Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 27 (7.7.1869)
- Date
- 1869-07-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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535 Jot bestimmt ist und daß sie nächstdem für äußerst geringe Leistungen bedeutende Gegenleistungen bietet. Für 5 Sgr. monatlich ist einem Jeden die Gelegenheit geboten, Mitglied des Vereins zu werden und für 10 Sgr. monatlich pro Kind das letztere in die VereinSfchule zu schicken und dadurch den Privculehrer in der Behausung zu entbehren. Nach dem gegenwärtigen Stande der Dinge läßt sich mit größter Wahrscheinlichkeit behaupten, daß die Schute immer weitere Dimensionen annehmen und der Vorstand seinerseits, aufgemuntert von dem bisherigen Erfolge, redlich bemüht fein wird, das Gedeihen derselben nach Kräften zu fördern und das Ziel, das in dem Aufruf an die Vereinsmitglieder aufgestellt wird, zu erreichen. Gerechte Anerkennung muß den Verdiensten des zeitigen Vorsitzenden, Herrn Commissionsrath Johann Hofs, um den Verein zu Theil werden, umer dessen Aegide die aus kleinen Anfängen heroorgegangene Schöpfung ihre Entwicklungsfähigkeit und heutige Gestaltung erhalten bat und welcher der Schule feine unausgesetzte Sorgfalt in dem Grade widmet und ihr so beträchtliche materielle Mittel zuwendct, daß an deren Fortbestand nicht nur nicht gezweifelt, vielmehr auf die immer mehr zu rechnende Blüthe derselben mit Zuversicht gehofft werden darf. Eine rühmenswerthe Thätigkeit für die Jnt?ressen drs Vereins und deren Schule entwickelt auch Herr ChorinSky, der ursprüngliche Begründer des Thoras-Chasim-VereinS, der bei den überhäuften Geschäften des Herrn CommissionsratheS, durch welche der letztere oftmals verhindert ist, die Vereinsangelegenheiten wahrzunehmen, mit seltener Energie, wahrhaftem Enthusiasmus und mit freudiger Aufopferung von Zeit und Geld für das kräftige Pulfiren des Vereins- und Schullebens rastlose Sorge trägt. Mögen die edlen Bestrebungen dieser beiden Männer in den Augen Gottes Wohlgefallen und in denen der Welt ihre gerechte Würdigung finden! Hermann Tietz, cand. phil. & theol., Lehrer an der Thor as-Chajim-Schule. Posen. (Forts.) Diese Synode kann uns daher in dieser Beziehung keinen Nutzen gewähren und das zu erwartende Heil kann unmöglich von hier ausgehen! Sie vermag uns also keine npis wkw „Sonne des Heils" aufgehen lassen. Denn diese kann nur, wie der Prophet Maleachi (3, 20) sagt, von ’ötf nn» den wahrhaften Anhängern des Judenthums, den wirklichen, durch ihr ganzes Leben und Wirken geheiligten Gottesmännern, die das Wort Gottes in Wahrheit, ohne Heuchelei und Verstellung im Munde führen, aber es nicht zur Täuschung und Irreleitung SV8 Volkes absichtlich verfälschen, ausgehen. Darum ann ihre Wirkung auch nicht «sno „heilsam in ihren Flügeln" sein, mit denen sie glauben, sich über das Polk rmporzuschwingen und es zu sich zu erheben. Wenn nun ihr Einfluß nicht heilbringend sein wird, was ist nun von solchen Leitern und Führern zu erwarten? Darüber spricht sich der zweite Theil dieses Verses deutlich aus: p:no iblj/D on&Di orxa’i. Ihr werbet Weggehen von ihnen und in Ungebundenheit umherschwärmen, gleich zügellosen Mastkälbern, die keine andere Lebensaufgabe kennen, als in übermüthiger Willkür den sinnlichen Freudengennssen zu fröhnen, ohne von Gesetz und Offenbarungslehrc sich Beschränkungen auflegen zu lassen. Werden diese falschen Religionsverbesserer. mit ihrem Streben und Eifer, mit ihrer Kraftanstrengung und dem Kanonendonner, durch welche sie die schwüle, glaubenSarme Athmosphäre zittern machen, rcüssiren? Wenn sie auch bei ihren Gesinnungsgenossen und bei der unwissenden, leicht beweglichen Volksmenge für den Augenblick einigen Anklang finden sollten, so kann ihren Aussprüchen für die Folge kein Bestand zugesichert werden. Denn D>V>:n iP px -spt? „die Lüge ermangelt der Füße." Was aber die Theilnehmer dieser sündhaften Versammlung betrifft, so laden diese, gemäß dem AuSspruche des darauffolgenden Verses nur Unheil und Verderben auf ihr Haupt (V. 20.) Aber, was soll diesem ihrem unjüdischen Gebühren entgegengestellt werden, das nicht nur deren Wirksamkeit zu Boden drückt, sondern sogar zuletzt eine Erstarkung und Wiederbelebung Hervorrufen kann? Nun denn, der Prophet, gewiß nur unsere Zeit bis in die letzten Epochen unseres Exils ins Auge" fassend, drückt sich am Schluffe in unzweideutigen Worten hierüber aus, indem er sagt: „Gedenket der Lehre Moses, meines Knechtes, dem ich befohlen am Choreb für Israel Satzungen und Rechte. Siehe, ich sende euch den Propheten Elijahu vor der Ankunft des großen uvd furchtbaren Tages des Ewigen. Und er wird zurückführen das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu den Vätern!" — Leugnen wir aber diese, mit Flammenschrist in das Herz des Israeliten eingegrabenen, mit Trost und Hoffnung erfüllenden Worte des Propheten, als hätten wir keine wirkliche Erlösung mehr zu erwarten, als sei diese nur von den Neligionsresormern und Glaubensverbefferern herzustellen: so geben wir dadurch der ganzen Glaubenslehre ein Mißtrauensvotum und sagen wir uns gewissermaßen los von derselben. Aber wie, vielleicht thäten wir besser, wenn wir den Aussprüchen und Beschlüssen dieser Männer mehr Glauben schenken, als der Lehre unseres Schlußpropheten? Doch hier treten uns bei dem Vergleiche beider lauter Gegensätze auf. Während der Prophet die vollkommenste Einigung, die beglückendste Harmonie und die höher als alle Güter des Lebens zu achtende Ausgleichung verheißt; suchen diese die Herzen zu zerreißen, Spaltungen und Zerrüttungen in Israel hervorzurufen, wie sie unheilbarer nie gewesen waren; ja sogar Kinder gegen Eltern und diese gegen ihre eigene Sprossen