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Der Israelit · 1869-07-21 · Heft 29 (21.7.1869) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 29 (21.7.1869)
Date
1869-07-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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568 zig Krankenbetten in dem von der jüdischen Gemeinde zu erbauenden Spitale vermacht. DVien, 8. Juli. Heute werden die vor drei Wochen ausgesundenen Ueberreste des Königs Kasimir von Polen, des Letzten der Piaften, in der Kathedrale von Krakau wieder feierlich bestattet. Deputationen der Landescorporationeu, sowie Vertreter von Russisch- Polen, Posen und Westpreußen werden an der Feierlichkeit theilnehmen. Der Sarg wird von zwei Bürgern, zwei Bauern und zwei Studenten getragen und Mitglieder des galizischen Landesausschusses halten die Zipfel des Sargtuchs. Kasimir (starb 1370) nahm sich des unterdrückten Landvolks gegen den Adel an und wurde deßhalb der „Bauernkönig" genannt; die Städte suchte er durch Berufung deutscher Handwerker zu heben und auch den Israeliten gewährte er Schutz. Von dem Papste wurde Kasimir in den Bann gethan; er ließ aber den päpstlichen Legaten in die Weichsel werfen. Da die ausgesundene Krone nur von Kupfer ist, so hat sich im Volke der Glaube verbreitet, baß die echte gestohlen worden. Die Erwartung der Polen, daß ein Mitglied des österreichischen Kaiserhauses der Feierlichkeit beiwohnen werde, ist nicht in Erfüllung gegangen. Holland. Amsterdam. Der „ Staatsanzeiger" meldet die Ernennung des Herrn 1)r. Polanb von Rotterdam zum Professor der Medicin an der Universität Leiden. An dieser Hochschule wirken nunmehr zwei Israeliten; ebenso sind an der Universität zu Groningen zwei iSrael. Professoren angestellt. England. London. 9. Juli. In der heutigen Sitzung des Unterhauses stellt Salomons eine Interpellation, ob die Regierung nicht von neuen Judenverfolgungen in den Donaufürstentbümcrn, von der Vertreibung ganzer Familien aus ihren Wohnungen gehört habe, und ob sie ihren humanisirenden Einfluß auf die rumänische Negierung ansübe, um dieselbe zu einer unserem Zeitalter mehr entsprechenden Politik zu bewegen. Der Unter-Staatssecretar des Auswärtigen bestätigt in Beantwortung dieser Frage die Judenmißhandlunqen in den Donaufürstenthümern und setzte hinzu, daß die englische Regierung deßhalb bereits Vorstellungen erhoben habe. Donau für st enlhümer. Bukarest Man erinnert sich wohl noch, daß im Monate Mai Berichte aus Bukarest und Jassy von strengen Maßregeln zu erzählen wußten, welche die fürstliche Regierung angeblich wider die dort seßhaften Juden durchzuführen sich anschicke. Seither ist — wie einem ungarischen Blatte von hier geschrieben wird — nichts bekannt geworden, was auf eine Ausführung dieses Vorhabens hingedeutet hätte. Es stellt sich nun heraus, daß die Westmachte, einer Anregung des österreichischen KabinetS folgend, Vorstellungen am fürstlichen Hofe von Rumänien erhoben haben, welchen allein es zu danken sein dürste, daß jenes inhumane Verfahren stsiirt wurde. Namentlich hat Herr von Lavalette kur« vor seiner damaligen Abreise von Paris sehr strenge und gemessene Instructionen an die französische Vertretung in Bukarest gerichtet, an deren Erfolg heute nicht mehr gezweifelt werden kann. (Frbl.) Australien. Cap der guten Hoffnung. Unser Glaubensgenosse, Herr Leopold Lilienfelo, Vorsitzender des Stadtraths in Hops Town, kaufte vor einigen Wochen einen sehr großen Diamant. Derselbe ist größer als ein Taubenei, wiegt 83^2 Carat, ist vom feinsten Wasser und trotz seiner Größe ganz fehlerfrei. Der Diamant zog hier die größte Aufmerksamkeit aus sich. Man sagt, daß aus der ganzen Welt nur vier größere Diamanten vorhanden sind, die demselben an Qualität gleichkommen. Herr Lilienfeld hat ihn um die Summe von L. 11,200 gekauft; der wirkliche Werth wird jedoch auf das drei- und vierfache geschätzt. I. M....r. Amerika. Ddew-Bork. In Bezug auf das von einem geehrten Correspondsnten in diesen Blättern gemachte Projekt, den russischen Glaubensgenossen zur Auswanderung nach Amerika behufs Niederlassung daselbst zu verhelfen, schreibt der in New-Aork erscheinende „Jew. Messenger", daß er nicht zweisle, daß dieser Plan sehlschlagen werde. Die Schwierigkeit, einen Haushalt zu gründen ohne Capital und ohne eine Handwerk oder sonstige Beschäftigung zu haben, ist bei un« ebenso groß wie als anderswo, und den russischen Glaubensgenossen würde es noch schwerer fallen, da sie außerdem der Landessprache nicht mächtig sind. New-Aork. D rrch die vorjährige Sabbatbewegung haben sich im Ganzen 20 Kaufleute entschlossen, ihre Geschäfte am Sabbat und an Feiertagen geschlossen zu halten. San Francisco Bei unseren Glaubensgenosien in San Francisco, schreibt der „Jew. Mess.", herrscht große Aufregung über das Betragen des Herrn Ör. Elkan Cohn, Prediger an einer der dortigen Synagogen. Derselbe hat nämlich den Sabbat öffentlich entweiht. Er wohnte der Einweihung der Pacisic-

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