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Der Israelit · 1869-07-07 · Heft 27 (7.7.1869) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 27 (7.7.1869)
Date
1869-07-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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534 seine geeignete Stätte gefunden haben wirb. Denn nur dieses allein kann jeden noch so schwachen Funken der Gottesfurcht, sobald deren Flammen durch Umstände und andere nachtheilige Einflüsse dem Erlöschen nahe gebracht worden, wieder zu neuem Licht «nd Glanz anfachen.*) Doch nicht selten tritt hier die Gattin hindernd, entgegen auf. Denn eö ist nicht ru leugnen, daß diese eine große Gewalt auf das Herz ihres Mannes besitzt und namentlich dessen NeligionSanschauung eine ganz andere Richtung zu geben geeignet ist. Was nützt oft aber dem Mann seine ausreichende Religionskunde, sein Hang und seine Liebe zu dem Glauben seiner Väter, wenn er nicht Willenskraft und Energie genug besitzt, sein auf solch fester Grundlage basirendes religiöses Bekennlniß gegen die Anfechtungen einer Frau zu behaupten, die, wenn auch in allen Fächern des Wesens, von der Religion gar keine oder nur spärliche Kunde erhalten hat, oder, was noch ärger ist, in einem Hause erzogen worden ist, wo ihr wenig Gelegenheit geboten wurde, einen wahren und richtigen Begriff von einer frommen, auf Gesetz und Judenthum gegründeten Wirtschaftsführung zur Anschauung zu bringen. Ist aber wieder eine Frau einem frommen, gotieSsürchtigen Hause oder gar einer der Gotteölehre vorzüglich beflissenen Familie als die Tochter eines Mannes entsprossen, der sich mit Recht ein D::n Tö^n nennen kann und ihr also das praktische wie theoretische Iudentbum kein terra inevFnita, sondern als ein urbargemachteS, vollkommen gebahntes Land, in dem sie sich ganz heimisch fühlt, erscheint: dann gibt eö wiederum der Fälle nicht sel:en, wo eine selche Frau ibren noch so freisinnigen Mann nach und nach gebessert, allmählich dem religiösen Wandel Näher znge-übrt, bis er ganz und gar unter die Flügel Gottes ausgenommen werden konnte. Darum sagen unsere Weisen**) do.iL?, daß Alles von einer Frau herznleiten ist. Denn eine religiöse Frau vermag einen unsrommen Galten ans einen gottgefälligen Weg, wie umgekehrt eine schlechte Frau einen noch so gläubigwandelnden Mann auf Abwege zu führen. (Forts, folgt.) AeLLungsvachrrchLert und Gorrefpon den;err. Deutschland. Karlsruhe. Der 29jährige Hofkapellmcister Hcrrmann 8evi hat vom Greßherzog vor: Baden eine *) Dercg. Midr. Nabb. auf Meg. Ecka Sink. mv wfr .aomi nwn r'r r;c iirr. n r3 PPS nvc M» **) M.er. Brefch. §tab. C.ip 17. doppelte Anerkennung erhalten. Vor einigen Monaten verehrte ihm der Großherzog einen mit seinem Namen versehenen kostbaren Brillantring und dieser Tage ernannte er ihn zum Ritter deS ZährmgerordenS 1. Klaffe, weil er eine ehrenvolle Berufung nach Wien ausgeschlagen hat. N. K', □ Ntürnberg, im Juni. Nachdem die' in London bestehende Missions-Gesellschaft „rur Bekehrung der Juden" ein so klägliches Resultat liefert (Siehe Israelit Nr. 21. S. 402) sucht nunmehr dieser saubere Verein auch bei uns in Deutschland Seelen zu fangen. Dieser Thätigkeit der evangelischen Mission widmet nämlich seit einiger Zeit auch Herr Karl Blendinger, evang. Pfarrer zu Gleisenau bei Ebelsbach in Unterfranken seine Muse und Mittel, wenn auch natürlich erfolglos. Der „Nürnberger Correspondent," „N. Anzeiger" und Extrabrochüren sind von ihm dazu auSersehen worden: „zu bekehren daS jüd. Volk." Es werden in diesen Machwerken, wie gewöhnlich Bibelstellen mißbraucht, die aus dem Zusammenhänge heraus-! gerissen, gewaltsam gedeutet werden, um damit unS Israeliten Sand in die Augen zu streuen. Dies Gebnhren verdiente allerdings keine Ent-! gegnung aber es ist Zeit, daß jetzt unsere Presse laut! ihre Stimme erhebe, gegen solche Seelenjägerei, da! diese es in neuerer Zeit, besonders auf die isr. Iu« gend abgesehen zu haben scheint.! Berlin. Der Thoras-Cbajim-Vercin, welchen sich vor etwa 3 Jahren mit der Devise: moyn ’vwr.» constituirte, hat sich seit der letzten Generalver-I sammluna, welche im Nommber 68 strttfand und in! der der CommissionSrath Herr Johann Hoff zum Vor-I sitzenden gewählt wurde, bedeutend erweitert und ent-I wickelt eine rege segensreiche Thätigkeit. Außer de» religiösen und inter.ssanten exegetischen Vorträgen de» Vcreiusrabbiuers, Herrn Wolfsohn, welche allsonnaben» lich zwischen 11 und 12 Uhr Vorm, in dem in de» Neserrst''. 12 belegenen Vereinölocale vor einer zahl» reich-n Zuhörerschaft gehalten werden, erfreut sich d» ThoraS-Chajim-Schule, welche am 1. Januar eröffn» w >rde und den Zweck hat, die ihr anvertrauten Zö» linge in der Kenntniß des Hebrästchen und der E» kenntniß der Religion bestmöglichst zu fördern, nächW dem aber auch denselben die erforderliche NachhiW iu der Anfertigung von Schularbeiten gewährt, cmW gedeihlich.m Fortgang s und schnellen Wachsthume^ Gegen 90 Schüler besuchen bereits die Anstalt, d brntrt mehrere selbst ans entl'geuen Staditheilen h'! beikommen. Fragt mau sich hicrb i, woher eS kom"! daß diese Schule iu so kurzer Zeit eine so ansehttbq Schüler zahl erworben, so liegt die Antwort aus di« Frage iu dem Umstande, daß sie einem in gesetzestrcuä Kreisen längst gefühlten Bedürfnisse Adh.lse zu sch»

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