Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1869)
- Date
- 1869-07-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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578 tonas von Hamburg die Herrm Simon aus Hamburg und Vr. onigmann aus Breslau zu stellvertretenden Vorsitzende» ebenfalls durch Acclamatron ernannt werden. SÜmmtliche Gewählte nehmen die Wahl an. Der Herr Präsident schlägt sodann die vorläufige Annahme der Geschäftsordnung der Synode vor, was mit den aus der Sache sich ergebenden Modificationen genehmigt wird. Herr t)r. Geiger auä Frankfurt a. M. bittet um Zulasiung zur Betheiligung an den Debatten, obwohl er nicht von der Gemeinde deputrrt sei. Er wird auf die Bemerkung hin, daß der von der Gemeinde Frankfurt bereits ernannte Vertreter nicht accevtirt habe, und daß er den später» Eintritt der Gemeinde zu Frankfurt erhofft, — accepnrt. Herr vr. Geiger stellt nun den in seinen vorgelegten Thesen begründeten Antrag: Die Versammlung wolle beschließen: Synode und Gemeindetag bilden ein Ganzes, der Gemerndetag ist eine Section der Synode. Gegen diesen Antrag sprechen die Herren Hochstädter aus Bad Ems und Herr Dr. Jonas, welcher auf seinen vorgelegten Entwurf zu einem Statut des Gemeindetags verweist. Für den Antrag des Herrn Dr. Geiger spricht Hr. Wertherm aus Berlin, gegen denselben die Herren Simon aus Hamburg — dieser mit der besonderen Bemerkung, daß er selbst und noch andere Herren ausdrücklich nur für den Gemeindetag deputirt seien — Dr. Adler aus Cassel und Wechsler aus Oldenburg. Anträge aus Schluß der Debatte werden abgelehnt. Cs sprechen noch die Herren Adv. Lehmann aus Dresden, Spanjer-Herford aus Braunschweig, Blumenfeld aus Effen, vr. Wahl aus Erfurt, sämmtlich gegen den Antrag des Herrn vr. Geiger, worauf Hr. Kohner das Präsidium abgibt, um seinen Antrag auf selbstständige Constituirung des Gemeindetages und eventuellen Gemeindeverbands zu motiviren. Bei der hierauf erfolgten Abstimmung wird der Antrag des Herrn vr. Geiger mit großer Majorität abgelehnt und beschlossen: daß der Gemeindetag resp Gemeindeverband eine völlig selbstständige Institution sein müsse. 'Hierauf wird die erste Sitzung des Gemeindetags geschloffen, und die Wahl der Zeit des nächsten Gemeindetags deür Präsidium anheim gegeben. - Schluß der Sitzung 10*/2 Uhr. Leipzig, den 30 Juni 1869. Vorgelesen, genehmigt und unterzeichnet. Der Schriftführer Der Vorsitzende. Protokoll der zweiten Sitzung des ersten jüdischen Gemeindetags. Leipzig, den 1. Juli 1869. Eröffnung der Sitzung um 21/., Uhr. Vorsitzender: Herr Kohner. — Heate Nachmittag 2</.. Uhr eröffnete der Vorsitzende Herr Moritz Kohner die zweite Sitzung dos Gcmeindotags. Herr- Advokat Emil Lehmann aus Dresden wurde au die Stelle des abgereisten Herrn OGAvr. Aonheim znm Schriftführer per Acclamation gewählt. Das Protokoll der ersten Sitzung wurde von dein zweiten Schriftführer Herrn Klingenstein verlesen und ohne Bemerkung genehmigt. Herr Professor vr. Lazarus aus Berlin knüpfte au den Umstand, daß Anträge zu Gunsten der Alliance isr. universelle vorliegen, die Mittheilung, daß er als Vorstand des Localcomites in Berlin beabsichtigt hätte, die deutsche Glaubensgeuosienschast zur Theilnahme aufzurufen. In Rücksicht aber auf ven zu bildenden Gemeittdeverband habe erweitere Schritte zur Zeit sistirt und beantrage: Der Gemerndetag zu Leipzig erklärt die A. J. U. für segensreich und empfiehlt seinen Mitgliedern dieselben zu unterstützen. Nachdem Herr vr Philippson aus Bonn, Hr. Klingenstein und der Herr Vorsitzende gesprochen, modificirte Herr Professor vr. Lazarus seinen Antrag dahin: In Erwägung, daß die Zwecke der Alliance israelito universelle im künftigen Gemcindeverbande Deutschlands ihre Behandlung finden werden, erklärt