Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1869)
- Date
- 1869-07-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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582 Hvge begonnen, wodurch einem längst gefühlten Bedürfnis dieser täglich wachsenden Gemeinde in erfreulicher Weise abgehvlfen wird. Posen. Aus meinem jüngsten Berichte scheint hervorzugehen, daß die neue .-Hin "ieo auf Kosten des Herrn Vorst. M. angefertigt worden; dies ist jedoch nicht der Fall; die Kosten für dieselbe wurden vielmehr durch die freiwilligen Spenden aller Mitglieder unserer Synagoge aufgebracht. Hochheim a. M., den 23. Juli. Die hiesige iörael. Gemeinde, welche nur aus vier Mitgliedern besteht, hat mit großer Aufopferung eine eigene Synagoge erbaut. Die Einweihung derselben ist Mittwoch, den 21. Juli, in aller Stille vor sich gegangen. Möge der Segen des Allgütigen über dem neuen Gotteshause walten. Österreichischer Kaiserstaat. Wien. Der Kaiser v. Oesterreich hat der jüd. Gemeinde zu Kolomea 300 fl. als Beitrag zum Bau eines jüdischen Hospitals aus seiner Privatcaste geschenkt. Wien. Wie dem „Hamagid" geschrieben wird, wurde Ritter Karl v. Weil, bisher Negierungsrath im Ministerium des Aeußern, vom Kaiser von Oesterreich zum Hof- und Ministerialrath in diesem Ministerium ernannt. Er ist der erste Jude, der in Oesterreich ru einer solchen hohen Stellung gelangte. Wien. Der Vorstand der isr. Cultusgrmeinde hat gegen die Entscheidung des Wiener Magistrats, „daß der Name des Knaben W. Eckstein auch ohne vorhergegangene Besckneidung in das Geburtsprotokoll eiuzutragen ist," den Rekurs an die k. k. Stalthalterei ergriffen. Als Motive werden geltend gemacht, daß die Cultusgemeinde ihre Autonomie in confessionellen Fragen wahren und die heiligste Institution des Judenthums schützen müsse. Die Beschneidung sei keine Ceremonie, sondern ein geheiligtes Gebot. Die Cultnsgemeinde spricht auch ihre Befürchtung dahin aus, daß der Knabe, wenn er sich a's Jude betrachtet, öfter Kämpfe zu bt-steben haben wird, bei dem Besuche der Schule, des Tempels, bei der eventuellen Trauung u. s. w., daß Streitigkeiten zwischen den Seelsorgern und Rabbinern entstehen werden, durch welche der in jüdisch-religiösen Dingen bisher so selten gestörte Friede gcfähidet erscheint. Der Vorstand hält auch die staatliche Einflußnahme bei dem Stande der heutigen Gesetzgebung auf die hier in Rede stehende Frage für unzulässig, gewiß aber nicht für opportun, und den Magistrat nicht für die competente Behörde zur Ertheilung so wichtiger und in das religiöse Leben so tief eingreifenden Aufträge. Prag. In dem ganz nahe gelegenen Dorfe Auswahl wurde dieser Tage dem ersten Erzbischof von Prag, der gerade vor 500 Jahren gestorben ist, ein Monument gesetzt. Dieser Erzbischof F. war ein. sehr humaner Mann und hat den aus Deutschland vertriebenen Juden Niederlassung auf seinen Gütern gewährt. Die Juden in Auswahl hatten das nicht vergessen und beflaggten am Tage der Enthüllung des Monumentes ihrer Häuser und ihre Synagoge. Alle polit. Zeitungen und selbst das sonst nicht sehr judenfreundliche „Vaterland" sprachen fick lobend hierüber aus. Austerlitz. Die in Lemberg erscheinende „Zeitung" schreibt: Wir haben schon oft behauptet, daß die Gegner der jetzigen Regierung auch meistens die Gegner der Juden sind und haben leider mehrmals Gelegenheit gehabt, diese Behauptung durch Beweise zu erhärtev. Auch heute haben wir Aebnliches zu berichten. In der Gemeinde Nemzan in Mähren war ein Wirthshaus zn verpackten; die Liciiation geschieht jedesmal in der benachbarten Stadt Austerlitz. Der tschechische Stadtrath von A. hat die Licitation ausgeschrieben und dabei die Bemerkung angefügt, daß hiezu keine Juden zugelassen werden. Diese Bekanntmachung rief nicht nur bei den Juden eine große Aufregung hervor, sondern auch bei vielen christlichen Mitbürgern. Auf die Rcclamation des jüdischen Vorstandes zu Austerlitz bei dem Bezirkshauptmann hat dieser dem Bürgermeister einen scharfen Verweis gegeben und veranlaßt, daß die erwähnte Ausschreibung in der gesetzwidrigen Form rückgängig gemacht wurde. Amerika. ITew-Aork Die Franks. (?) Jllustrirte Zeitung meldet: Laut einem von den europäischen Staaten geschloffenen Telegraphen-Vertrage kann man jetzt ohne Erhöhung der Gebühren für Benützung einer ander», als der am Orte der Absendung landesüblichen Sprache in sechs und zwanzig Sprachen telegraphiren; unter diesen wird auch die hebräische Sprache hervorgehoben. Feuilleton. Aas glicht der Aiaspora. xv. Im Hungerthurme. Nachdem der Patriarch den Kerker Rabbi Gersckom's verlassen hatte, war dieser in den Hungerthurm abgeführt werben. Es war ein großes mächtiges Gebäude mit dicken Mauern; eine gewaltige eiserne §hür ver'ckloß es. Der Rabbi wurde h,neingeführt; ein Stück Brod und ein Krug mit Waffer wurden ihm I hinges, j war ( I maueri A die Ei H rnächti. lebend, A er an Fassun Allerhk Seele! jammer Gott, 1 nes Lei Elends laß der auf Er kein Er gen. S der Si Himmel und Di men r Seele, ter dem herankö Al des Mo Rabbi ( und wu er bei s Gewand bern he Morgen des Thu lich; di Körper gen war Eine W bas Dac über dies grausam« lassen; d und wur 3ber fetr verschwur vergeben HUte die nommen, raute. , ..W eine Geh nutzt Hab nm Bau X