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Der Israelit · 1869-07-28 · Heft 30 (28.7.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 30 (28.7.1869)
Date
1869-07-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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579 desselben, wie des Unterrichts-, des Armen» und Bereins- «esens ic. betreffen. 2) Anbahnung von Affdciation-n ». Für Bildung von größeren Armenverbändm innerhalb bestimmter geographischer Bezirke Behufs Beseitigung der im Fremdenunterstützungswesen herrschmden Mißbräuche; d. zur Gründung neuer oder thatkrästiger Förderung bestehender gemeinsamer Pensions-Unterstützungsanstalten für israelitische Kultus- und Gemeinde-Beamten und deren Hinterbliebene. 3) Vereinigung der Mittel und Kräfte der Deutsch-Israelitischen Gemeinden und ihrer Mitglieder für größere Aufgaben der Humanität, namentlich zur Verbefierung der politischen und socialen Lage der Glaubensgenvffen, so wie zur Abhilfe geistiger und materieller Noihstände unter denselben bei geeignetem Zusammenwirken mit ausländischen Vereinen gleicher Tendenz (Alliance iaraelite universelle). 4) Thatkräftige Förderung der Bestrebungen auf Errichtung höherer Deutsch-Israelitischer Lehranstalten zur Pflege der Wissenschaft des Judenthums resp. zur Ausblildung von Rabbinen, Predigern, Lehrern und Kantoren, unter entsprechender Mitwirkring des Gemeindebundes bei der Verwaltung dieser Institute. II. Die Organe des Gemcindebundes sind: Der Grmeindetag, der Haupworstaiid und die Vororte. Der Gemeindetag tritt ia dreijährigen Perioden an wechselnden Or en zusammen. Das Stimmrecht der Mitgliedsaemeinden wird nach Maßgabe der Höhe ihrer Beiträge verhättnißmaßig bemessen. Einzelne Beitragende können en den Verhandlungen, jedoch ohne Stimmrecht, Theil nehmen. III. Der Gemeindebund gilt als begründet, sobald durch entsprechende Erklärungen der Beitritt von mindestens '00 Gemeinden viit einer jährlichen Beitragslumme von 2000 Thalern gesichert ist, nach dem mlcufigen Maaßstab eines Beitrags der beitretcnden Gemeinden von 1 rCt. der in denselben erhobenen direkten Gemeindesteuern und mindestens 1 Thlr. jährlich für einzelne Individuen. IV. Ein von dem Gemeindelag zu bestimmender Ausschuß den 5 Mitgliedern wird mit Publikation und Verbreitung dieser Bcschlüffe, Entgegennahme der Beitrittserklärungen und Wahrnehmung der Interessen des Bundes bis fvm Zusammentritt des nächsten konstitvtir, nden Gemeindetogs, sowie mit Vorlegung eines Orgauisalions-Statuten-Ewwurss beauftragt. Der Gcmeindetag wird einberufen, sobald eine der unter JJJ bezeichneten Bedingungen eingetrcsfen ist, ftühestms im Laufe des nächsten Jahres. V. Die durch die Ausfübrungsbeschlvffe dieses Gcmeindetngs rntstkhkndrn Kosten weiden auf die in dem letzteren vertretenen Gemeinden verhältnismäßig rcpartirt. Leipzig, 30. Juni 1869. Dr. Horigmann, Vertreter der Cynagogengemeinde Breslau. Protokoll der dritten Sitzung des ersten deutschjüdischen Gemeindetages. Le i pzig, den 2. Juli 1669. Die heutige Sitzung wurde eröffnet durch den Vorsitzenden Herrn Kötner, um 8*/« Uhr. A' ädtM der Herr Vvrschrnde der Versammlung die Namen brr Mitglieder derj-nigen Lrnmiifion genanr.r batte, w'lche beniftn sein wird für die Foner twickelung des zu konftiluirenden Vc:bandee Sorge zu trogen, der Herren: Dr. Honig» onn in Brerlau, D'erlhcim in 8 erlin. Atvolar Lehmann in D"tden. Kvhner in Lestzig, Frgl in Prag und Dr. Josistlal in Nürnbrrg, wurde statt des SkbristsirlrcrS, Herrn Advrkot Lehmann, der berens «tgcreift ist, Herr Vr. Jrfefthal aus Nlirnkcrg zrm Echrijtsührrr rr,.