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Der Israelit · 1869-06-30 · Heft 26 (30.6.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 26 (30.6.1869)
Date
1869-06-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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513 Zffnm muß. Sollen wir vielleicht darum mit Zuversicht auf die zu erwartende Synode blicken, ob uns vielleicht von da, nach dieser Richtung hin, Hilfe erstehen wird? Doch nein! p wo «”n /_i nw ab Jene Männer, der wahren Gesetzeskunde baar, und nur zu ihrem Gebrauche und ihrer Nutzanwendung ihr zugethan und daher dem Weinberge GotteS nur unreife Trauben entlockend, haben über die Gottes- Lehre längst schon den Stab gebrochen, als daß sie deren Lobredner werden sollten, um neue Liebe, neue Empfänglichkeit für dieselbe in die Herzen unserer Glaubensgenossen eingehen zu lassen! (Schluß s.) Breslau, 16. Juni. Vor einiger Zeit erweckte die Mittheilung, daß an hiesiger Universität Herr vr. Caro als Professor der slavischen Literatur angestellt worden, eine gewisse Befriedigung; man erblickte darin eine Bürgschaft, daß die Starrheit des Prineips, wonach kein Jude im preußischen Staate zum ordentlichen Professor vorrücken könne, gebrochen sei. Nun aber erfährt man, daß dieser Anschein trügt; Herr Caro ist nämlich nicht zum ordentlichen, sondern zum xroksssor llonorurius ernarmt worden, also sein Judenthum bewirkt ihm eine Ehrenstettung, nur verhindert es ihn, „ ordentlich " zu sein. Dann bezieht er auch seinen Gehalt von dem auswärtigen Ministerium. Kiel, 13. Juni. Zu Burg in Süderditmarschen ist in voriger Woche ein Missionsfest abgehalten worden, bei welchem derbekannte Pastor HarmS aus Herrmannsburg zweimal geredet hat. Der Inhalt dieser beiden Reden scheint Alles überboten zu haben, wa^ an Intoleranz in neuerer Zeit laut geworden ist. Wir führen hier nur zwei seiner Sätze an: „Der Gott der Juden, der Muhamedaner und der ungläubigen Christel' ist ein bloßes Gedankending und schlechter, als ein heidnischer Götze; denn mit diesem, wenn er aus Holz gemacht ist, kann man noch den Ofen he izen". „Segne, guter Gott, die Mission — aber nur die lutherische." (Hamb. R.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Einem französischen Blatte wird von hier geschrieben: Mehrere arme jüdische Colporteure haben vor einigen Jahren unter dem Titel „'ipjk “iDn" einen Verein gegründet, dessen Zweck es ist, einzelne nothbedürftige Mitglieder theils durch Darlehen, theils mit Geld zu unterstützen. An der Spitze dieses Vereins steht ein Christ, Namens Johann Kropf, welcher schon viele Jahre in dem Judengäßcheu wohnt und welcher großen Eifer und große Thätigkeit für diesen Verein zeigt. Er ist stets bereit, den Mitgliedern Dienste zu leisten und wenn es sich um eine Kollerte handelt, so steht sein Name stets an der Spitze der Liste. Bei der vor einigen Wochen stattgehabten Generalversammlung wurde beschloffen, einen Gottesdienst zu organisiren, aber bn fehlte es an Geld für die Miethe eines Locals und zur Anschaffung einer min iso. Man eröffnete eine Subscription; Herr Johann Kropf hat die Liste entworfen und an der Spitze derselben seinen Name» mit einer nicht unbeträchtlichen Summe geschrieben. — Solche Thatsachen bedürfen keines weiteren Commentars. Pesiih. Die aus Rumänien vertriebenen Jude» sind theilweise nach Siebenbürgen gezogen. Mehrere Familien gedenken auch in Ungarn sich mederzulaffen. PreHburg, 14. Juni. Einen herben Verlust hat die Gemeinde Preßburg erlitten. Gestern kam auf telegraphischem Wege die traurige Nachricht von CarlSbad, daß der allgemein beliebte, überall hochgeachtete Herr C. W. Pappenheim, der sich als mehrjähriger Vorstand um unsere Gemeinde viele Verdienste erworben, gestorben ist. Herr Pappenheim war für die orthodoxe Judenheit Ungarns ein wackerer und thätiger Vorkämpfer. Seine außerordentliche Frömmigkeit und zum Sprichworte gewordene Mildthätigkeit wurde selbst von seinen Gegnern belobend anerkannt. Der Verstorbene, durch große Geistesgaben ausgezeichnet, war vermöge seiner hohen Stellung in der Gesellschaft allgemein geehrt und hochgeachtet, und wurde ihm in den höchsten Cirkeln mit Hochachtung begegnet. Er hielt es nicht unter seiner Ehre, sein Haue armen omro zu öffnen, deren bei jeder Mahlzeit 3—4 an seiner Tafel speisten; in seinem Hause war die min einheimisch, Wittwen und Waisen verloren in ihm ihre» Vater. Der Verblichene war, um seine angegriffene Gesundheit zu kräftigen, zum Curgebrauch nach CarÜbad gegangen; die Vorsehung wollte es aber anders. n"u"sj"n H. Löwinger. PreHbirrg. Man schreibt uns aus Preßburg vom 16. d.: Heute Nachmittag 2 Uhr fand das Leichenbegängniß des hiesigen in Karlsbad verstorbene» und hieher überführten Banquiers Pappenhelm mit großartigem Gepränge statt. Tausende von Personen und darunter die höchsten hiesigen Herrschaften gaben dem wegen seiner Herzensgüte und seinem Wohlthatigkeitssinne allgemein geachteten Verblichenen bis zum Friedhose das Geleite. Prag, 15. Juni. Vorgestern wurde Herr Ignaz Heller nach längerem Leiden zu Grabe getragen. Derselbe, vor sieben Jahren in den Schooß der kath. Kirche ausgenommen, drückte kurz vor seinem Tode den Wunsch aus, zu seinem alten Glauben zurückzutreten und seinen sechsjährigen Knaben ins Judeuthum auszunehmen und ihn der vorschriftsmäßigen Veschneidung zu unterziehen. Der Rück- und Uebertritt wurde noch acht Tage vor dem Tode HellerS von ihm schriftlich angemcldet und so wurde er auch nach jüdischem Ritus aus dem israel. Gottesacker der pra.-

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