen mit dem Samen des Unglaubens besäet hat, daß diese mit den Pflanzungen der Neuerung überwuchert worden sind, die nicht auf dem arfprünzlichLN,^ruM und Boden des Iudenthums einheimisch waren: sollst eS erfteulich zu hören, wenn in weit entlegenen Fernen, wo man zwar Mammonöschätze, weniger jedoch Wahrheit und Glaubenstreue sucht, die Gesetzestreuen sich eng aneinandergeschlossen und zu einem festen Vereine zur Aufrechthaltung der wahren Gotteslehre zusammenschaaren. Obwohl man aber auch leider gewöhnt ist, der Orthodoxie des Illiberalismus, der Engherzigkeit und der Inhumanität anzuklagen, um sie in den Augen der Welt zu verdächtigen und anzuschwärzen, während die Heterodoxie sich größtentheilS mit der Menschenliebe als solche schon begnügt, wobei sie nicht selten zu der größten Hartherzigkeit und Tyrannei und zwar deßhalb übergeht, weil sie die Humanität nicht als Gottes gebot, sondern vielmehr al» reine Herzenstugend, die sich nicht immer als solche in ihrer Reinheit behaupten kann, betrachtet: so straft nachstehender an meinen, über Meeresflächeu weit und breit berühmten Schwiegervater, den Prediger Herrn Salomen Pleßner gerichteter, von St. Francisco da-

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