Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1869)
- Date
- 1869-07-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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550 hingegen riß zur Zeit seines traurigen Abfalls von Gott auch diese GrundsLule alles rechtlichen Lebender gesammten Menschheit muthwillig nieder. — Rachab steht daS Leben ihrer Angehörigen so hoch, daß ihr ihr eigenes vollständig werthlos erscheint, wenn jenes gefährdet sein, oder gar wirklich verletzt werden Möchte; in ZSrael hingegen warf man', zu Eziechiel'S Zeiten, neben allen anderen Gottesgeboten, auch daS fünfte der zehn Worte von Sinai verächtlich bei Seite. — Als schneidenden Gegensatz hebt der weise Midraschlehrer auch noch die zufälligen Umstände, hervor: daß die Heidin Rachab „die Kinder des lebendigen Gottes" (Vi-Vn \d) unter Flachsstengeln auf dem Dache verborgen gehalten, daß sie ihnen ferner die Flucht nach dem Gebirge angerathen: Dinge und Orte, die zu den Zeiten Jeremias, Zephania's und Hosea's von den Nachkommen der Eroberer Kanaanes zu Zwecken heidnischer Gottesanbetung benützt und angewandt wurden. — Und nun noch daS Letzte. Rachab fordert von den Boten Josua'S ein „Zeichen der Wahrheit" für die gewissenhafte Erfüllung deS ihr von ihnen gegebenen Versprechens: das hätte sie zur Zeit Jeremias von so vielen mit dem Ehrennamen „Israel" sich Nennenden nicht abverlangen können, — on'sv nrmji niiDttn ma# da die Wahrheit geschwunden, und aus ihrem Munde getilgt war" (Jer. 7, 28.) - Dies wäre nun der bedeutungsvolle Sinn der verschiedenen Vergleiche zwischen Rachab und Israel, den Rabbi Simeon beim Lesen der Klagelieder Jeremias angestellt, und die, wie gezeigt, nicht blos ihre auf geschichtlichen Thatsachen beruhende Berechtigung, sondern auch für jeden Einzelnen von uns eine große Wichtigkeit besitzen, weil sie uns eine nicht genug zu beherzigende Wahrheit ins Gedächtniß rufen, welche lautet: Kein lauteres Thun ohne wahre Frömmigkeit, keine wahre Frömmigkeit ohnereine GotteSerkenntniß, keine unfehlbare GotteSerkenntniß ohneKenntniß der Lehre, die uns Gott, in Seiner Gnade, zu diesem Zwecke geoffenbart! So lange einst die Kenntniß dieser Lehre, die Heiltghaltung derselben, das Leben nach ihren „Zeugnissen, Satzungen und Rechtslehren" in Israels Mitte heimisch gewesen, so lange auch war sein Thun und Lassen, sein Denkm und Empfinden, sein Stteben und Ringen von einem höheren, heiligen, göttlichen Hauche durchweht, war es stark und unüberwindlich seinen inneren und äußeren Feinden gegenüber, „sahen alle Nationen der Gebe den Namen Gottes gebreitet über Israel, und fürchteten sich vor demselben (6. B. M. 28, 10). Mit dem Augenblicke seines Verlafsens des heiligen Bodens aber, aus dem unser Geist und unser Herz, unser Verstand nnd unser Gemüth die ihnen wohlthueudste Nahrung ziehen sollen, mit dem Beginnen, fremde Reiser auf diesem heiligsten Bode« zu pflanzen, und die daraus hervorreifenden , vergiftenden Früchte für fegen- und nutzbringende auszugeben, beginnt gleichzeitig der göttliche Abglanz Israels zu schwinden, sinkt dieses immer tiefer und tiefer von der Höhe herab, deren Einnehmen e» hoch über alle Völker der Erde gestellt hatte, geht de» geheimnißvollm Zaubers verlustig, der in wunderbarer Weife feine so zahlreichen Feinde von ihm fern gehalten, nimmt das Vertrauen auf Gott, der Glaube an Ihn, die Liebe und Treue zu Ihm mit ungeahnter Schnelligkeit ab; die Bande der Tugend und Sittlichkeit, der Moral und Rechtlichkeit lockern zusehends mit jedem Tage mehr, und gleichwie kein noch so donnernde-, weithin schallendes „Halt!" dem von einer steilen HöheHinabrennmden den Stillstand eineSAugenblickS nur abzuzwingen vermag, ebensowenig vermochten dann die noch so ergreifenden und erschütternden Reden der redlichen Lehrer und Propheten — denn es gab dazumal, wie bei uns in der Gegenwart, auch genug der falschen und heuchlerischen, und sind dieunsrigen in vielen Beziehungen nur abgeblaßte Copien jener alten Originale — Israel von den verderblichen Wegen abzulenken, die es, der zügellosesten Willkür folgend, eingeschlagen hatte. — Dessen sollen wir uns jährlich von Neuem beim Herannahen des neunten Ab, der das markerschütternde Ende jenes traurigen Beginnens und — trotz aller göttlichen Ermahnungen — FortfahrenS herbeigeführt, erinnern, und unter Fasten und Klageliedern die daraus zu unS deutlich redenden Wahrheiten beherzigen, die sich sammt und sonder» in die wenigen Worte zusammenfassen lassen: ♦ fion-o ms» »wn-drr notaa pinn „Halte fest an den zu unserer Erziehung, Belehrung und Veredelung uns von Gott geosienbarten Satzungen und Rechtslehren, laß keine einzige von ihnen fallen, denn alle vereint haben dein Glück und dein Heil in diesem und jenem Leben zum Ziele!" Dürkheim, am 25. TamuS 5629. Vr. Adolf Salvendt, Bezirks-Rabbiner. AeitungSrrachriehten und deuzeu. Deutschland. Büdingen, 30. Juni. Vorigen Sonntag ist in Himbach, hiesigen Kreise», eine schaudererregende Thal verübt worden. Juda StrauS, ein junger Mann von 27 Jahren, erst vor Kurzem verheiratet, die einzige Stütze feinealten Vaters, religiös und fast ohne Feind, wurde ohne die geringste Veranlassung bei Gelegenheit als er aus dem dorttgen WirthShaufe einen Stu! den Schr zen J hatte lust aus ner Z jarmr hältn versti gen neu und entge tödet, berau Brod ment i imM Pfarr Ermo das 2 dem ( fender zu de-i Text S. Anwes entqur zen vc d-r Z 8 rich t Der 8 vrthodi Bäckeri ger ist ligions Vorschi Zuzuber bei das gehalten eine be ger Ve gehalten Niemar remoial benutzt von selb einen ck