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Der Israelit · 1869-07-07 · Heft 27 (7.7.1869) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 27 (7.7.1869)
Date
1869-07-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X. Jahrgang, Beilage za Nr. 27 des Israelit. Leitender Artikel. Die jüdische Ehe . nach biblischen und talmudischen Grundsätzen. Von Dr. Aron Hirschfeld. (Fortsetzung.) Kehren wir nun nach diesen Voraussetzungen zu der bereits angeführten Talmudstelle (Kid. 70) zurück, daß, wer eine unwürdige Gattin heirathet, ein solches Unrecht begehe, als wenn er die ganze Welt mit Salz besäen würde: so liegt die Deutung darin, daß ein solcher nichts als Sünde auf Sünde säen und nichts als Unheil auf Unheil erndten würde. Seine böse Frau würde ihn nur zu bösen, gotteswidrigen Thaten verführen und seine Nachkommenschaft eine Pflanzung unedler Sprossen werden. Es heißt ferner (ibiä.) ruain nww nttf« i>a ijwi .-!2"p.-n inan ii> „Wer eine Gattin ehelicht, die seinem Character unangemessen erscheint, den bindet gleichsam der Prophet Elias, der Golteseiferer für Gesetz und Recht, und Gott selbst führt die Strafe an ihm aus". Aber warum gerade der Prophet Elias? Weil dieser zur Zeit des jüdischen Königs Ahab gelebt und durch dessen Gemahlin, Jsebel, eine geborene Sidoniterin aus dem krassesten, verworfensten Heidenthume, so viele Leiden und Verfolgungen derart zu erdulden gehabt, daß er sich oft den Tod herkeigewünscht hat: so scheinen unsere Weisen in diesen Worten auf die unwürdige Verbindung hingezielt zu haben, in die Ahab mit der lasterhaften Jsebel, die ihn bekanntlich zu einem so ruchlosen und von Abscheulichkeiten angefüllten Lebenswandel verleitet hat, eingegangen ist. Durch die über denselben verhängte, vorzüglich durch den Ausspruch dieses Propheten (1. Kön. 17, 1 dn ’a ’-ot 'Ob) veranlaßte Hungersnoth hat er ihn gewissermaßen gebunden und Gott selbst war gleichsam genöthigt, diese so harte Hungersnoth als Strafe so lange ihn fühlen zu lassen, bis die frevelhaften Thaten an der Jsebel dadurch gerächt waren, daß alle Götzenpropheten und Lügenpriester, jnto 'paw die Creaüwen und Tischgenossen der Jsebel (das. 18, 19) auf dem Berge Karmel nach einer solennen Anerkennung Gottes hingerichtet wurden. Hierher gehört auch die Stelle: OVd «pun bO swd Dj'Nt* cja ib ]iin poo „Wer eine Gattin nur des Geldes wegen nimmt, kann auf keine wohlgeratene Kinder rechnen". Geldgeiz stst ein Hauptübel, dem ein unabsehbares Heer von Sünden und Gebrechen gewöhnlich nachfolgt. Wohl ist es.recht und billig, daß der Mann, wie es auch der Talmud ausdrücklich *) lehrt, sich erst eine, das Haus begründende, sichere Existenz angebahnt hat, bevor er in eine Heirath einzugehen gedenkt. Daß er aber durch eine reiche Mitgift sich gewissermaßen eine Gattin erkaufen will, wobei es sich mehr um Tausende, als um die Persönlichkeit der für ihn bestimmten Frau handelt, kann für ihn von keinen segensreichen Folgen sein. Wie oft werden nicht unglückliche Ehen geschlossen, deren Hauptvermittler der Flitterglanz des Goldes war, das leider oft die allerhetcrogensten Charactere oberflächlich nur zusammengekittet hat. Denn nickt immer behält dieser falsche Factor den früheren Reiz und Zauber, die entgegengesetzten Eigenschaften auszugleichen und zusammenzuhallen. Die üblen Folgen einer solcher Mesallianz gehen nicht selten durch eine falsche Kindererziehung auch auf ihre Nachkommen über und die Habsucht, die Quelle vieler Leiden, richtet Mann und Frau zu Grunde. Aber auch (ibicl.) paw iv',v ptpn OVv n»N Ntmn nsnJöi na ppi mco „Wer eine Frau aus sinnlicher Liebe heirathet, wird ihrer später überdrüssig, bekommt Widerwillen an ihr und läßt sich zuletzt von ihr scheiden". Wenn also bei der Bestimmung der Lebensgefährtin weder äußere Schönheit noch Goldesglanz, weder Sinnenreiz noch Eitelkeit die Wahl leiten darf, sondern vielmehr nichts als ihr innerer Werth, ihre Würde und Seelengröße alle Hebel der Verbindung in Bewegung setzen muß: so leuchtet es wohl von selbst ein, daß in der Person einer tugendhaften Frau allein aller Werth und aller Glanz liegt und demgemäß auch als ein unveräußerbares Gut sowohl in als außer dem Hause geschätzt werden muß. Und dies ist auch allein der Grund, warum unsere Weisen mit so beredten Worten und mit so vieler Wärme die Tochter eines (nan td^h) Gottes gelehrten zu heirathen anpreisen. Wenn wir bedenken, daß die jüdische Ehe eine heilige, in der Religion gebotene, und durch dieselbe sanctionirte Verbindung, nicht aber nur ein gesellschaftlich geschlossener und daher profaner Contract zwischen Mann und Frau ist: so leuchtet es von selbst ein, daß dadurch eine innere Weihe, eine ehrfurchtgebietende, göttliche Scheu durch deren Einsegnung gleich um sie ausgegossen wird. Jemehr aber beide Eheleute von der Religion durchdrungen sind und von ihr getragen werden: desto gottgefälliger muß ihr Ehestand sich gestalten, der eben vollends dann zu einem Tempel Gottes erhoben werden kann, sobald auch das Wort Gottes in demselben *) Sota S. 44.!*J3’C pf> p7 mm cm)b t:tf> ncb ru: iLft?53 izf> ' — .rtft fit* 72 7PP1 072 JJf’l 5>'3 w'fr

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