der Genieindetag, daß er der Alliance dankbare Anerkennung zollt. Dieser Antrag wird angenommen. Ebenso ein weiterer Antrag des Herrn Vorsitzenden dahin gehend: Der deutsche Gemeindetag hält es für eine heilige Pflicht^ gleich zu Beginn seiner Verhandlungen den Männern zu danken und seine besondere Hochachtung zu bezeugen, denen unsere Glaubensgenossen so tief verpflichtet sind: Adolph Cremreux nnd Moses Montefiore. Die Annahme dieses Antrags geschah dadurch, daß sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. Herr Stellvertreter-Borsitzender Simon trägt nun seinen Antrag vor, der das Programm des Gemeindetags enthalt; diesem ließ Herr Vicc-Präsioent vr Honigmann einen von ihm verfaßten Statutenentwurf folgen, den er auch motivirte. Der Herr Vorsitzende erklärte, daß er und Herr vr. Jonas zu Gunsten des vorgedachten Entwurfes ihre gedruckten Entwürfe zurückgezogen haben. Auf Vorschlag des Herrn Vorsitzenden wird zunächst die Discussion über den Honigmann'schen Entwurf eröffnet, da der Antrag des Herrn Eisenberg auf Generaldebatte keine Unter- - stützung fand. Herr vr. Honigmann verlas die Einleitung seines Entwur» fes. Es sprayen Herr vr. L. Philippson und Herr vr. Wollne«. Diese Einleitung wird gegen 1 Stimme angenommen. Passus I ward angenommen, ebenso Passus 1 in der von. Herrn vr. Honrgmann avoptirten Fassung des Simon'schen Entwurfs. Passus Ila wird verlesen. Herr Meyerhof beantragt, die Unterstützung der gewerblichen Bettelei ausdrücklich auszuschließen. Der Antrag wird nicht unterstützt. PaffuS II» u. b. wird angenommen. Ebenso Passus 3, 4 und II. Bei Paffus III kam der Steuerfuß in Frage. Man erklärte sich nach längerer Debatte dahin, daß der Gemeindebund konstitarrt sei, wenn 10 0 Gemeinden mit jährlich 2000 Thalern Beiträgen beitreten, und daß 1 pCt. von den direkten Steuern kontribairt werden solle. Demgemäß wird Paffus III angenommen. Zu Paffus IV. schlägt der Vorsitzende die WHeraufnahme einer Bestimmung seines ursprünglichen Entwurfs vahin vor, daß der Vorort sich aus Mitgliedern aus Leipzig und aus der Nähe Leipzigs konstituire. Herr Ne-nach beantragt: die Wahl Herrn Kohner zu überlassen, Here Kohner seinerseits beantragt, daß die hier vertretenen Gemeinden die aufgewandten Mittel und die für daS Secretariat auflaufenden Kosten übernehmen, soweit letztere die Ausmhrung der definitiven Konstituirung des Gemeindeverbandes betreffen. Man beschließt, daß der Herr Vorsitzende im Verein mit dem Bureau den Ausschuß von sechs Personen zur Publikation und Verbreitung dieser Beschlüsse ernenne, und übernehmen die Anwesenden die vorgedachten Kosten für ihre Gemeinden. Mit dieser Modifikation wird Paffus V. des vr. Hoaigmann'schen Entwurfs angenommen. Es wird fodnach der gesammle Honigmann'schen Entwurf angenommen. Der letztere wird sofort gedruckt werden. Hiermit ward die heutige Sitzung geschlossen, uno eine weitere Sitzung für morgen 8 Uhr beantragt. Nach Borlesen genehmigt nnd unterzeichnet. Antrag für den Gemeindetag. Die zum Leipziger Gemeindetag versammelten Vertreter der Gemeinden beschließen die Gründung eines » Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" unter Annahme der nachstehenden allgemeinen Grundbestiminungen für die nächste Wirksamkeit und die weitere Fortentwickelung desselben:! I. Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund erstrebt eine i möglichst ausgedehnte Vereinigung von Deutsch-Israelitischen Gemeinden resp. Kultusverbänden als solchen, sowie einzelne Mitglieder zur Erreichung folgender Zwecke:! 1) Mittheilung und Austausch von Erfahrungen über Einrichj tungen, welche sich im Wirkungskreise der Gemeinden als j heilsam und nachahmurrgswerth bewährt haben, soweit sie die! Verwaltung der Gemeinden oder einzelner wichtiger Zweige