<u«t. Hrerauf verlas der zwerte Schrijtsührer Herr Klingenstein das Protokoll der dritten Sitzung, und wird dasselbe angenommen. Der Herr Präsident nennt dann die Zeitungen, welcher sich der Gemerndetags-Äusschuß bedienen will: „Allgemeine Zeitung des Judenthums," „Neuzeit," „Israelit," „Israel. Lehrer." Es wird nunmehr zum Antrag des Herrn vr. Ludwig Philippson die Verhältniffe der Juden in Westrußland betreff, geschritten, vor dessm Besprechung der Herr Präsident die Versammlung auffordert, die großen Verdienste des Herrn vr. L. PhMppson aus Bonn um diese, sowie um die Angelegenheiten des Judenthums überhaupt anzuerkennen, was durch Erheben von den Plätzen und unter lauten Beifallsbezeugungen geschieht, worauf Herr vr. Philippson, nachdenr er der Versammlung seinen tiefbewegten Dank ausgesprochen, in längerer Rede die traurige Lage, die Verhältniffe der Juden in Westrußland bespricht und seinen Antrag motivirt. Zum Schluß seiner Rede bittet er die Versammlung seine Anträge ohne Diskussion im Ganzen zum Beschluß zu erheben, woraus die Versammlung einmüthig durch ein lautes feierliches „das wollen wir" antwortet. Der Antrag des Herrn Or. Philippson ist damit angenommen. Herr Holländer aus Leobschütz spricht für die Verbindung mit „ der Alliance behufs dieser Angelegenheit Cs wird hierauf zur Wahl ein k r Kommission geschritten, zu welcher vorgeschlagen und alsbald per Acclamation angenommen werden: die Herren Prof, vr. Lazarus in Berlin, Wertheim ebendaselbst, vr. SIronfjeint in Braunschweig, Dr. Honigmann in Breslau, Bondi in Dresden, Simon in Hamburg, Heinemann in Hannover, Levy in Aachen, vr. Josefthal in Nürnberg, Feig! in Prag, Bauer in Teplitz, Reinach in Neuwied, Holländer Leobschütz, vr. Adler in Cassel, Vr. Wollner in Gleiw tz, Kohner in Leipzig und der Antragssteller Herr vr. Philippson selbst, dem auch der Vorsitz in der Kommission übertragen wird. Herr Reinach bittet ihn hiervon zu entbinden, weil er seine Thätigkeit in der heiligen Sache in seinem errgeren Kreise wie bioher fortsctzen möchte. Es kommt nun noch ein Antrag zur Verlesung: Der Gemeindetog wolle die Wittel angeben, durch welche 1) jüdische Krankenpflege, 2) die Erweisung der letzten Liebesdienste an verstorbenen Frauen durch ihre Geschlechtsger.ossen ermöglicht werde; (durch dre Herren Schlesinger und vr. Wollner); derselbe fand aber nicht die genügende Unterstützung. Nachdem nun noch in üblicher Weise der Herr Präsident der Versammlung Berücksichtigung der Aufforderung des Leipziger Vorstandes für ihre Thcilnahme an den Berathungen des Gemeindetages, die Versammlung dem Bureau, und der Herr Vice-Präsivent Simon besonders dem Herrn Kohner den Tank der Versammlung votirt, erklärt der Herr Vorsitzende den ersten deutsch-jüdischen Gemeindetag für geschloffen. Wir haben im Vorstehenden dem Wunsche der Versammlung genügt; notgedrungen müssen wir hierzu einige Bemerkungen machen. Die Versammlung hat eö für angemessen gefunden, „die großen Verdienste des Herrn Dr. L. Philippson aus Bonn um die Angelegenheiten des Judenthums anzuerkennen, ja, unter lauten Beifallsbezeugungen anziierkrrnen. Hiermit hat die Versammlung eine consessionelle Parteistellung eingenommen. Herrn Dr. Ph.'s Verdienste um daö Judenthum bestehen lrd glich im Zerstören unserer heiligsten Institutionen; Herr Dr. Ph. hat seit länger als dreißig Jabren alles Mögliche versucht und gethan, um den Adiall vom Gesetze unseres Gottes zu mehren, die Anhänglichkeit an der Religion unserer Väter, zu vernichten, das Bewußtsein der b e-

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