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Der Israelit · 1869-07-14 · Heft 28 (14.7.1869) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 28 (14.7.1869)
Date
1869-07-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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«WWWWW» 543 Israels und der Wiederherstellung seiner Nationalität Leliebt. Mau steht, daß die Synode sich ganz auf den Standpunkt AchabS gestellt hat: sie erklärt das Gottesgeseh für nicht verbindlich, die GotteSlehre für nicht maßgebend und die Erlösung Israels für illusorisch. Die Synode leugnet demnach die Grundlagen deSJudenthumS und bildet eine neue Secte, deren Religion von der durch Gott auf Sinai geostenbarten Religion gar sehr verschieden ist. Diese Secte wird verschwinden, wie so viele andere, die im Laufe der Zeiten entstanden sind, D^ Dip' «Hfcfit 1271, aber das Wort unseres Gottes wird ewiglich bestehen. Von dem Gemeindetage, der gleichzeitig mit der Synode in Leipzig tagte, ein anderes Mal. London, seine isroel. Gemeinde und deren Institutionen. i. London, 27. Juni. Wir haben in den jüngsten Nummern die Eindrücke zu schildern versucht, welche Paris auf uns gemacht bat; von dort begaben wir uns durch den Norden Frankreichs nach Calais, um von hier aus nach England überzusttzen. Wir halten eine köstliche Meerfahrt. Die Oberfläche brr See war spiegelglatt und mit Begeisterung sprachen wir die vorgeschriebene In Dover nach zweistündiger Seefahrt glücklich angelangt, erwartete uns schon der Eisenbahnzug, der uns in rasender Eile, ohne anzuhalten, innerhalb zweier Stunden noch London brachte. London ist eine merkwürdige Stadt, die schon T a cituS vor fast zwei Jahrtausenden als einen bedeutenden Handelsplatz rühmte. Die Stadt hat mehr als drei Millionen Einwohner, 10,000 Straßen und fast 400,000 Häuser; sie ist 16 englische Meilen lang und 8 englische Meilen breit; unter den Straßen und Häusern weg sind großartige Tunnels gebaut, in denen sich die Eisenbahnen vorfinden, die unterirdisch den Verkehr in der Stadt vermitteln; alle 2^/2 Minuten gebt ein Zug ab; unter diesen Tunnels befinden sich wieder andere, in denen Personen - und namentlich Gürerzüge laufen. Während Dampsbvote, Omnibusse, Droschken (vabo), Equipagen, andere Wagen und Fußgänger in großer Menge die Oberfläche Londons beleben, ziehen unter der Stadt zahllose Eisenbahnzüge nach allen Richtungen; man steigt an einem Bahnhofe tief in den Schooß der Erde hinab, setzt sich in einen Eisenbahnwagen, fährt eine halbe Stunde mit Dompfeskraft in rasender Eile, steigt wieder an die Oberfläche der Erde und befindet sich noch immer mitten in London, gerade wie man vorher mitten in London gewesen. Im Mittelalter befand sich in London eine große iSrael. Gemeinde. Am Krönungstage Richards I., der den Beinamen „Löwenherz" führte, fand hier eine blutige Judenverfolgung statt, in welcher der berühmte Rabbenu Jacob aus Orleans, auch Rabbenu Tam II. genannt, den Märtyrertod starb. Das geschah am Ende des zwölften Jahrhunderts; im dreizehnten Jahrhundert wurden sämmtliche Juden aus England vertrieben. Erst nach der Revolution des 17. Jahrhunderts kehrten allmählich einige Israeliten nach England zurück. Gegenwärtig wohnen in London ungefähr 40,000 Glaubensgenossen. An der Spitze aller Israeliten von London, England und den Colonien steht Herr Oberrabbiner vr. Adler, kurzweg „the ehief rabbi44 genannt, in dessen Rabbinat die Sonne nicht untergeht. Herr vr. Nathan Adler wurde am Anfänge dieses Jahrhunderts in Hannover geboren, wo fein Vater Landrabbiner war; er entstammt einer berühmten Frankfurter Gelehrten - Familie; der weltbekannte Chaßid und Gaon, der große Lehrer des großen Preßburger Oberrabbinen R. Moscheh Sopher d"p"i"ir"i, Rabbi Nathan Adler d"p"i"s"i war sein Großonkel. Herr v^. A. wurde in noch jugendlichem Alter Großherzvgl. Oldenburgischer Landrabbiner und im 1.1831, nach seines Vaters Tode, Landrabbiner von Hannover. Von hier aus wurde er im 1.1845 nach London berufen. Was er hier gethan und gewirkt, davon legen die religiösen Zustande Englands das sprechendste Zeugniß ab. Am Sabbat sind mehr als 1500 Läden, Comptoire und Geschäfte streng geschlossen. Für den Iugendunterricht ist in jeder Beziehung auf's Beste gesorgt; Schechitab, Mikwah k. unterstehen der sorgfältigsten, rituellen Aufsicht. Herr Rabbiner vr. Adler ist ein ebenso liebenswürdiger, sanfter wie gutmüthiger Mann, ein bedeutender Gelehrter sowohl im talmudischen wie im profanen Wissen. Trotz seiner sanften, patriarchalischen Gutmüthigkeit und Demuth weiß er jedoch seine Autorität aufrecht zu erhalten; sein Einfluß erstreckt sich nicht nur auf London, sondern auf ganz Großbritanien und die Colonien. Den ersten in den Goldlagern Australiens vor 20 Jahren gefundenen Goldklumpen haben die dortigen Israeliten ihrem geliebten Oberrabbinen im Mutterlande verehrt und einen köstlichen Becher daraus arbeiten lassen. Eben jetzr ist Herr Vr. A. von einer Inspectionsreise durch den Norden Englands zmückgekehrt. Diese Reise glich einem Triuwphzuge; überall empfingen ihn die Vorstände der Gemeinde mit einer Begrüßungsrede, und die Synagogen waren mit Fahnen und Blumen geschmückt. — Dem ehrwürdigen Nabbinen steht würdig seine edle Gattin zur Seite, welche die lady patroncßs (Vorsteherin) der meisten, hier so zahlrei- V

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