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Der Israelit · 1869-07-14 · Heft 28 (14.7.1869) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 28 (14.7.1869)
Date
1869-07-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Wird, daß diese Juden von der Behörde sehr stiefmütterlich behandelt werden; insbesondere soll jüngsthin vom Oberkönigsrichter deS Udvarhelyer Stuhles an den betreffenden Stuhlrichter eine Verordnung ddo. 12. Juni l. I. Zahl bol ergangen sein, worin mit Bezug auf die Verordnung des Siebenbürger lön. Commiffärs Herrn Grafen v. Pechy, resp. auf den Erlaß des k. Ungar. Cultusministeriums ddo. 12. Mai l. I. Zahl 1318 den Betreffenden eröffnet wird, daß in Rücksicht auf die approbata constitutio und denG.-A. 53 ex 1868 derUebertritt vom Christenthume zumJudenthume inUngarn nicht gestattet sei! Der „P. L." stellt nun die Frage, wenn es mit obiger Verordnung seine Richtigkeit hat, was haben jene zum Judenthum bereits vor einem Jahre übergetretenen Personen zu thun? — werden sie gezwungen werden, sich taufen zu lassen? Dänemark. Kopenhagen. Herr Heymann in Kopenhagen hat in einer der dortigen Vorstädte ein geräumiges und prachtvolles Gebäude errichten lasten, das er zum Asyl für Wittwen von Offizieren, die in dem letzten Kriege gegen Preußen gefallen sind, bestimmt hat. Der vor Kurzem stattgefundeneu feierlichen Einweihung des Gebäudes wohnten der König, die Königin und der Kronprinz bei. Am Schluffe der Ceremonie drückte der König Herrn Heymann in den schmeichelhaftesten Ausdrücken seine volle Zufriedenheit über dieses schöne und patriotische Unternehmen aus, nahm von seiner Brust den großen Dannebvrg-Orden und überreichte ihn demselben als Ausdruck seiner Achtung. Feuilleton. Aas Licht der Diaspora. XIII. Enttäuschung. Ms Rabbi Gerschom verhaftet worden, war Deborah nicht zu Hause gewesen. Wer malt ihr Entsetzen, da sie bei ihrer Rückkehr die schreckliche Kunde vernahm! Lange jammerte und klagte sie, bis sie endlich Muth faßte und auf die Rettung ihres Gatten sann. Sie konnte trotz vielfacher Bemühung nicht erfahren, wohin man ihren Gatten gebracht hatte und westen er angeklagt wn; sie lief zu den Vorstehern der jüdischen Gemeinde; auch diese waren rathloS; sie wollten gern helfen, vermochten aber nichts zu thun. Deborah sucht?'den Gönner Rabbi Gcrschoms, den Patricier Roman Argyropolus auf; dieser war ganz erstaunt, von der Verhaftung deS Rabbi zu vernehmen; der Eunuch Johann hatte die ganze Angelegenheit so heimlich betrieben, daß Roman nichts davon erfahren hatte. Er rieth Deborah, die Prinzessin Theodora aufzusuchen und deren Fürsprache anzu- 84?r spreche»; vorher jedoch solle sie erkunden, weßhalb mmr den Rabbi verhaftet habe. Sorgenvoll kehrte Deborah nach Hause zurück^ Wo, bei wem sollte sie Näheres über die Einkerkerung deS geliebten Gatten erfahren? Zu Haufe fand sie Melitta, fröhlich und heiter, wie wenn ihr ein großes Glück zugestoßen sei. Dafalsche Weib hatte seine schönsten Gewänder angethan und hatte sich schier hochzeitlich geschmückt. Das war für Deborah ein Stich durch's Herz; doch sagte sie nichts; sie hat seit jenem Tage, da sie sie im Beisein deS Rabbi zur Rede gestellt, kein Wort mit ihr gesprochen. Plötzlich kam dem treuen Weibe der Gedanke, sollte etwa die Nebenbuhlerin schuldig sein am Unglück des Rabbi? Da Melitta im Begriffe stand, auszugehen, so beschloß sie, ihr heimlich zu folgen. Melitta lenkte ihre Schritte einem entlegene» Stadttheile zu; dort trat sie in eine Taverne ein. Deborah folgte ihr; sie trat in das Gastzimmer, woselbst der Wirth ganz allein saß. Deborah trat auf ih» zu und sagte ihm, indem sie ihm ein Goldstück reichte: „Herr, meine Freundin ist eben in dieses HauS getreten — o sagt mir, waS sie hier thut?" „„Wenn Ihr mich nicht verrathen wollt,"" sagte der Wirth, dessen Auge beim Anblicke deS GoldeS funkelte, „„so wisset, es handelt sich um ein verliebtes Abenteuer!"" „Mil wem?" „„Mit einem vornehmen Ritter, dessen Namen ich nicht kenne, der mich aber stets reich belohnt!"" „Ha, so ist sie die Begünftigtere! Wisset, Herr, auch ich liebe den Ritter. Seht, diese zwei goldene» Dareiken sind ebenfalls Euer, wenn Ihr mir ein Zimmer neben dem der Verliebten anweist, von welchem auö ich ihr Gespräch belauschen kann." „„Das soll geschehen,"" sprach der Wirth, gierig die Hand nach dem Golde ausstreckend, „„doch müßt Ihr mir versprechen, mich nicht verrathen zu wollen, damit ich nicht die gute Kundschaft verliere."" „Ich verspreche eS!" „„So folget mir. Der Ritter ist noch nicht da, er wird aber bald kommen."" Er führte Deborah in ein Zimmer im oberen Stockwerke des Hauses und deutete auf eine Thüre, die in ein anstoßendes Gemach führte; dann entfernte er sich. Deborah sah durch's Schlüsselloch und erblickte Melitta, die auf einem Stuhle saß. Bald kam Michael, der Paphlagonier. „Ach, da bist du ja schon, mein Püppchen," rief er Melitta zu. „Es ist Alles ganz vortrefflich gegangen. Heute Nacht noch wird der garstige Jude zum Tode geführt!" Die horchende Deborah erschrak furchtbar. Mt Gewalt mußte sie den Angstruf zurückhalten, der sich

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